Mama3411
Guten Morgen Herr Dr.med.Paulus.
Ich bin aktuell in der 25SSW.
Leider leide ich seit Jahren unter chronischer Nesselsucht mit häufigen Gesichtsschwellungen.Symtome habe ich trotz Medikamenten und Histaminarmer Ernährung in der Regel täglich.Ursache=Unklar
Ich nehme 4×täglich Deslortadin 5mg (jeden Tag) und bekomme seit 3Monaten alle 2Wochen Xolair 150mg.
Meine Frage wäre ist es unter diesen Medikamenten möglich zu stillen?
In der Hautklinik wurde gesagt,da es schließlich die gleichen Medikamente sind die ich auch jetzt Regelmäßig nehme und daher sollte das auch beim stillen kein Problem sein.
Allerdings mit der Empfehlung vielleicht lieber nur 2-3Monate zu stillen.
Können Sie mir weiterhelfen?Meine Frauenärztin kann dazu nichts sagen und bei der Stillberatung waren sie sich nicht sicher.
Ich würde wirklich gern stillen,wenn es unbedenklich/möglich ist.
Wäre die Aufteilung auf morgens 2Tabletten und dann einmal abpumpen und Abends das gleiche besser als alle 6Stunden eine Tablette?
Ich hoffe sie können mir weiterhelfen.
Danke...
Errechneter Entbindungstermin:
15-03-2026
Medikamente:
Xolair 150mg alle 14Tage und 4xtäglich Deslortadin
Einnahmezeitraum (seit wann) und Dosis:
Seit 2021 Deslortadin seit 3Monaten Xolair 150mg
Bei Desloratadin handelt es sich um einen Metaboliten des länger bekannten Antihistaminikums Loratadin. Aufgrund der zu erwartenden niedrigen Milchspiegel ist es unwahrscheinlich, dass die Anwendung von Desloratadin durch die Mutter einen gestillten Säugling beeinflusst. Der Übergang von Loratadin auf den Säugling beträgt weniger als 1% an wirksamer Substanz, so dass die Anwendung in der Stillzeit vertretbar ist. Da Desloratadin eine lange Halbwertszeit von 27 Stunden besitzt, können Sie den Wirkstoffspiegel in der Muttermilch durch Variation des Intervalls zwischen Einnahme und Stillmahlzeit wenig beeinflussen. Bei Omalizumab handelt es sich um ein großes Eiweißmolekül (monoklonaler Antikörper) mit einem Molekulargewicht von 145.058. Daher kann man von einem geringen Übergang in die Muttermilch ausgehen. Da solche Eiweißmoleküle im Magen-Darm-Trakt zerstört werden, ist nicht mit einer umfangreichen Aufnahme des Wirkstoffes in den kindlichen Organismus zu rechnen. Ein herstellerbasiertes Omalizumab-Schwangerschaftsregister erfasst schwangere und stillende Mütter seit mehreren Jahren. 154 von 230 Neugeborenen wurden unter mütterlicher Therapie mit Omalizumab gestillt. Weitere 32 wurden gestillt, ohne dem Medikament in der Milch ausgesetzt zu sein, und 44 wurden nicht gestillt. Zwischen den drei Säuglingsgruppen wurden keine Unterschiede bezüglich schwerwiegender unerwünschter Ereignisse festgestellt. Infektionen traten in allen Gruppen mit ähnlicher Häufigkeit auf (Lopez Leon et al 2019).