Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Bluni, ich bin im Moment in der 37. Schwangerschaftswoche. Mein Kind hat sich noch nicht gedreht, so dass es sich in der Beckenendlage befindet. Nun bin ich etwas verunsichert: Meine Hebamme kam in letzter Zeit regelmäßig, um die Moxha mit mir zu machen - ohne Erfolg. Sie empfiehlt mir nun, das Kind von außen in der Klinik manuell drehen zu lassen (unter OP-Bereitschaft). Mein Frauenarzt hingegen hält davon gar nichts. Er meint, dass ein Kaiserschnitt zu machen ist, wenn sich das Kind nicht mehr dreht. Seiner Meinung nach wird es einen Grund haben, warum sich das Kind nicht selbst gedreht habe. Nun meine Frage: gibt es Risiken, wenn ein Kind manuell von außen gedreht wird? Kann dem Kind etwas passieren? Haben Sie Erfahrungen in diesem Bereich und eine Empfehlung für mich? Ich habe gehört, dass sich die Kinder manchmal nicht drehen können, da die Nabelschnur im Wege ist. Könnte in diesem Falle das Kind verletzt werden, wenn es manuell gedreht würde? Herzlichen Dank für Ihre Antwort. Viele Grüße Franzi
liebe Franzi, wenn die Kinder sich bis zur 33. SSW nicht gedreht haben und hier auch schon dauerhaft in BEL liegen, dann sinken die Chancen auf eine spontane Wendung auf ca 10%. Vorher zu spekulieren über das wenn und aber, ist sicher nicht sinnvoll. Bleibt das Kind dennoch in BEL liegen, dann sollte man mit den Eltern ab der 34./35. SSW über die Konsequenzen, Möglichkeiten und Entbindungsmodus sprechen. Ab der 36. SSW sind die Chancen auf eine spontane Wendung sicher nur noch minimal. Ggf. kann man mit der Entbindungsklinik über eine äußere Wendung sprechen, diese wird jedoch nicht überall durchgeführt, ebenso wie eine Spontanentbindung aus BEL. Wo es in Ihrer Nähe eine solche Klinik gibt, sollte der FA Ihnen sagen können. Ansonsten kann man mit der Moxibustion (chinesische Heilkräuterzigarren) versuchen, das Kind zur Wendung zu bringen, oder auch mit der indischen Brücke; einer bestimmten Körperhaltung, mit der es in einigen Fällen klappt, das Kind zur Wendung zur bringen. Hier noch einige Anmerkungen zur äußeren Wendung, eine Frage, die von allgemeinem Interesse sein dürfte. Es gibt viele renommierte Vertreter (unter Ihnen der bekannte Prof. Saling in Berlin) , die die Wendung aus Beckenendlage befürworten; Sie finden aber mindestens genauso viele, die wegen möglicher Komplikationen diese Methode ablehnen. Wenn sie in einer Klinik durchgeführt wird, wo man damit Erfahrung hat, wo das Ganze dann in Kaiserschnittbereitschaft geschieht, kann man den Versuch sicherlich vertreten. Nicht alle Kliniken verabreichen der Schwangeren gleichzeitig wehenhemmende Mittel, das ist von Klinik zu Klinik verschieden. Man sollte die Schwangeren/das Paar aber ganz klar über die Erfolgsaussichten informieren, ihnen die Risiken erläutern (vorzeitige Lösung des Mutterkuchens, Blutungen, vorzeitige Wehen, akute Zustandsverschlechterung des Kindes, was einen Notkaiserschnitt notwendig machen kann, intrauteriner Fruchttod) Diese Komplikationen sind zum Glück selten, aber sie können vorkommen. Darüber hinaus kann man aus medizinischen Gründen nicht jedes sich in BEL befindende Kind wenden. Sollte die Schwangere sich über die -Erfolgsaussichten einer äußeren Wendung und den damit verbundenen Restrisiken im Klaren sein und ist ihr eine Spontanentbindung sehr wichtig, so sollte sie über einen derartigenn Wendungsversuch nachdenken. Sie sollte aber vorher noch mal ein intensives Gespräch mit der Klinik über das Vorgehen führen. VB
Mitglied inaktiv
Wie wäre es denn mit der Alternative Spontangeburt? BEL ist doch nicht zwingend ein Grund zum Kaiserschnitt!
Mitglied inaktiv
Hallo Franzi, meine Tochter lag auch in BEL. Aufgrund ihrer Größe (sie war sehr zart und leicht) durfte ich diese Übungen wie Indische Brücke und so nicht machen. Es hat wohl tatsächlich einen Grund, warum die Babys in BEL liegen bleiben (viele Menschen haben mir das bestätigt; warum weiß man aber leider nicht). Ich wollte unbedingt spontan entbinden und habe mich somit auch mit dem Gedanken an eine äußere Wendung befasst. Das Risiko war mir dann aber zu groß. Die Nabelschnur kann dabei um den Hals des Babys rutschen, deswegen auch die OP-Bereitschaft. Außerdem stehen die Chancen nur 50:50. Ein Kaiserschnitt ist zwar nicht das gelbe vom Ei, aber das geht auch rum. Meine Tochter und ich haben das wunderbar überstanden :-) Von der Spontangeburt aus BEL kann ich Dir nur abraten. Das ist zu riskant. Da kann so viel passieren. Sauerstoffmangel und und und... Viele Grüße Sandra N.