Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Bluni. Ich war im Dezember 2003 in der 14. Woche schwanger und hatte ab dem Zeitpunkt massive Blutungen. Ab da musste ich liegen, liegen, liegen. War in 3 verschiedenen Kliniken, mit immer der selben Diagnose „ Hämatom“. Unsere Tochter kam dann in der 32. Woche als Frühgeburt zur Welt, da die Wehenhämmer nicht mehr greifen wollten und sich die Ärzte um mein Leben Sorgen machten. Nun bin ich in der 7. Woche schwanger und wieder ist an der Hinterwand ein Hämatom zu sehen. Hatte auch schon wieder leichte Schmierblutungen. Mein FA rät mir ASS 100 zu nehmen. Ich habe mich über verschiedene Seiten im Netz durchgelesen und bin mir jetzt nicht mehr sicher, ob ich es nehmen soll oder nicht. Hätte gerne mal ihre Meinung dazu gelesen. Gibt es gegen solch Hämatome vielleicht andere Mittel wie man es „bekämpfen“ kann? Bei meinen anderen 3 Schwangerschaften hatte ich solche Probleme nicht. An was liegt es nur? Grüße aus Franken Jacqueline
liebe Jacqueline, 1. bei der Betreuung von Patienten mit einer vor der 32. SSW aufgetretenen Wachstumsretatdierung oder Präeklampsie in der Vorgeschichte wird bei Fehlen einer zugrunde liegenden Erkrankung (Hypertonie, Nierenerkrankung, Diabetes) die prophylaktische Gabe von Acetylsalicylsäure (ASS, 100 mg einmal täglich abends) von einigen Fachvertretern empfohlen. Eine auftretende Blutung ist meines Wissens nicht unbedingt eine Indikation. Bitte sprechen Sie sich aus diesem Grund zur Indikation mit Ihrem behandelnden Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin ab. 2. die Vorgeschichte stellt sicher ein erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten vorzeitiger Wehen inklusive der Frühgeburtlichkeit dar, wobei man dieses zahlenmäßig nicht allgemein gültig benennen kann. Wichtig bei einer Folgeschwangerschaft ist sicher neben der ausreichenden Aufklärung und Information durch den behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin auch das Gespräch über mögliche und sinnvolle Präventivmaßnahmen & Diagnostik: Dazu gehören die Ausschaltung von Risikofaktoren wie Rauchen; Ausschluss bakterieller Besiedlungen der Scheide, ph-Wert-Kontrollen, die prophylaktische Einnahme von Magnesium und der frühzeitige Ausschluss einer vorzeitigen Wehentätigkeit und eine Verkürzung des Gebärmutterhalses gemessen im vaginalen Ultraschall. 3. auch wenn eine solche Blutung ein Warnzeichen ist und ein Hinweis für Fehlgeburtsbestrebungen, wird eine solche Blutung nicht zwangsläufig in einer Fehlgeburt enden. Die Ursache ist nicht immer eindeutig. Es können hormonelle Gründe oder plötzliche Blutungen zwischen der Eihaut und der Gebärmutter die Ursache sein. Es kann aber auch nur vom Muttermund her bluten. Andererseits gibt es kindliche Ursachen, wie eine nicht reguläre Entwicklung auf Grund genetischer Störungen, die dann häufig in einer Fehlgeburt enden können. Bei auftretenden Blutungen wird der behandelnde Frauenarzt oder Frauenärztin den Befund kontrollieren und sofern hierbei keine Besonderheiten nachweisbar sind, die Schwangerschaft vital ist, wird bei Blutungen in der frühen Schwangerschaft bis etwa zum Ende des vierten Monats der Frau empfohlen, sich zu körperlich zu schonen, auf Sport und Verkehr zu verzichten und ggf. prophylaktisch Magnesium einzunehmen. Für die Effektivität eines Gelbkörperhormons in dieser Situation gibt es bis heute keine ausreichend gesicherten Daten. VB