Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

dr. bluni

Frage: dr. bluni

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

allo dr. bluni, habe da mal meine frage an sie. wir waren am mittwoch beim fein-us, soweit ist auch alles klar. jedoch steht auf dem schreiben an meiner fä die empfehlung, die kontrolle fetale nieren und der fruchtwassermenge. der oberarzt sagte uns, dass die fetale dilatierte nierenbeckenkelchsysteme *kopfkratz* was immer das auch heißen mag????????? bei jungs normal sei. stimmt das????? oder muß ich mir nun sorgen machen. desweiteren beträgt die fruchtwasermenge die obere grenze der norm. ist das nun gut oder schlecht????????? langsam kommen mir doch so meine zweifel. können sie mich bitte aufklären? soweit ist alles unauffällig. größe ca. 24 cm, gewicht 386 g, innenen organge alle unauffällig, magen: gefüllt, harnblase: gefüllt, Bauchdecke und rücken geschlossen. und was heißt die biometrie entspricht 21 0/7 SSW??? vielen dank. lg anja mit niclas-etienne


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

Beitrag melden

liebe Anja, Schwangerschaft entspricht 21 0/7 SSW könnte heißen, dass die Schwangerschaft eben der 21+0 SSW entspricht. Genau wird dieses der Untersucher sagen können. Was das Ergebnis einer solchen Untersuchung angeht, ist auch immer die Frage, welche Erfahrung/Qualifikation hat der Untersucher vor Ort und welchen persönlichen Eindruck hat er/sie? Zur Nierenbeckenerweiterung lässt sich folgendes sagen: bei einer solchen Auffälligkeit handelt es sich häufig um eine temporäre Erscheinung. Sprich, sie verschwindet nach einer gewissen Zeit wieder. Diese wird in aller Regel kurzfristig kontrolliert, wobei man sicher auch eine Fehlbildung im Bereich des Urogenitalsystems (Niere, Harnleiter, Blase)ausschliessen will. Dieses wird dann eben ein entsprechend erfahrener Pränataldidagnostiker(in) durchführen und wird hier schon deutlich mehr sagen können, ob hier ein Verdacht auf eine solche Störung vorliegt. Natürlich können auch schon mal chromosomale Ursachen für eine derartige Veränderung vorliegen: aber, wenn es bisher keinen Hinweis gab und auch sonst nichts darauf hindeutet, sollte die Frau sicher nicht beunruhigt sein oder sich über die mögliche Diagnostik informieren. Eine erhöhte Menge an Fruchtwasser (Polyhydramnion) läßt sich in 0,13 bis 3,2% aller Schwangerschaften nachweisen. Während in etwa zwei Drittel der Fälle kein genaue Ursache zu eruieren ist (= sog. idiopathische Polyhydramnie), finden sich im übrigen Drittel vorwiegend maternale (mütterliche) diabetische Stoffwechselveränderungen sowie fetale Fehlbildungen. Letztere betragen zwischen 7,9 % und 18 %. Aus diesen Gründen ist eine gezielte sonographische Fehlbildungsdiagnostik vor allem des gastrointestinalen (Magen-Darm-Trakt), zentralnervösen und muskuloskelettären Organsystems des Feten erforderlich, wenn eine bedeutende Erhöhung der Fruchtwassermenge vorliegt. Klinisch relevant wird ein Polyhydramnion bei Auftreten von Atembeschwerden und bei Nachweis einer vorzeitigen Wehentätigkeit. In diesem Zusammenhang ist natürlich wichtig, wenn hier gleich zwei Dinge in Zusammenhang auftreten, was man anders einstufen wird, als wenn sie isoliert auftreten. VB


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.