Hipeterin
Hallo Dr. Bluni, es ist schon etwas her (März 2017), aber vielleicht erinnern Sie sich ja noch an mich, wenn ich Ihnen vorweg ein paar Stichworte gebe. Ich (Chinesin) lebe mit meinem Mann (Deutscher) in Shanghai und hatte im März dieses Jahres leider einen Schwangerschaftsabbruch in der 7. SSW in Form einer Ausschabung, welche zum Glück ohne Komplikationen verlief. Das Problem war eine drohende "Cornual Pregnancy", die für mich leider sogar lebensgefährlich wurde. Der äußere Rand des Embryos war nur noch 3mm von der Serosa entfernt, was zum Reissen der Gebaermutterwand hätte führen können, was wiederum dazu hätte führen können, dass ich verblute. Wie gesagt hatte ich das Glück, dass die Ausschabung ohne Komplikationen verlief und nicht etwa ein Teil des Uterushorns inkl. Eileiters entfernt werden musste. Die Gebärmutter ist also komplett erhalten geblieben. Seit dem aus Sicherheitsgründen vorgenommenen Abbruch habe ich mich wieder gut erholt und mein Mann und ich wollen einen zweiten Versuch starten. Nun ist es aber so (nach diversen Gesprächen und Blutuntersuchungen), dass die Ärzte mir drei Medikamente verschrieben haben, um das Risiko einer erneuten Fehlgeburt zu verringern. Außerdem nehme ich täglich noch Schilddrüsenhormone (seit einer Woche 50mg, davor 25mg), um meinen TSH-Wert zu senken, da dieser durch eine Hashimoto-Erkrankung bei über 3,0 liegt. Leider liegt der Wert noch immer über 3,0 weshalb ich nun auf 50mg erhöht habe. Grundsätzlich vertraue ich den Ärzten hier, allerdings macht man sich eben doch so seine Gedanken, wenn man vor / während der Schwangerschaft plötzlich so viele Medikamente zu sich nehmen soll. Daher möchte ich Sie gerne um Ihre Meinung diesbezüglich fragen. Vorweg möchte ich sagen, dass ich noch nicht weiß, wie lange ich alles einnehmen werde, das wird wohl während der Schwangerschaft weiter entschieden. Anfangen sollte ich wohl jetzt schon, ab dem Zeitpunkt an dem wir es erneut versuchen schwanger zu werden. Es geht um folgende Medikamente: 1. Aspirin (25mg): Nach Blutuntersuchungen wurde mir empfohlen diese zu nehmen. Einnahme 2x täglich zur Blutverdünnung, was angeblich die Einnistung des Embryos fördert. Ich habe heute angefangen diese zu nehmen. 2. Difenziliang Gansugai Zhusheye (Low Molecular Heparin): Nach Blutuntersuchungen wurde mir empfohlen diese zu nehmen; täglich in Form einer Spritze. Es ist zur Vermeidung von Blutgerinnseln gedacht. 3. Duphaston (10mg): Dieses Medikament soll ich zur Verbesserung der Umgebung in der Gebärmutter für das Embryo nehmen. Wie ich im Internet nachlesen konnte, wird es aber wohl sonst hauptsächlich Frauen gegeben, die ihre Periode schon sehr lange nicht mehr hatten und zusätzlich einen Kinderwunsch haben. Zudem habe ich immer wieder von heftigen Nebenwirkungen gelesen. Die Ärzte hier sagten mir aber, dass es eben auch dafür da sei, die Umgebung in der Gebärmutter zu verbessern und dass ich mir um Nebenwirkungen keine Gedanken machen solle; alle Medikamente könnten Nebenwirkungen haben, müssen aber nicht. Angeblich sind Nebenwirkungen selten und eher nicht zu befürchten. Nun bin ich ein wenig verunsichert, was die o.g. Medikamente angeht. Auf der einen Seite will ich, dass dieses Mal alles klappt und das Risiko einer erneuten Fehlgeburt sinkt, auf der anderen Seite habe ich aber die Befürchtung, dass die Medikamente mir oder gar dem Baby schaden könnten. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht so recht was ich denken soll. Vorallem frage ich mich, was ich von Duphaston halten soll. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn Sie mir Ihre Meinung und Gedanken sagen könnten. Könnte es Ihrer Meinung nach durchaus sinnvoll sein diese Medikamente zu nehmen, gibt es Risiken, würden Sie vielleicht sogar davon abraten? Im Moment möchte ich, trotz Verunsicherung, den Ärzten hier vertrauen und die verschriebenen Medikamente zu mir nehmen. Einen weiteren Schwangerschaftsabbruch in dieser Form will ich nun wirklich nicht erleben (zumal es ja auch lebensgefährlich für mich war). Andererseits wäre mir eine weitere ärztliche Meinung (speziell von Ihnen) sehr wichtig. Vielen Dank schonmal für Ihre Hilfe und herzliche Grüße nach Deutschland!
