Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

antidepressiva-sorry lang!!!

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Frage: antidepressiva-sorry lang!!!

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hallo herr dr. bluni. bin während der einnahme von antidepressiva schwanger geworden. hab es dann abgesetzt, dem baby zu liebe. allerdings muß ich jetzt wieder anfangen, denn meine panikattacken sind zurück - auslöser: der plötzliche tod meines jüngeren bruders im januar. es ging mal eine zeit gut ohne, aber mittlerweile nicht mehr wirklich. baby geht es bestens: 30. ssw. - 1500 gramm - keinerlei organischen fehlbildungen (das wurde untersucht). nehme anafranil 25 mg jeden zweiten tag. was soll ich denn jetzt tun? stillen oder nicht? es gibt nämlich keine untersuchungsergebnisse dazu. danke katja


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Katja, bei Vorliegen von Depressionen sollte sollte die Frau sich sich in jedem Fall hier mit dem behandelnden Neurologen absprechen, denn im Falle einer behandlungsbedürftigen Depression sollte die Therapie während der Schwangerschaft fortgesetzt werden und die Frau sollte sich hier auch mit dem Neurologen über mögliche Verlaufskontrollen absprechen. Dieses gilt auch die Zeit nach der Geburt! Zur medikamentösen Behandlung der Depression in der Schwangerschaft kann man folgendes ausführen: Es können eine Reihe von Substanzen eingesetzt werden. Jedoch sollte die medikamentöse Behandlung zeitlich begrenzt werden, um teratogene und toxische Effekte zu vermeiden. Wenn möglich, sollten aber Antidepressiva in der Schwangerschaft und besonders im ersten Trimenon, also während der Organentwicklung, nur bei schweren Erkrankungen verordnet werden. Besonders empfehlenswert sind die nebenwirkungsärmeren Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (Citalopram, Fluvoxamin, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin). Die sogenannten MAO-Hemmer sind nach wie vor kontraindiziert. Was Neuroleptika anbelangt, so dürfen Butyrophenone während der Schwangerschaft verabreicht werden, ebenso sind Phenothiazine kaum teratogen. Bei Benzodiazepinen besteht eine relative Kontraindikation. Schlafmittel und Tranquilizer vom Benzodiazepin-Typ sollten während des ersten Trimenons gemieden werden und sollten zwei bis drei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin nicht mehr verabreicht werden. Generell sollten in der Schwangerschaft nur bewährte und gut untersuchte Substanzen zur Behandlung der Depression eingesetzt werden. Dieses sollte dann mit dem behandelnden Arzt vor Ort besprochen werden. In der Stillzeit wäre hier sicher abzuwägen, wobei man auf eine notwendige Therapie nicht verzichten sollte. VB


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