Frage im Expertenforum Kinderzahngesundheit an Dr. med. dent. Jacqueline Esch:

nuckel abgewöhnen gestaltet sich als sehr schwierig

Frage: nuckel abgewöhnen gestaltet sich als sehr schwierig

claudia2406

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hallo, unser sohn (jetzt 2,5 jahre) braucht noch häufig seinen nuckel. es ist schwierig, ihn ohne zu beruhigen. wir wollten den nucki schon dem weihnachtsmann mitgeben (bzw. mein mann fand die idee gut), wobei ich mich ein bisschen auf die hinterbeine gestellt habe. grund dafür: eine operation des kleinen im januar. nun folgt in den nächsten tagen unser baby und wir sind unsicher, wie wir weiter verfahren sollen. unsere zahnärztin bei der wir gestern waren meinte, zum schlafen noch ok, aber bis spätestens zum 3. lebensjahr sollte der nucki dann abgewöhnt sein. radikal würde sie es jetzt nicht machen, weil das baby wieder eine umstellung für den kleinen bedeutet und der nucki sicher noch eine zeitlang benötigt wird. sein gebiss ist soweit auch in ordnung, einen offenen biss (?) etc. konnte sie nicht feststellen. wir nehmen eigentlich nur nuk, falls das von bedeutung ist (entweder den genius oder einen anderen von nuk). und dann hätte ich noch eine andere frage, bei der sich die geister scheiden. sollen wir unserem baby dann diese zymafluor tabletten geben oder reicht ganz normales vigantolöl aus? bei unserem sohn haben wir die tabletten nach reiflicher überlegung nicht gegeben, aber der kleine war ja ein sommerkind. vielen dank für ihre hilfe! claudia & familie


