Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Chirurg. Verhütung

Frage: Chirurg. Verhütung

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Sehr geehrter Herr Dr. Bluni Meine Frau ist zum dritten mal Schwanger und sie möchte sich danach sterilisieren lassen. Natürlich könnte auch ich mich sterilisieren lassen, jedoch, was sie machen will ist nicht einfach eine Sterilisierung, sie redet davon dass man die Gebährorgane entfernen würde. Wir leben in Südamerika und sie hat Kolleginnen die das haben machen lassen. Sie sagt dies wäre auch vorteilhaft gegen Gebährmutterkrebs usw. (logische wenn keine Gebährmutter mehr da ist), sowie gegen ein ständiges Problem mit Ausfluss das meist die Vagina leicht entzündet und unser Sexualleben erschwert (deswegen ist sie schon viele Jahre in Behandlung und nichts hat geholfen). Nun, ich habe Bedenken. Zuerst einmal finde ich darüber keine Informationen im Web, ich weiss ja nicht mal wie man so einen Eingriff nennt. Unter Verhütung findet sich ausschliesslich die Sterilisation, bei der ja nur die Eileiter durchtrennt werden. Können Sie sagen ob das ein bekanntes Verfahren ist und vor allem was das für Auswirkungen hat auf den Organismus? Mit besten Grüssen, Thomas Hürlimann


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Thomas, das waere sicher ein heroische Verfahren, das ich - und sicher auch die Fachexperten hier - ganz eindeutig ablehnen wuerden. Wenn es um die Frage der Sterlisation geht, ist die Sterlisation des Mannes immer das einfachere Verfahren und es ist mindestens genau so sicher. Der Eingriff ist in einer lokalen Betaebung moeglich und der Betroffene kann nach kurzer Zeit heimgehen.Bei der Frau ist es der deutlich groessere Eingriff mit einer Vollnarkose und einer Bauchspiegelung, bei der die Eileiter an einer bestimmten Stelle verkocht oder geklippt werden. Eine prophylaktische Entfernung der Genitalorgane verbietet sich ganz einfach, weil es weder eine medizinische Indikation gibt - dann koennten wir ja alle Strukturen entfernen, die wir nicht unbeding benoetigen und in denen sich potentiell ein Krebs entwickeln kann - und die Folgen doch erheblich sein koennen. Im Uebrigen bietet der regelmaessige Abstrich bei der Frau eine hohe Sicherheit, hier fruehzeitig Veraenderungen am Gebaermutterhals zu erkennen. Was die Sterilisation angeht, so ist dazu noch folgendes auszufuehren: Es sollte klar sein, dass der Eingriff praktisch nicht rückgängig zu machen ist und dass es auch andere, sehr sichere Methoden der Verhütung gibt. Darüber hinaus zeigen große Studien, dass bei Personen, die sich unterhalb von 30 Jahren sterilisieren lassen, die "Bereuer-Quote", Jahre nach dem Eingriff, deutlich höher ist. Die Entscheidung sollte nach einem Gespräch mit dem Frauenarzt oder Frauenärztin gefällt werden. Am besten diese alles noch mal in Ruhe mit Frauenarzt oder Frauenärztin besprechen Auch ist die Sterilisation des Mannes, die einfacher, risikoärmer und billiger ist, eine andere Option neben diversen Langzeitverhütungsmethoden für die Frau. Vor diesem Eingriff bei der Frau sollte man also immer auch über 'Alternativen und die Möglichkeit eines so genannten "Poststerilisationssyndroms" aufgeklärt werden: Dieses beschreibt ein verändertes Zyklusgeschehen mit stärkeren und schmerzhaften Blutungen und selten auch dem vorzeitigen Eintritt von Beschwerden der Wechseljahre, was zum Teil auch erst nach Jahren auftreten kann. Im Übrigen ist die Sterilisation kaum sicherer, als manch andere Methode. 3. Sofern sich die Moeglichkeit bietet und Ihre Frau sich ueber den Eingriff im Klaren ist, waere es dann wohl sinnvoller, ihn im Rahmen eine Aufenthaltes in Deutschland durchfuehren zu lassen. VB


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