Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Friedrich Gagsteiger:

Warum klappt’s jetzt nicht mehr so schnell?

Dr. med. Friedrich Gagsteiger

Dr. med. Friedrich Gagsteiger
Reproduktionsmediziner

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Frage: Warum klappt’s jetzt nicht mehr so schnell?

Lilli2017!

Hallo Herr Dr. Gagsteiger, kurz zu mir ich bin fast 33 Jahre alt und mein Partner 35. Wir haben leider bisher keine Kinder.   2022 war ich direkt im ersten Versuch schwanger. Leider mussten wir die SS abbrechen aufgrund einer Anenzephalie. 2023 wurde ich im dritten Versuch schwanger. Leider eine Eileiter Schwangerschaft.  Der linke Eileiter ist verschlossen aufgrund einer zurückliegenden Clamydien Infektion.  Der rechte ist laut Ultraschall Kontrastmittel Untersuchung frei.  Die erste SS saß ja auch an der richtigen Stelle, daher gehe ich auch davon aus, dass er wirklich frei ist. Nun versuchen wir es im 7. Übungszyklus und es will nicht mehr klappen.  Meine Zyklen sind immer regelmäßig (26-28 Tage) und auch mit Eisprung (Zyklustag 12-14), den ich durch Temperatur messen seit 12 Monaten feststelle.   Was würden Sie mir empfehlen? Ich möchte nicht mehr so viel Zeit verlieren, da ich noch keine Kinder habe und gerne zwei hätte. Ich bin mittlerweile auch total verzweifelt und traurig und habe Angst, dass es noch schwieriger wird um so älter ich werde.  Macht Clomifen bei regelmäßigen Zyklen Sinn? Sollen wir zeitnah eine IVF anstreben?   


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

Da Ihre Zyklen regelmäßig sind und Sie bestätigen, dass ein Eisprung stattfindet, könnte Clomifen nicht unbedingt notwendig sein. Clomifen wird typischerweise eingesetzt, um die Eierstockfunktion zu stimulieren und den Eisprung bei Frauen zu fördern, die nicht regelmäßig ovulieren. In Ihrem Fall scheint es, als ob die Probleme eher struktureller Natur sind, insbesondere wegen der vorherigen Eileiterschwangerschaft und der Verklebung eines Eileiters. Die Chlamydieninfektion könnte nicht nur den einen Eileiter geschädigt haben. Auch der andere könnte zwar nicht völlig verschlossen, aber in seiner Funktion eingeschränkt sein. Daher könnte eine direkte Beratung mit einem Spezialisten für reproduktive Medizin sinnvoll sein. Sie könnten eine gründliche Bewertung Ihrer Situation und möglicherweise eine weiterführende Diagnostik vorschlagen, um andere mögliche Ursachen für die Schwierigkeiten beim Schwangerwerden zu ermitteln.  Die In-vitro-Fertilisation (IVF) könnte eine angemessene Option sein, insbesondere wenn strukturelle Probleme im Reproduktionssystem die Einnistung behindern. Bei IVF wird die Befruchtung außerhalb des Körpers durchgeführt, was die Probleme umgehen kann, die durch blockierte oder beschädigte Eileiter entstehen. Es wäre empfehlenswert, bald einen Termin bei einem Fertilitätsspezialisten zu vereinbaren. Dort können Sie auch über Ihre emotionale Belastung sprechen und gegebenenfalls Unterstützung oder Beratung erhalten. Fertilitätsbehandlungen können emotional sehr fordernd sein, und es ist wichtig, dass Sie auch auf Ihre psychische Gesundheit achten. Letztlich ist es wichtig, dass Sie und Ihr Partner alle verfügbaren Informationen haben, um fundierte Entscheidungen über die nächsten Schritte zu treffen. Gerne dürfen Sie sich auch an uns wenden (www.bestfertility.de).


Lilli2017!

Vielen Dank für ihre Antwort.  die Chlamydien Infektion muss schon vor der ersten SS gewesen sein und ich war ja beim ersten Mal sofort schwanger und dies auch an der richtigen Stelle. Meinen Sie trotzdem das die Chancen auf natürlichen Weg schlecht stehen?    Leider ist ihre Kiwu Klinik zu weit entfernt, da wir aus NRW kommen. 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

Hier kann man nur spekulieren, da ich leider zu wenig Details kenne! Es kann an hunderten verschiedener Einzelheiten liegen. Ich würde mit einer Zyklusüberwachung und einem Spermiogramm beginnen. Lassen Sie sich von einem Kinderwunschspezialisten beraten. 


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