Mitglied inaktiv
Kurz zu meiner Vorgeschichte: 1998 Fehlgeburt in der 14.SSW 1999 Infektion - Not Sectio mit medianen Gebärmutterschnitt in der 31.SSW - Totgeburt 2004 wurden meine Zwillinge in der 27.SSW mit einer Not Sectio (wieder mit medianen Gebärmutterschnitt)geholt. Carina verstarb nach 6 Tagen an einer Infektion und Julia nach 21. Tagen wegen schweren Gehirnblutungen . Ich wurde 9 Monate später unerwartet wieder schwanger. Von der 20 SSW weg hatte ich immer wieder Wehen und einen verkürzten Gebärmutterhals - immer zwischen 1cm und höchstens 2cm - ich hielt es bis zur 34 SSW. aus - ich lag 14 Wochen im KH! Fabian durfte dann schon nach 10 Tagen nachhause und es geht ihm super. Und nun endlich zu meiner Frage. Ich weiß, das einer erneute SS ein großes Risiko ist und vermutlich wieder mit einer Frühgeburt enden würde?! Besteht bei einer erneuten SS wieder die Gefahr einer Verkürzung des Gebärmutterhals? Macht man normal vorsichtshalber eine Cerclage? Ich hoffe sie können mir helfen - Danke
liebe Sandra, 1. die Vorgeschichte stellt sicher ein ganz erheblich erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten vorzeitiger Wehen inklusive der Frühgeburtlichkeit dar, wobei man dieses zahlenmäßig nicht allgemein gültig benennen kann. Wenn überhaupt zu einer erneuten Schwangerschaft geraten werden kann, ist Ihnen zu empfehlen sich hier schon vorher und dann zu Beginn der Schwangerschaft mit einem Perinatalzentrum kurzzuschließen, um das für Sie sinnvollste Vorgehen abzustimmen. Wichtig bei einer Folgeschwangerschaft ist sicher neben der ausreichenden Aufklärung und Information durch den behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin auch das Gespräch über mögliche und sinnvolle Präventivmaßnahmen & Diagnostik: Dazu gehören die Ausschaltung von Risikofaktoren wie Rauchen; Ausschluss bakterieller Besiedlungen der Scheide, ph-Wert-Kontrollen, die prophylaktische Einnahme von Magnesium und der frühzeitige Ausschluss einer vorzeitigen Wehentätigkeit und eine Verkürzung des Gebärmutterhalses gemessen im vaginalen Ultraschall. 2.zur Frage einer prophylaktischen Cerclage/Muttermundverschluss gibt es mittlerweile in der Fachwelt eine relativ einhellige Meinung: Dank immer kritischerer Indikationsstellung ist die Cerclagefrequenz innerhalb weniger Jahre von fast 10 % auf 1-2% gesunken. Therapeutisch sind nurmehr echte isthmocervicale Insuffizienzen (Gebärmutterhalsschwächen) eine Indikation. Prophylaktische Cerclagen aus anamnestischer Indikation oder bei Mehrlingsschwangerschaften sind schon deshalb sehr kritisch zu betrachten, weil sie nicht zu einer Tragzeitverlängerung führen Eine Zervixinsuffizienz (Gebärmutterhals-Schwäche) im klassischen Sinn ist ein sehr seltener Befund. Bei unsicherer Entscheidungsgrundlage zeigen Studienergebnisse keine eindeutigen Vorteile einer Cerclage gegenüber abwartendem Verhalten. Ob Schwangere mit ultrasonographischer Verkürzung des Gebärmutterhalses oder einer Öffnung des inneren Muttermundes von einer Cerclage profitieren, lässt sich noch nicht abschließen beurteilen. Als einzige Ausnahme verbleiben noch Schwangere mit mehrfachen Frühgeburten in der Anamnese. Bei der Diagnose einer Gebärmutterhalsschwäche ist neben der transvaginalen Sonographie mit ihrer Verkürzung und Eröffnung der Cervix unbedingt immer auch die Konsistenz der Portio durch Vaginalpalpation zu beurteilen. Notfallcerclagen bei Cervixinsuffizienz mit Fruchtblasenprolaps sind nur bis zur 32. SSW indiziert. Gleichwohl ist das Komplikationsrisiko einer Cerclageoperation gering und besteht praktisch nur in minimalen Verlängerungen der Eröffnungsphase sowie einer leicht höheren Inzidenz von Cervixrissen. Frauenarzt 40, 5 (1999) 659 Insofern ist hier im individuellen Fall sicher das immer ausführliche Gespräch mit FA und Frauenklinik im Vorfeld sinnvoll, inwiefern eine Cerclage zu Prophylaxe einer vorzeitigen Muttermundseröffnung im individuellen Fall geboten ist unter Abwägung des Für und Wider. Dieses gilt auch für die Fragestellung, inwiefern eine prophylaktische Cerclage/Muttermundverschluss nach einer Infektion mit Fehlgeburt anzuraten ist. VB
Mitglied inaktiv
sei lieb gegrüsst, was sagt deine Ärztin dazu. Mich hat meine zu einem Spezialisten geschickt, der hat sich die Gebärmutter angeschaut und hat mir nahe gelegt, nach meiner Vorgeschichte(Frühgeb 30SSW und Totgeburt 23SSW) einen Frühen Totalen Muttermundsveschluss machen zu lassen. Der erfolgte mit einer Cerclage in der 14 SSW. Ich glaube, es gibt ganz verschiedene Meinungen dazu auch von seiten der Ärzte. Ganz liebe Grüsse auch an Fabian von Andi
Mitglied inaktiv
Danke für deine schnelle Antwort. Also, mein Arzt ratet mir aufgrund der Vorgeschichte von einer erneuten SS ab. mein verstand sagt auch nein - aber mein Herz sagt ja, ich hätte wirklich gerne noch ein Kind. Liebe Grüße Sandra
Mitglied inaktiv
Ach shit, aber eine neue SS ist natürlich bei uns immer risikobehaftet. Aber wenn man mehr oder weniger die ganze SS über liegt oder sich sehr schonen muss, um keine grösseren Risiken einzugehen, dann kommen ganz schön Probleme auf einen zu. Versorgung des grossen Kindes, Partnerbeziehung und Haushalt. Ich habe oft ganz schön zu tun, mit den eigenen Vorwürfen, nicht richtig für meinen Sohn dasein zu können. Und ne Garantie sind auch FTMV und Cerclage nicht ein gesundes und reifes Kind zu bekommen. Und die Angst, ein Frühchen zu entbinden, welches dann vielleicht massive Schwierigkeiten hat, kann uns auch keiner nehmen. Aber wenn Dein Herz so nach einem weiteren Kind an der Hand ruft, dann geht doch nochmal zu einem Spezialisten und lasst euch beraten und dann könnt ihr entscheiden. Aber ihr habt ja auch eine Menge hinter Euch. Ganz liebe Grüsse Andi