Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

blutgruppeninkompatibiliät und amniocentese

Frage: blutgruppeninkompatibiliät und amniocentese

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hallo ! wir haben aufgrund eines auffälligen us-befundes in der 20.ssw eine amniocentese durchführen lassen. us befund ist eine sua, plexus choroideus cyste und eine raumforderung im leberbereich. fish-test war neg. und auch die anderen genetischen befunde liegen nun vor: allesamt unauffällig. ich bin rh neg und der erste ak-suchtest war negativ (schwangerschaftsbeginn), es ist die 3. ss. frage: wurde bei der amniocentese auch nach einer blutgruppeninkompatibiliät gesucht, sofern sie irgendwie ins vorliegende "krankheitsbild" passt ? das fruchtwasser wwar auch blutig. was genau beinhaltet die fu- standart-diagnostik von den genetischen komponenten mal abgesehen ? danke für eine meinung, gruss cosma


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Cosma, danach wird nicht gesucht, sofern es keinen Anhalt für eine solche Inkompatibilität gibt. Die Amniozentese (Fruchtwasserpunktion)wird allgemein zwischen der 15. und 16. Woche nach dem ersten Tag der letzten Menstruation der Frau durchgeführt. In speziellen Fällen kann ein späterer Untersuchungstermin in Erwägung gezogen werden. Im allgemeinen besteht für die Amniozentese ein Fehlgeburtsrisiko von ca. 1%. Mögliche Komplikationen können aus einem Fruchtwasserverlust durch den unvollständigen Verschluss der Eihäute nach dem Entfernen der Punktionsnadel entstehen. Dies kann zu Wehen führen, welche unter bestimmten Umständen nicht beherrschbar sind. Kleinere Blutungen sind sehr selten und Infektionen sind aufgrund der optimalen hygienischen Bedingungen sehr selten. Durch die Beurteilung der Chromosomen auf Struktur und Anzahl können Abnormalitäten ermittelt werden. Ein Beispiel für eine numerische Chromosomenveränderung (also in der Anzahl) ist das Down-Syndrom. Man kann neben der Genetik familiäre Stoffwechselstörungen oder kindliche Infektionen ausschließen. Im Rahmen der Genetik wird nach den Trisomien 21,13,18, Monosomien, dem Turner-Syndrom und einigen anderen chromosomalen Störungen geschaut. Die Mehrzahl der Neuralrohrdefekte, welche mit einer AFP (Alpha-feto-protein)-Erhöhung vergesellschaftet sind, können mit Hilfe der Amniozentese erkannt werden. Bei gegebener Indikation können spezielle Untersuchungen auf genetische Erkrankungen oder Enzymdefekte durchgeführt werden. Eine Garantie für ein Kind ohne eine genetische Erkrankung kann keine Methode der Pränataldiagnostik geben. Pränatale Diagnostik wird zur Identifizierung diagnostizierbarer Probleme unter klarer Indikation angewendet VB


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