Hallo, 1. ja, selbstverständlich erinnere ich mich an Sie und Ihre Situation vor dem Abbruch der Schwangerschaft 2. für eine solche Empfehlung gibt es überhaupt keine evidenzbasierten Daten. In Deutschland werden wir das nicht ohne weiteres empfehlen. 3. auch für eine solche Blutverdünnung werden wir in Deutschland eine klare Indikation haben: zum Beispiel eine Vorgeschichte mit einer Thrombose oder Embolie oder eine angeborene Gerinnungsstörung mit wiederholten Fehlgeburten. 4. bei entsprechenden Zyklus Unregelmäßigkeiten kann der Einsatz eines Gelbkörperhormons sicherlich sehr hilfreich sein. Eine Verabreichung in einer frühen Schwangerschaft zur Verhinderung einer frühen Fehlgeburt ist in allen vorliegenden Studien nicht Evidenz basiert. 5. die von Ihnen erlebte klinische Situation ist, welches bereits damals geschildert hatte, eine absolute Rarität. Vorbeugende Maßnahmen gibt es hier leider nicht. Herzliche Grüße nach Shanghai VB
Hipeterin
Hallo, vielen Dank für die schnelle Antwort. Also würden Sie eher sagen, dass diese Medikamente nicht nötig sind (würden Sie vielleicht sogar abraten?), auch nicht nach meiner Vorgeschichte mit der Cornual Pregnancy, da es keine einer Fehlgeburt vorbeugenden Maßnahmen gibt? Um noch weiterzugehen: Könnten diese Medikamente sogar schädlich für mich, oder das ungeborene Kind sein? Oder schade ich mir und dem Baby in keinster Weise, selbst wenn ich diese Medikamente, wie von den Ärzten hier empfohlen, nehme? Mein Zyklus ist übrigens wieder vollkommen normal, ohne jegliche Unregelmäßigkeiten, das hatte ich vergessen zu erwähnen. Herzliche Grüße
Hipeterin
Noch einmal ausführlicher, da ich es vielleicht nicht genau genug beschrieben habe: Durch die Blutuntersuchungen ist folgendes herausgekommen (ich weiß leider nicht, ob ich die richtigen Begriffe verwende, hoffe aber Sie können es trotzdem verstehen): Die Blutplättchen in meinem Körper sind zu hoch konzentriert, weshalb ich Aspirin nehmen soll, um das Blut zu verdünnen und die Einnistung des Embryos zu fördern. Ein Wert namens D2 ist zu hoch, was auf eine zu hohe Blut-Aggregation hinweist, die zu Blutgerinnseln führen könnte, weshalb ich Low Moleculare Heparin nehmen soll; alle 2 Tage eine Spritze. Der Progesteron-Wert (Gelbkörper) in meinem Körper während der letzten Schwangerschaft war zu niedrig, bzw. sank, weshalb ich Duphaston nehmen soll. Da ich nun gelesen habe, dass Progesteron nicht nur den Zyklus steuert, sondern anscheinend auch für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft dient, kann ich eventuell nachvollziehen, wieso die Ärzte mir dieses Medikament für die nächste Schwangerschaft geben wollen. Ich könnte mir vorstellen, dass es unter Umständen das Risiko einer erneuten Fehlgeburt senken. Am Freitag werde ich aber auch nochmal meine Ärztin auf die Medikamente ansprechen. Vielen Dank jedenfalls für Ihre Meinung! Es ist immer gut eine weitere Meinung von einem sehr kompetenten Arzt zu hören (in diesem Fall von einem deutschen Arzt). Herzliche Grüße
Hipeterin
Leider ist mein Beitrag bereits auf die dritte Seite abgerutscht, weshalb Sie wohl nicht mehr antworten werden. Ich kann es allerdings gut nachvollziehen, wenn ich den Andrang hier sehe, zumal Sie dies hier auch noch unentgeltlich tun. Ich werde am Freitag die Ärztin nochmals auf die Medikamente ansprechen und dann sehen, wie ich entscheiden sollte. Vielen Dank nochmal und herzliche Grüße aus Shanghai!
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