Mitglied inaktiv
hallo herr dr. bluni, können sie mir beantworten, wie gefährlich eine borelliose in der schwangerschaft bzw. eine nicht erkannte borelliose vor einer schwangerschaft ist. * wie gefährlich ist es für das ungeborene kind? * wurde eine borelliose bei der mutter nicht erkannt (das kind ist schon auf der welt) und nunmehr treten symptome (gelenkschmerzen etc.)auf, wie wahrscheinlich ist es, dass auch das kind davon betroffen ist? für eine schnelle antwort sind wir ihnen sehr dankbar
hallo, der letzte Teil Ihrer FRage ist rein hypothetisch und kann so nicht beantwortet werden. In dem Fall kann auch beim Kind ein Borrellientiter entnommen werden. Die Borreliose (Lyme Diesease) (Inkubationszeit 7 Tage bis mehrere Monate) zeigt sich häufig erst nach einer längeren Zeit mit unterschiedlich ausgeprägten neurologischen Symptomen oder Gelenkbeschwerden. Da die Erreger nicht immer übertragen werden, ist generell eine Therapie nur dann indiziert, wenn sich um den Einstich herum eine Rötung nachweisen lässt ringförmige Rötung = Erythema chronicum migrans), was den Verdacht auf eine Infektion lenkt. Eine Infektion des ungeborenen Kindes in der Schwangerschaft ist möglich. Über Schäden bei den Ungeborenen gibt es aber nur sehr wenige Berichte. Vorsorglich wird bei Nachweis dieser Infektion in der Schwangerschaft zur frühzeitigen Penicillintherapie geraten. Diese ist für das Kind sicher unbedenklich. Neben der Kontrolle der Bissstellte sollte laborchemisch etwa 3 Wochen nach Zeckenbiss bei der Schwangeren der Borrelientiter entnommen werden. Ist er negativ, würde man ihn ggf. nach weiteren 3 Wochen wiederholen. Frau Prof. Enders aus Stuttgart empfiehlt hier auch, dass man dann bei Geburt des Kindes aus dem Nabelschnurblut den Titer nochmals mitbestimmen lässt (allerdings ist dieses nur relevant, wenn der Biss mehr als 3 Wochen zurückliegt) VB
Mitglied inaktiv
vielen vielen dank für die schnelle antwort, sie hilft uns weiter. noch ein schöne wochenende lg