Julia294
Hallo Herr Dr. Brügel, ich hatte vor 2 Wochen schon einmal Frau Dr. Althoff geschrieben. Mein Sohn (3 Jahre) hatte schon immer Phasen, wo er immer mal gebissen hat. Am liebsten mich, was ich natürlich nicht zulasse. Er beißt dann in meine Anziehsachen, dass möchte ich aber auch nicht. Beißketten sind meinem Sohn zu hart. Frau Dr. Althoff hatte empfohlen: -alte Beißringe -> habe ich nicht mehr -sensorisches Pop-it Spielzeug -> dass haben wir schon länger hier und er nutzt das nicht -auf andere Sachen beißen lassen (leider keine Beispiele dazu) Seit 1 Woche ist der Schnuller weg, er hatte ihn nur noch zum Einschlafen am Abend genommen und zum Einschlafen eher drauf rumgekaut. Er ist natürlich auch auf "Entzug", benötigt ewig zum Einschlafen, wider Einschlafbegleitung und auch teilweise Weinen/Jammern, da er den Schnuller wieder haben will. Seitdem ist es noch schlimmer geworden. Er beißt zwar keine Kinder/fremde Menschen, aber er versucht jetzt auch schon, seine Großeltern zu beißen. Ich hatte nun auch schon weiche Beißstangen gekauft (sind eigentlich für ADHS Kinder), aber er nutzt die kaum. Auf welche Gegenstände könnte er denn noch beißen? Haben Sie eine Idee? Oder eine andere Idee, was ich noch tun könnte? Vielen Dank im Voraus.
Hallo Julia schwieriges Theam, häufiges Thema! Zunächst einmal ist es ein wenig wie bei den Wutanfällen: immer gut, wenn sie nur zuhause/bei vertrauten Personen auftreten, weil das eben zeigt, dass das Kind doch eine gewisse ordentliche Regulationsfähigkeit entwickelt hat und sich zu einem nicht unrelevanten Teil steuern kann - was man eben bei den engvertrauten Personen nicht zwingend muss! Generell kan man zum Beißen im Kleinkindesalter sagen, dass es oftmals eine völlig normale Entwicklungsphase ist und ein stückweit eben eine Art "misslungener" Kommunikation, weil das Kind in seiner emotionalen Überforderung/Überlastung sich nicht anders zu helfen weiß. Daher: oberstes Gebot, so schwer es fällt: auf Eltern Seite versuchen Ruhe zu bewahren! Klar und liebevoll kommunizieren, dass das Verhalten so nicht geht, dass man versteht, dass das Kind wütend/traurig/ängstlich ist, aber das man gemeinsam doch schauen muss was jetzt gut tun würde. Desweiteren schauen ob man Muster erkennt in welchen Situationen denn das Beißen auftritt: zu viele Menschen? zu viel Lärm? zu eng getaktetes Kinderprogramm?.... Wenn all das nicht hilft, dann würde ich schon raten mit dem Kinderarzt/der Kinderärztin vor Ort auch mal Kontakt auf zu nehmen, um zu schauen was es sonst noch an Unterstützungsmöglichkeiten in Form von Beratung/Coaching geben kann. Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende Ralf Brügel
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