Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Erhöhter Blutdruck, Glucose-Screening etc.

Frage: Erhöhter Blutdruck, Glucose-Screening etc.

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Hallo, ich habe schon jahrelang einen erhöhten Blutdruck und ein hyperkinetisches Herzsyndrom (bislang unbehandelt, weil ich angeblich vollkommen gesund bin, sollte dagegen nur Sport treiben). Nun bin ich in der 23./24. Woche schwanger. Meine Ärztin macht sich große Sorgen, weil sich die Plazenta lösen bzw. reißen könnte, dann wäre das Kind tot. Jetzt hat sie mir vor drei Wochen Nepresol (2 x 1 Tbl. jew. morgens u. abends) verschrieben, ich muss nun Tagebuch über die Messungen führen und einmal die Woche wegen des Blutdrucks zur Kontrolle. Bislang haben die Tabletten fast keine Wirkung gezeigt. Sie möchte mich zur genaueren Untersuchung ins Krankenhaus überweisen, wenn die Werte nicht besser werden sollten. Ist die Gefahr wirklich so groß? Mir geht es trotzdem wie immer, also gut. Der höchste gemessene Wert lag abends bei 155/100 (abends immer höher), aber das kommt eher seltener vor, mein Schnitt beträgt abends 145/95. Morgens beträgt der Wert meistens um 130/85 oder niedriger, tagsüber meistens um 143/93 oder etwas niedriger bzw. höher. Die Ursache dafür ist wie gesagt unbekannt. Könnte es auch am Essen liegen? Heute wurde ein 50-g-Glucose-Screening durchgeführt (nicht nüchtern). Nach einer Stunde fand sich ein leicht erhöhter, pathologischer Wert mit 146 mg%. Ist dieser Wert schon besorgniserregend? Kann ich eigentlich gar nicht verstehen, weil ich nie Probleme mit meinen Blutzuckerwerten hatte, da ich schlank und keine Diabetikerin bin. Jetzt muss ich nächsten Montag nüchtern zu meinem Hausarzt (Diabetes-Spezialist)zum 75-g-oGTT-Test. Dann wurde heute noch ein Doppler gemacht (vor allem wegen der Durchblutung der Nabelschnur und der Arterien), alles in Ordnung ohne Befund. Leider wissen wir nun immer noch nicht, welches Geschlecht unser Kind hat (konnte man nicht sehen), wie groß es inzwischen ist, ob der Rücken geschlossen ist und wie das Herzchen und die Nackenfalte aussieht. Sie hat uns nichts weiter dazu gesagt trotz des Ultraschalls. Es scheint für sie alles in Ordnung zu sein, oder ist sie nicht gründlich genug? Es gibt immer so viele Fragen... Vielen Dank schonmal für Ihre Antworten! Gruß Sandy_74


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Sandy, 1. bei einem hohen Blutdruck in der Schwangerschaft ist immer zu unterscheiden zwischen dem, der schon vor der Schwangerschaft besteht und behandelt werden muss und ein zu hoher Blutdruck,der erst mit der Schwangerschaft entsteht. Zunächst mal ist ein Druck von 140/90 nur als grenzwertig zu anzusehen und dieses muss auch immer im Gesamtzusammenhang beurteilt werden. Hier ist häufig schon ausreichende Ruhe die beste Therapie. Da ein zu hoher Blutdruck in der Schwangerschaft erhebliche Risiken für Mutter und Kind mit sich bringt, ist eine gute Überwachung und eventuelle Therapie notwendig und hier gibt es mittlerweile auch relativ klare Vorgaben hinsichtlich des Vorgehens in der Diagnostik und Therapie. Es ist sehr wichtig, den Blutdruck richtig eingestellt zu lassen und sich zunächst beim behandelnden Frauenarzt/ärztin darüber zu informieren, was die Frau vorsorglich machen kann (Gewichtskontrolle, Magnesium, Ruhe) und was Warnhinweise sind. Hier wird dann sicher auch der zuständige Internist/Hausarzt involviert, wobei man eben auch internistische Ursachen(z.B. Niere) ausschließen wird. 2.nach den offiziellen Vorgaben " Diagnostik und Therapie des Gestationsdiabetes" liegt nach einer Belastung mit 75 Gramm Glucose ein Gestationsdiabetes in der Schwangerschaft (GDM) vor, wenn mindestens zwei der folgenden drei Grenzwerte erreicht oder überschritten werden (Werte aus dem kapillären Vollblut) nüchtern: größer/gleich 90 mg/dl nach 1 Std: größer/gleich 180 mg/dl nach 2 Std :größer/gleich 155 mg/dl Erreicht oder überschreitet nur ein Wert die oben angegebenen Grenzen, so liegt definitionsgemäß eine eingeschränkte Glucosetoleranz (IGT) vor, diese wird, bezogen auf die Behandlungsbedürftigkeit, wie ein diagnostizierter GDM gewertet. 3. Was den Ultraschall angeht, so sollte mit der Frauenärztin gesprochen werden, was die jeweiligen Befunde angeht. VB


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