Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Bin total verunsichert!

Frage: Bin total verunsichert!

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Hallo, wäre für Ihre Einschätzung sehr dankbar. Vorab: Mein erstes Kind kam nach einem vorz. Blasensprung in der 35SSW zur Welt. Nun bin ich wieder in der 32SSW und wurde jetzt so verunsichert, dass ich eigentlich alles aufgeben würde. In der 26SSW hieß es, dass der Muttermund klafft; innerer sei verschlossen. Ich solle das Magnesium erhöhen und mich schonen. In der 28SSW hatte sich der Befund nicht verschlechtert (äußerer Muttermund klafft; innerer sei verschlossen; Gebärmutterhals 3,8cm). Bekam zur Sicherheit auf drei aufeinanderfolgenden Tagen die Lungenreifungsspritze. Dann Ende der 31SSW hieß es nun, es hätte sich in Richtung Geburt viel getan. Äußerer Muttermund klafft gewaltig; innerer verschlossen; Gebärmutterhals 3,8cm. CTG wäre i. O. und ich spüre keine Wehen. Aber ich sollte ab sofort Partusisten und Beta-Blocker nehmen und nur noch liegen. Ich verstehe jetzt die Welt nicht mehr. Gebärmutterhals hat sich ja eigentlich nicht verändert und ich hatte in meiner ersten SS auch keine vorz. Wehen. Ich kann damit gar nichts anfangen. Ist die Situation wirklich so bedrohlich? Soll nun nächste Woche wieder die Lungenreifungsspritze bekommen. Warum können vorz. Wehen auftreten? Durch was werden die ausgelöst. Bin wirklich am Nullpunkt angelangt und kann gar nicht mehr positiv denken. Für eine ehrliche Antwort wäre ich sehr dankbar. LG Susi


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Susi, 1. die Vorgeschichte stellt sicher ein erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten vorzeitiger Wehen inklusive der Frühgeburtlichkeit dar, wobei man dieses zahlenmäßig nicht allgemein gültig benennen kann. Wichtig bei einer Folgeschwangerschaft ist sicher neben der ausreichenden Aufklärung und Information durch den behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin auch das Gespräch über mögliche und sinnvolle Präventivmaßnahmen & Diagnostik: Dazu gehören die Ausschaltung von Risikofaktoren wie Rauchen; Ausschluss bakterieller Besiedlungen der Scheide, ph-Wert-Kontrollen, die prophylaktische Einnahme von Magnesium und der frühzeitige Ausschluss einer vorzeitigen Wehentätigkeit und eine Verkürzung des Gebärmutterhalses gemessen im vaginalen Ultraschall. 2.Risikokfaktoren sind ein besonders junges oder höheres Alter der Mutter, eine Vorgeschichte mit vorzeitigem Blasensprung oder Frühgeburt, Rauchen,schlechte ERnährung, Entzünungen im Bereich der Scheide, Allgemeinerkrankungen der Mutter; genetische Erkrankungen des Kindes, Herzerkrankungen oder ander Anomlien beim Kind, Gebärmutteranomalien, u.a. 3. sofern es keine Hinweiszeichen für Frühgeburtsbestrebungen gibt, mag man sicher in Frage stellen, inwieweit eine körperliche Ruhigstellung oder gar orale Verabreichung von Wehenhemmern denn wissenschaftlich bewiesen (evidence based) ratsam erscheint. Dieses kann und sollte aber immer nur individuell vor Ort mit der Klinik besprochen werden.


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