Frage im Expertenforum Kinderzahngesundheit an Dr. med. dent. Jacqueline Esch:

Zähne...

Frage: Zähne...

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Hallo, bei meiner Tochter(gerade 5 Jahre) hat einer der neuen Backenzähne eine Schmelzstörung (Zahn ist gelb und hügelig), wurde auch gleich beim Zahnarzt versiegelt. Bei ihr sind alle 4 bleibenden Zähne da und auch schon 2 neue Zähne (unten) und die 2 oberen Schneidezähne werden wohl in den nächsten Tagen ausfallen.Sie hat Karies an 2 Backenzähnen (Zwischenräume). Wir sind in Kinderzahnärztlicher Behandlung (vom ersten Zahn an, weil die große Schwester ja auch zum Zahnarzt geht). Ich putze ihr 2x am Tag mit Elmex (elektrische Zahnbürste) und auch Zahnseide (jeden) Abend. Sie bekommt am Abend eine Fluorid Tablette. Sonst achte ich darauf das wir weder Fluor im Salz noch im Getränk(Wasser) haben. - Kann ich die Schmelzstörung durch zuviel Fluor hervorgerufen haben? - Ist es ein Fehler die Tablette nach dem Zähneputzen vor dem Schlafen zu geben (wegen der Stärke)? - Kann man die schlechten Zähne durch Asthma und das ständige Inhalieren( Cortison seit dem 4 Lebensmonat) begünstigt haben? - Der Zahnwechsel ist recht früh? - Wie kommt es zu Karies in den Zahnzwischenräumen, wenn ich wirklich jeden Abend! Zahnseide verwende? Viele Fragen für so kleine Zähne.... Vielen Dank Gaukley


Dr. Jacqueline Esch

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Hallo, Schmelzbildungstörungen oder unter dem Bergriff "Hypoplasien" versteht man heute eine Vielzahl unterschiedlicher, entwicklungsbedingter Strukturveränderungen an den Zahnhartgeweben (Schmelz, Dentin und Wurzelzement), die vornehmlich als Mineralisationsstörungen auffallen. Klinische Kennzeichen: Rauhigkeiten im Vergleich zur gesunden Zahnoberfläche, grübchenartige bis großflächige, zumeist vergleichsweise scharf abgegrenzte Defekte, Formveränderungen. Darüber hinaus sind Verfärbungen (weißlich-milchig, gelb, braun bis schwarz) festzustellen. Diese Erscheinungen können streng lokalisiert (Frontzähne: mittlere obere Schneidezähne, aber auch die Sechs-Jahr-Molaren) auftreten; sie sind aber auch als generalisierte Erscheinung zu beobachten, die alle Zähne betreffen. Bei begrenzt auftretenden Dysplasien läßt sich die störende Noxe oft zeitlich eingrenzen, wenn man die Durchbruchszeit und anamnestische Daten kombiniert. Ursachen genetisch bedingt Traumata Infektionen lokal (TURNER-Zahn) Infektionen systemisch (konnatale Lues, schwere grippale Infekte, Fieber wie bei Masern, Scharlach, Röteln usw.) Magen-Darm-Störungen der Säuglinge Verschiedene allgemeine Erkrankungen Erythroblastose Nephrosen Stoffwechselstörungen Hypovitaminosen (Vitamin A, C und D) Hypokalziämie Hormonale Störungen Hypothyreoidismus Hypoparathyreoidismus Intoxikationserscheinungen Pharmaka (Tetrazyklin, Strontium) Vorsorge: nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand gibt es kaum Möglichkeiten, das Auftreten von Hypoplasien oder Dysplasien zu vermeiden, abgesehen davon, während der Zahnentwicklung auf die Zufuhr überdosiert verabreichter pharmakologisch wirksamer Substanzen (Tetrazyklin) zu vermeiden. Prophylaxe: Sekundärschäden zu vermeiden durch eine auf den individuellen Fall abgestellte, intensive Anleitung und Motivation zur Zahnpflege bei entsprechender Ernährung (Verzicht auf kariogene Kost und Getränke) und altersentsprechende Fluoridmedikation. Eine Fluorose würde an allen Zähnen auftreten, kommt also eher nicht in Frage. Eine Fluoridtablette ist nicht notwendig. Zähneputzen und Salz reicht aus. zu 3 : ja zu 4 : nein, ist bei Kindern sehr unterschiedlich zu 5: oft ist der Schmelz sehr dünn in den Zwischenräumen, damit sehr anfällig, also anatomische Ursachen. Liebe Grüße


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