Maria_H
Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ist die Anwendung einer milden Dosis Pergoveris (37,5 bis 50 Einheiten) mit dem Stillen vereinbar? Mein 15 Monate altes Kleinkind isst teilweise Bei- bzw. Familienkost und wird teilweise noch gestillt. Viele Grüße, Maria
Bei Orgalutran handelt es sich um den Gonadotropin-Releasing-Hormon-Antagonisten Ganirelix, bei Pergoveris um FSH/LH zur Stimulation der Follikelreifung. Da es sich bei LH und FSH um Hormone handelt, die grundsätzlich im normalen Zyklus auch vorkommen, sind keine gravierenden Effekte auf ein teilweise gestilltes Kind zu erwarten. Es ist nicht bekannt, ob Ganirelix in die Muttermilch ausgeschieden wird. Daher wird von einer Anwendung in der Stillzeit abgeraten (Fachinfo Orgalutran 2021). Andererseits muss man diese synthetischen Peptide im Rahmen der Behandlung spritzen, weil sie im Magen-Darm-Trakt zersetzt würden. Sollte daher et-was Wirkstoff über die Muttermilch beim gestillten Kind ankommen, dürfte es weitgehend im Magen-Darm-Trakt des Kindes zersetzt werden. Die GnRH-Antagonisten haben relativ lange Halbwertszeiten (Ganirelix 13 Stunden, Cetrorelix 12- 30 Stunden), so dass sie im Organismus relativ lange verfügbar sind.
Maria_H
PS: Ich habe mich in der Dosis vertan: Es wären 75 Einheiten Pergoveris täglich. Ausserdem habe ich noch eine weitere Frage zur Stillverträglichkeit: Wäre auch Orgalutran mit dem Stillen vereinbar? Viele Grüße nochmals, Maria