Hallo Dr. Grewe, ich wende mich mit einer Frage an Sie und hoffe sehr auf Ihre fachliche Einschätzung. Ich habe Ende November meine Tochter per Kaiserschnitt geboren. Der Wochenfluss verlief unauffällig und endete nach ca. viereinhalb Wochen. Ich stille derzeit voll. Seit einiger Zeit verspüre ich jedoch weiterhin ein deutliches Unterleibsziehen sowie Schmerzen, was mich verunsichert – auch vor dem Hintergrund, dass bei mir vor einigen Jahren eine Endometriose diagnostiziert wurde und ich Sorge habe, dass diese möglicherweise wieder aktiv sein könnte. Zusätzlich habe ich vorsorglich selbst den pH-Wert des Vaginalsekrets gemessen, welcher mit etwa 7 deutlich erhöht ist. Auch ein Urintest zeigte leicht erhöhte Leukozyten sowie minimale Eiweißspuren. Bei meiner regulären gynäkologischen Nachsorgeuntersuchung sechs Wochen post partum teilte mir mein behandelnder Gynäkologe mit, dass diese Befunde unter dem Stillen als physiologisch anzusehen seien und man zunächst zuwarten könne. Grundsätzlich kann ich nachvollziehen, dass es durch das Stillen und den dadurch bedingten niedrigen Östrogenspiegel zu einer Erhöhung des vaginalen pH-Werts kommen kann. Die Höhe des gemessenen Wertes verunsichert mich jedoch, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche bakterielle Vaginose oder andere Keime. Zusätzlich besteht bei mir eine entsprechende Vorgeschichte mit Ureaplasmen sowie wiederkehrenden Harnwegsinfekten, auch wenn diese bereits einige Zeit zurückliegt. Ergänzend ist mir wichtig zu erwähnen, dass bei uns weiterhin ein Kinderwunsch besteht. Wir haben viele Jahre benötigt, um unser jetziges Kind zu bekommen, weshalb ich aktuelle Beschwerden oder mögliche Infektionen ungern einfach schleichen oder unbehandelt lassen möchte, um keine Risiken einzugehen. Daher meine Frage an Sie: Würden Sie in dieser Situation ebenfalls zunächst abwarten, oder halten Sie es für sinnvoll, ergänzend einen vaginalen Abstrich (ggf. auch eine erneute Urinkontrolle) durchzuführen, um eine bakterielle Besiedelung oder Infektion sicher auszuschließen? Sie haben mir in der Vergangenheit bereits sehr bei medizinischen Fragestellungen geholfen, weshalb mir Ihre Einschätzung besonders wichtig wäre. Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Unterstützung.