Frage im Expertenforum Kinderorthopädie an Dr. med. Jan Matussek:

Knochenmarködem

Dr. med. Jan Matussek

Dr. med. Jan Matussek
Chefarzt für Kinderorthopädie und Kindertraumatologie am Klinikum Emil van Behring, Berlin
Frage: Knochenmarködem

cory

Sehr geehrten Dr. Matussek,  mein Sohn hat die Vorerkrankung Zerebralparese, läuft mit knöchelhohen Orthesen oder Einlagen kurze Strecken frei.  Er hat immer wieder ausgeprägte Knochenmarködeme in den Füßen, mal rechts mal links (in den letzten 3 Jahren 4 mal), die per MRT festgestellt wurden. Jedes Mal ist der Auslöser eine Lapalie (z.B. an einer Kante gestossen).  Diesesmal ist das KMÖ besonders hartnäckig, und dauert bereits seit acht Wochen an. Der Auslöser war ein Abrutschen von einem 30 cm hohem Seil. Danach konnte er 2 Wochen gar nicht auftreten. Dann fing er an lansam zu belasten, sein Gang war aber noch unrunder und steifer als sonst. Nach etwa zehn Tagen wurden die Schmerzen wieder so stark, dass er das Laufen wieder für zwei Wochen einstellte. Dann fing er an zu laufen. Nach zwei Wochen wieder starke Schmerzen und ein Auftreten ist seit einer Woche wieder nicht mehr möglich.  Langsam verzweifel ich, und wollte fragen, ob so ein Verlauf normal beim KMÖ ist? Ich mache mir Sorgen um seine sowieso eingeschränke Gehfähigkeit. Die anderen Male hat es höhstens 4 Wochen gedauert.  Wir waren natürlich bei Orthopäden, doch außer, der Aussage, dass man Abwarten muss und einer Fußbandage keine weitere Hilfe erhalten. Vielleicht können Sie uns sagen, ob die Häufigkeit des KMÖ bei unserem Sohn normal ist? Oder sollten wir noch andere Untersuchungen veranlassen? Einen Termin in einer orthopädischen Klinik haben wir erst in 6 Monaten bekommen.   Herzlichen Dank & viele Grüße,  Cory


Dr. J. Matussek

Liebe Familie, Knochenmark Ödeme oder Knochenschwellungen (in der Fachsprache "bone bruise") können sehr hartnäckig sein und Probleme bis zu ½ Jahr machen. Das wären allerdings sehr lange Verläufe. Durch durchschnittlich sollten Verstauchungen oder Verdrehungen an den Füßen und Sprunggelenken nach 6 Wochen abgeheilt sein. Man kann allerdings die Festigkeit der Knochen durch Vitamin D3 Substitution nach einer Bestimmung des Vitamin D im Körper Blut durchführen und hat hier schon mal die Bausteine der Knochen ersetzt, die den Knochen weniger anfällig für solche Knochenschwellungen machen. Bei Kindern mit spastischen Paresen sind die Knochen von Hause aus eher weich und dementsprechend sind solche Knochenschwellungen eher häufiger. Das gilt auch für Knochenbrüche. Dementsprechend sollte bei ihrem Sohn die Orthesenversorgung sehr gut sein, damit die Knochen insgesamt gut geschützt sind. Natürlich ist viel Bewegung für Ihren Sohn sehr gut bzw. wenig Bewegung förderlich für zu weiche Knochen. In seltenen Fällen wird bei Kindern mit systemischer Osteoporose bei zerebral Paresen auch eine sogenannte Bisphosphonat Infusionstherapie durchgeführt, um den Knochenabbau zu stoppen bzw. die Knochenerhärtung zu forcieren. Leider ist meine Antwort hier sehr allgemein, denn ich müsste mir die MRT einmal anschauen, aber das wird der orthopädischen Klinik dann sicherlich passieren. Mit herzlichen Grüßen Ihr JM    


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