Dr. Jacqueline Esch

Dr. Jacqueline Esch

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Hallo, Das Nuckeln und Saugen an sich ist uns angeboren und dient uns in den ersten Lebensmonaten der Ernährung, es ist lebensnotwendig. Auch eine Weile darüber hinaus haben Säuglinge ein hohes Saugbedürfnis, es beruhigt die Kinder. Wenn es jedoch zu lange andauert, kann es echte Schäden an Zähnen und Kiefer verursachen. Deshalb braucht das Kind Ihre Unterstützung und Motivation. Leider werden immer häufiger auch Nuckelflaschen mit süßen Getränken, wie z.B. Saftschorlen, zum Nuckeln missbraucht. Egal, woran Ihr Kind nuckelt – Nuckel, Finger, Daumen, Tücher, Stofftiere – es sollte so früh wie möglich wieder abgewöhnt werden. Im Normalfall sollten die Kinder mit ca. 2 Jahren damit aufhören, spätestens jedoch zum 4. Geburtstag. Das Nuckeln am Sauger oder Daumen verursacht auf Dauer den so genannten „Lutschoffenen Biss“, d.h. die oberen Schneidezähne werden nach oben und nach vorne gedrückt. Wird bei kleinen Kindern das Nuckeln abgestellt, behebt sich diese Fehlstellung durch den Druck der Lippen und den fehlenden Druck von Nuckel oder Daumen von selbst. Hält das Nuckeln jedoch länger an, muss der offene Biss kieferorthopädisch reguliert werden, was teilweise langwierig sein kann. Der Vorteil beim Schnuller ist die anatomische Form, die dem Kiefer gut angepasst ist. Der Daumen verursacht meistens eine asymetrische Verformung des Kiefers, die noch schwieriger behandelbar ist. Sie können sich beim Abgewöhnen des Nuckels oder Daumens also etwas Zeit lassen, sollten aber dennoch den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen. Grundsätzlich ist es leichter, einen Schnuller wieder ab zu gewöhnen als den Daumen, da der Daumen immer und zu jeder Zeit verfügbar ist. wenn es nicht anders geht, dann nehmen sie ihn zum Einschlafen her. Es gibt einige Möglichkeiten, das Kind den Schnuller selbst weggeben zu lassen. Es sollte immer eine gute zeitliche Vorbereitung getroffen werden, damit das Kind sich auf das Ereignis freuen kann. Es sollte auch wissen, dass der Nuckel damit endgültig weg ist und nicht wieder geholt werden kann. Sie sollten das Ereignis möglichst feierlich gestalten, evtl. auch eine kleine Abschiedsrede für den Nuckel halten, bzw. das Kind sollte sich beim Nuckel bedanken, dass er immer für ihn/sie da war, das die Zeit mit dem Nuckel schön war und dass jetzt jemand anders den Nuckel nötiger braucht. Sie können den Schnuller auch in ein schönes Paket einpacken, natürlich zusammen mit Ihrem Kind und dieses Paket an kleine Babys oder an arme Kinder etc. verschicken. Natürlich sollten Sie das Paket auch gemeinsam zur Post bringen. Dafür bekommt das Kind ein anderes Paket geschickt mit einem Geschenk, dass es sich wünscht. Ein offener Biß kann natürlich auch genetisch bedingt sein, kommt aber selten vor. Man unterscheidet zwischen dem frontal offenen Biss im Bereich der Frontzähne und dem seitlich offenen Biss im Seitenzahnbereich. Zu unterscheiden ist auch zwischen einer alveolären und einer gnathischen Komponente des frontal offenen Bisses. Nach gnathometrischen Gesichtspunkten stellt der große Kiefer-Basis-Winkel eine Prädisposition (Veranlagung) für den frontal offenen Biss dar. Fluoridierungsmaßnahmen zielen darauf ab, eine möglichst optimale Kariesprävention zu erreichen. Dabei lässt sich nicht vermeiden, dass fluoridhaltige Präparate auch zum Teil verschluckt werden. Dies gilt insbesondere für kleine Kinder bis zum Alter von vier Jahren. Überhöhte Fluoridaufnahmen können dann an den bleibenden Zähnen zu ästhetischen Beeinträchtigungen in Form von weißen Schmelzflecken führen. Deshalb sollten definierte Grenzwerte nicht überschritten werden. Die entsprechenden Informationen können Sie von Ihrem Kinderarzt oder Zahnarzt erhalten. Vor dem Verschreiben von Fluoridpräparaten bzw. deren Anwendung werden Sie befragt, ob Sie bei Ihrem Kind bereits Fluoride verwenden (Fluoridanamnese). Dabei sollten auch der Konsum fluoridhaltiger Mineralwässer und spezielle Ernährungsgewohnheiten, die zu einer erhöhten Fluoridzufuhr führen, genannt werden. Welche Fluoridierungsmaßnahmen werden zur Kariesprophylaxe empfohlen? Grundsätzlich ist es für eine gute kariesprophylaktische Wirkung der Fluoride notwendig, diese kontinuierlich anzuwenden. Diese kontinuierliche Anwendung ist zum Beispiel durch die tägliche Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasta gewährleistet. Bei gründlicher Zahnreinigung mit der Zahnbürste werden dabei auch kariesauslösende Bakterien von der Zahnoberfläche entfernt, und zusätzlich wird Zahnfleischentzündungen vorgebeugt. Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahnes bis zum Durchbruch des ersten bleibenden Zahnes sollten Zahnpasten mit einer niedrigen Fluoridkonzentration (0,05 % Fluorid) verwendet werden. Dabei sollte bis zum zweiten Geburtstag nur einmal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta geputzt werden. Nach Durchbruch der ersten bleibenden Zähne (ca. 6. Lebensjahr) kann dann mit einer Erwachsenenzahnpasta (0,10–0,15% Fluorid) mindestens zweimal täglich eine Zahnreinigung erfolgen. Da kleine Kinder noch nicht richtig ausspucken können, verschlucken sie einen Teil der Zahnpasta. Deshalb sollte bis zum zweiten Lebensjahr nur eine geringe Pastenmenge verwendet werden. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) empfiehlt Kinderzahnpasta mit Fluorid. Diese enthält 500 ppm Fluorid (diese Zahl finden Sie auf der Zahnpastatube. Sollte mehr als 500 ppm Fluorid enthalten sein, ist die Zahnpasta erst ab dem Alter von ca. 6 Jahren empfehlenswert. Fluoridtabletten sind dann nach momentanen Studien nicht mehr nötig. Tragen Sie eine kleine Menge (erbsengroß) Zahnpasta mittig auf die Zahnbürste auf. Es macht nichts, wenn Ihr Kind etwas Zahnpasta „isst“ oder noch nicht ausspucken kann, da die Fluoridmenge die verschluckt wird, sehr gering ist. Geben sie dann nur die Vigantoletten. Liebe Grüße


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