Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Ute Czeromin:

Kinderwunsch und Hashimoto Thyreoiditis

Frage: Kinderwunsch und Hashimoto Thyreoiditis

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Sehr geehrte Dr. med. U. Czeromin! Vor etwa einem Jahr wurde bei mir Hashimoto Thyreoiditis diagnostiziert. Seither nehme ich täglich eine Tablette Euthyrox 75 ein. Die Hormonwerte sind mittlerweile wohl im Gleichgewicht, der Antikörperwert steigt allerdings stetig weiter und liegt nun bei etwa 900. Als ich mich kürzlich im Internet zum Thema Kinderwunsch informieren wollte, bin ich auf verschiedene Informationen gestoßen, die mich nicht wenig verunsichert haben: Für Patienten mit Hashimoto bleibt der Kinderwunsch oft unerfüllt (Probleme mit dem Östrogen- und Gestagenwert), es kommt zu Fehlgeburten bzw. Entwicklungsstörungen/Behinderungen. Verantwortlich hierfür sei zum einen der Hormonwert, zum anderen der Antikörperwert. Mein Mann und ich würden gerne in etwa drei Jahren ein Kind bekommen, daher nun zu meinen Fragen: 1. Kann mein Hausarzt/Internist den Östrogenwert bei meinem nächsten Blutbild mitbestimmen und kann man etwas tun, wenn dieser nicht stimmen sollte? Wie lange dauert eine derartige Behandlung im Schnitt? 2. Wie hoch sind die Gefahren bei einer Schwangerschaft für Mutter und Kind wirklich? Muss ich stark damit rechnen oder sind die Fälle von Fehlgeburten etc. eher selten? 3. Ich habe gelesen, dass man während der Schwangerschaft engmaschig das Blut untersuchen muss. Was geschieht, wenn der Antikörperwert zu hoch ist? Meines Wissens kann man doch dagegen nichts tun, oder? Ist dieser für das ungeborene Kind gefährlich? Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen Lena Wächter


Dr. Ute Czeromin

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Nur unentdeckte und unbehandelte Hashimoto-Thyreoditiden sind im Hinblick auf SS-Eintritt und SS-Verlauf beachtenswert und verursachen eine erhöhte Fehlgeburtsrate. Zielwert bei Hashimoto und KiWu sollte ein TSH-Wert um 1,0 sein (gerne auch etwas niedriger) , also eher im niedrig normalen Bereich, falls Ihr TSH-Wert noch höher sein sollte, müsste die Euthyrox-Dosis erhöht werden. Bei sehr niedrigen TSH-Werten sinken in der Regel auch die AK-Titer. Die Bestimmung Ihres Östrogenwertes beim Hausarzt ist völlig überflüssig, da ein einzelner Östrogenwert keinerlei Aussagemöglichkeit zur Fruchtbarkeit bietet. Falls Sie noch die Pille zur Verhütung nehmen: Darunter sind die weiblichen Hormonwerte so verändert, dass sie keine Informationen über Ihre Fruchtbarkeit geben. Bei gut eingestellter Schilddrüsenfunktion müssen Sie keine Angst um das ungeborene Kind haben, es schädigt das Kind nicht, nur die Fehlgeburtenrate ist bei unbehandelter SD-Erkrankung höher. Falls Sie über 35 Jahre alt sein sollten: Verhüten Sie nicht erst in drei Jahren nicht, die Chancen eines Schwangerschaftseintritts verändern sich altersabhängig, werden schon mit 25 Jahren langsam schlechter, mit 35 Jahren noch schlechter, mit 40 ganz schlecht. Und das hat gar nichts mit Schilddrüse sondern nur mit Alter zu tun (wegen Ihres Dreijahresplans...) Mit freundlichen Grüßen Ute Czeromin


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