Mitglied inaktiv
Guten Tag Dr. Bluni! Ich wollte sie fragen was in der SS wirklich absolut gemieden werden muss bei der Ernährung. Das Internet macht mich langsam irre. Mensch nee, überall steht was anderes. Und vor allem darf man ja fast garnix essen mehr scheint mir. Is doch früher auch alles gut gegangen, als unsere Eltern Kinder bekamen. Die haben doch so gut wie garkeine Aufklärung hinsichtlich der Ernährung gehabt. Und wir sind alle gesund. Meine 2. Frage wäre..., es gibt zwar keinen Grund aber ich steigere mich derzeit wie verrückt in das Thema Fehlgeburt rein. Stimmt es das nur ein viertel aller SS glücklich enden. Das würde ja heissen das 75 Prozent in FG enden. So stehts im Netz in meinen Büchern usw.! Und die meisten FG sollen wohl in der 8.-10.Woche stattfinden. Ich habe grosse Angst und bitte belächeln sie dies nicht. ich wache nachts ständig auf und denke an diese Horrorzahlen. Könne sie mir ein paar statstische Zahlen nennen die sie kennen? Und kann das wirklich jedem passieren? Vielen Dank!!!! :-)
liebe Sandra, 1. leider bedeutet nicht nur das Medium Internet auch eine Art "information overload". Es wird wahnsinnig viel veröffentlicht und geschrieben, ohne das der/die Unbedarfte nachvollziehen kann, ob dieses geprüft ist. Und es mutieren etliche zu selbsternannten Expertinnen und Experten, die mehr Unheil anrichten, als Sicherheit verschaffen. Und getrost dem Motto "only bad news are good news" wird hier nicht nur für die Schwangere "vorgesorgt". Und so erreichen einige Aufklärungen oder Informationen manchmal eher das Gegenteil dessen, was damit beabsichtigt war. Hier sollte sich die Frau schon an die Informationen der "wahren Experten" halten. 2. bezüglich der Frage, worauf beim Genuss bestimmter Lebensmittel in der Schwangerschaft geachtet werden sollte, ist folgendes anzumerken: Im Prinzip kann die schwangere Frau ihren Lebens- und Essgewohnheiten mit gewissen Einschränkungen nachgehen. So wird empfohlen, auf den Genuss bestimmter Lebensmittel zu verzichten, um ein etwaiges Risiko, wie z.B. eine Keimbelastung, zu vermeiden, da sich diese negativ auf das Ungeborene auswirken könnte. Verzichten sollten Sie in der Schwangerschaft z.B. auf: Rohmilchkäse & Rohmilchprodukte wegen einer möglichen Keimbelastung mit Listerien. Diese Bakterien können die Listeriose verursachen. Alle Rohmilch-Käsesorten -aber ganz besonders die Sorten, die während der Herstellung nicht einer Hitzebehandlung unterzogen werden, sind potentielle Listerien-Träger. Der hier oft nachgefragte Mozarella aus Rohmilch gehört danach auch zu diesen Käsesorten. Unter den entsprechenden Stichworten ist über unsere Suchfunktion schon einiges an weiterführenden Informationen zu finden. Ansonsten sind noch Leberwurst und Leber zu nennen. Diese sind nicht unbedingt empfehlenswert wegen des hohen Vitamin-A-Anteils und der Belastung mit Schwermetallen. Näheres hierzu auch unter dem entsprechenden Stichwort in der Suchfunktion. Wichtig im Hinblick auf die immer wieder genannte Salami ist, dass das Restrisiko einer Keimbelastung sehr gering ist, diese in diesen seltenen Fällen für die Schwangere eine besondere Bedeutung haben und es deshalb letztlich die Frau selbst entscheiden sollte, wie sie mit diesem Restrisiko umgeht. Mir ist bekannt, dass der Verzicht auf den Genuss von Salami seitens einiger Einrichtungen und Publikationen immer wieder empfohlen wird. Persönlich verweise ich hier auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes, das hierzu sagt: "Sicher sind auch alle gepökelten Rohdauerwaren, z.B. Rohschinken und Salami." Nachzulesen unter http://www.rki.de/cln_006/nn_225576/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Mbl__Toxoplasmose.html 3. es ist ein nicht ungewöhnlicher Vorgang, daß manche Frauen erst ein oder zwei Fehlgeburten haben oder zwischendurch eine Schwangerschaft austragen, bevor eine sich dann (wieder) ein intakte Schwangerschaft entwickelt. Die Wahrscheinlichkeit eines positiven Verlaufes nach einer Fehlgeburt liegt aber bei etwa 85-90%! Nach der vollendeten 6. SSW ist das Fehlgeburtsrisiko so in etwa bei 12% und nach der vollendeten 12. SSW nur noch bei etwa 4%. Es ist richtig, dass ein recht hoher ANteil der sehr frühen Schwangerschaften als Fehlgeburt endet. Dieses dann aber auch meist in einem Stadium, wo die Schwangerschaft als solche noch gar nicht nachgewiesen wurde. Bei unauffälligem Verlauf der Schwangerschaft kann die Frau deshalb beruhigt sein und sollte bei etwaigen Ängsten mit ihrem behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin zu sprechen, der/die ihr diese dann sicher nehmen kann. VB