Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Dr. Bluni Ich bin jetzt in der 20. Schwangerschaftswoche und habe vor genau 3 Wochen den Triple Test durchführen lassen. Bei diesem ist rausgekommen das ich einen erhöhten Wert des Alphafetoproteinwertes habe. Er liegt bei 2,5 Mom. Ich glaube 2,0 ist normal oder? Natürlich mache ich mir jetzt Sorgen. Über spina bifida und andere Erkrankungen hört man ja genug... Ich muß allerdings sagen, dass meine Frauenärztin schon mehrmals gesagt hat, dass sie glaubt, dass das Kind schon 1 Woche weiter ist als der berechnete Termin. Meine Menstruation kam immer sehr unregelmäßig. Kann der erhöhte Wert auch damit zusammenhängen? Wie groß ist für mich die Gefahr ein behindertes Kind zur Welt zu bringen? Ich bin 23 Jahre alt und habe vor Beginn der Schwangerschaft 65 kg bei 1.74m gewogen. Bis jetzt habe ich nur leicht zugenommen. Vielen Dank für eine schnelle Antwort Viele Grüße Jule
hallo Jule, 1. ja, ja der "gute und noch von so vielen geliebte Triple-Test": es ist genau die Situation, die ihn so beliebt und sinnvoll macht. Also zu den Abweichungen kann ich keine Stellung beziehen, das muss das entsprechende Laboratorium und auch der durchführende Arzt,denn die Durchführung setzt auch eine entsprechende Beratutung über mögliche Ergebnisse und Konsequenzen, wie eine Fruchtwasserpunktion oder eine weiterführende, bildgebende Diagnostik voraus! Und hierzu zählt auch, dass man die Frau vorher davon in Kenntnis setzt,dass dieser Test eine ca 10%ige FAlschpositiven-Rate hat. Das bedeutet, dass in bis zu 10% der Test auffällig ist, das Kind aber klinisch gesund ist. Eine Wiederholung ist eigentlich nicht üblich. Bei etwaigen Auffälligkeiten würde man dann eher zu einer weiterführenden Diagnostik raten. Unter dem Stichwort Triple-Test, Ersttrimesterscreening und Pränataldiagnostik können Sie hierzu reichlich Ausführungen finden. 2.die Bestimmung des Alpha-Fetoproteins im Rahmen der Pränataldiagnostik mit konsekutiver Risikoberatung bezüglich des Vorliegens einer Neuralrohrfehlbildung ist eine Leistung, die zu einer vorher durchgeführten Aufklärung verpflichtet. Durch Bestimmung des AFP (=Alpha-Feto-Protein) im mütterlichen Blut lässt sich bei erhöhten Werten ein Hinweis auf Neuralrohr-Missbildungen (Spina bifida, "offener Rücken") beim Kind ableiten. Da der Wert im mütterlichen Blut durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird, bedeutet ein erhöhter Wert keinesfalls, dass eine Missbildung vorliegt. Hier kann die Bestimmung des Alpa-fetoproteins per Fruchtwasserpunktion Klarheit bringen und das Kind zudem mittels Ultraschall genau auf Organmissbildungen untersucht werden. Diese sollte dann durch einen dafür entsprechend qualifizierten Untersucher(in) erfolgen. Eine wiederholte Messung ist meines Wissens wenig sinnvoll oder hilfreich! Deutlich erniedrigte Werte werden hingegen mit Erbgutschäden in Verbindung gebracht. Sie könen aber auch auf Grund eines falsch eingeschätzten Schwangerschaftsalters (tatsächlich jünger als ursprünglich gedacht) zu Stande kommen. Der Wert selbst ist abhängig von der Schwangerschaftswoche, dem Gewicht der Schwangeren, und der Frage ob Einlings-oder Mehrlingsschwangerschaft. 3. bei auffälligem AFP-Wert kann es hier zunächst sinnvoll sein, per differenziertem Ultraschall in einer entsprechend erfahrenen Einrichtung eine Neuralrohrfehlbildung auszuschließen. VB