Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Medikamente in der Stillzeit

Frage: Medikamente in der Stillzeit

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Wegen anhaltender Übelkeit auch nach der Schwangerschaft nehme ich Ranitidin 300 1x1 Tabl. tägl., doch es wird eher schlimmer (Übelkeit, Sodbrennen, saures Erbrechen, Magenschmerzen). Muss ich das Stillen abbrechen oder gibt es andere Medikamente, die ich dennoch einnehmen kann? Nexium hat in der Schwangerschaft gut geholfen, Omeprazol wäre auch toll, was ist mit Iberogast oder MCP.MfG,Y.F.


Dr. Wolfgang Paulus

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Famotidin geht in geringerem Umfang in die Muttermilch über als die älteren H2-Blocker Cimetidin und Ranitidin (Courtney 1988). Die American Academy of Pediatrics betrachtet auch den älteren H2-Blocker Cimetidin als vertretbar in der Stillzeit (Committee on Drugs 1994). Allerdings sollten die neueren Wirkstoffe Famotidin, Nizatidin und Roxatidin wegen geringerer Konzentration in der Muttermilch gegenüber Cimetidin und Ranitidin bevorzugt werden (Anderson 1991). Für die Protonenpumpenhemmer Omeprazol und Pantoprazol liegen inzwischen in begrenztem Umfang Daten zum Übergang in die Muttermilch vor. Eine Kasuistik beschreibt die komplikationslose Anwendung von Omeprazol in der Stillzeit (20 mg/d über drei Monate). Die Spitzenkonzentration in der Muttermilch betrug weniger als 7% der maximalen Konzentration im mütterlichen Serum. Allerdings lässt sich aus dieser Einzelbeobachtung noch keine allgemeine Aussage zur Sicherheit von Omeprazol in der Stillzeit ableiten (Marshall et al 1998). Nach Einnahme von 40 mg Pantoprazol fand sich bei Kontrolle über 24 Stunden nur ein geringer Übergang in die Muttermilch (Milch/Plasma-Quotient 0,022). Der Säugling nimmt darunter maximal 0,14% einer Erwachsenendosis auf. Komplikationen wurden in diesem publizierten Einzelfall nicht beobachtet (Plante et al 2004). Metoclopramid kann die Milchmenge steigern (Guzman et al 1979, Kauppila et al 1981, Budd et al 1993). Allerdings geht es auch in die Muttermilch über und ruft messbare Medikamentenspiegel beim Säugling hervor (Kauppila et al 1983). Die Dosis über die Muttermilch ist zwar relativ gering, doch kann diese Exposition beim Säugling zu einer Erhöhung des Prolaktinspiegels führen (Kauppila et al 1983). Untersuchungen zu den Effekten einer Langzeitexposition des Säuglings über die Muttermilch liegen nicht vor. Sie können durchaus weiterhin stillen, sollten aber auf der Grundlage der obigen Informationen das weitere Vorgehen mit Ihren betreuenden Ärzten besprechen.


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