Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Antiphospholipidsyndrom??

Frage: Antiphospholipidsyndrom??

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Guten Tag Hr. Dr. Bluni, ich hatte in den letzten Monaten eine Fehlgeburt in der 6. Wo und zweimal wieder sofortiger Abgang (HCG am 10. Tag 12 und dann am 11. Tag nach ES wieder nur HCG 5). Daraufhin wurde mir Blut genommen um evtl. Gründe abzuklären. Mein Arzt hat mir mitgeteilt, das Anti-Cartil.-Antikörper nachgewiesen worden sind und ich soll wenn ich wieder schwanger bin. ASS 50 mg pro Tag nehmen. Was bedeutet das??? Bin sehr verunsichert.. Warum merkt man sonst nichts von diesen Antikörpern? Ich habe bereits einen Sohn mit einem Jahr, bei ihm war alles okay. Warum ist das Problem erst jetzt aufgetretetn? LG


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Sonny, es ist sicher richtig, dass man bei gehäuften Fehlgeburten oder dem Auftreten von Totgeburten auch Gerinnungsstörungen ausschließen sollte, die hier häufig nicht symptomatisch sind und erst mit speziellen Untersuchungen erkannt werden können. Einer dieser Gerinnungsstörungen wäre das so genannte Anti-Phospholipid-Syndrom. Das Antiphospholipidsyndrom wurde erstmals 1983 beschrieben und wird als eine thrombotische Veränderungen fördernde Erkrankung bezeichnet, die mit der Bildung von Gruppen spezieller Antikörper einhergeht. Es handelt sich um unübliche, sogenannte Auto-Antikörper, also gegen Faktoren im eigenen Körper gerichtet. Die irregulären Antikörper werden bei ca 2% der Frauen gefunden. Aber nicht alle werden die unten genannten Probleme haben. Die hauptsächlichen klinischen Manifestationen sind Thrombose sowohl venös als auch arteriell (in Gehirn, Nieren und Herz), verminderte Thrombozyten (Blutplättchen), Herzklappenfehler, und besonders wiederholte Fehlgeburten. Die Fehlgeburten treten vornehmlich im 2. Trimester auf. Bei vielen Frauen gehen 6 und mehr Fehlgeburten voraus, bevor die Diagnose gestellt wird. Die veröffentlichten Daten sprechen von 7-25% der Patienten mit wiederholten Fehlgeburten. Neben Den wiederholten Fehlgeburten zeigen sich vermehrt schwangerschaftsspezifische Erkrankungen wie die Pre-Eklampsie, minderwüchsige Kinder, arterielle und venöse Thrombosen in der Schwangerschaft. Die präventiven Maßnahmen, die sich in Studien als sehr wirkungsvoll erwiesen haben, sind die Gabe von Blutverdünnern wie Acetysalicylsäure (ASS) oder das Spritzen von Heparin. VB


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