Frage im Expertenforum Impfen an Prof. Dr. med. Ulrich Heininger:

Impfen erstmals nach 15 Monaten

Frage: Impfen erstmals nach 15 Monaten

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Guten Tag, Herr Heininger Eine Frage, die mich beschäftigt, geht um ein Gespräch, das ich mit einer Kollegin geführt habe. Sie hat ihr Kind mit ca. 15 Monaten zum ersten Mal impfen lassen. Dies mit der 3-fach-Impfung. (DI,TE,Polio). Sie sagte mir, der Arzt habe einen Impfstoff verwendet, der keine Quecksilberverbindungen, sondern nur Formaldehyd enthalte. 1.Gibt es tatsächlich einen 3-fach-Impfstoff für jenes Alter ohne Quecksilber? Keuchhusten und Hib liess sie gar nicht impfen. 2.Macht dies mit 15 Monaten keinen Sinn mehr? 3.Wieviele Kinder erkranken denn nach 15 Monaten noch an einer Hib-Meningitis? 4.Falls die Kollegin ihr Kind doch noch gegen Hib impfen lassen würde, müsste sie dies ja nur 1 Mal tun, stimmt das? 5.Und ist ein allfälliger Keuchhusten in jenem Alter noch sehr gefährlich? Ich kenne eben auch ein vollständig geimpftes Kind, welches Keuchhusten doch recht heftig bekam. 6.Inwieweit sind Impf-Nebenwirkungen auch Jahre nach einer Impfung (Bsp. Entwicklungsstörungen, Allergien etc., ja gar Krebs) wirklich erfasst? Ist es überhaupt möglich, nach zu forschen, ob solches auch durch frühere Impfungen provoziert wurde? Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir auf alle diese Fragen antworten könnten! Es beschäftigt mich auch gerade persönlich sehr und es gibt tausende von Meinungen dazu.... Für Ihre Antwort und die ganze Mühe hier in diesem Forum bedanke ich mich herzlich, Debbie.


Prof. Dr. med. Ulrich Heininger

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Guten Abend Debbie, Hier meine Antworten zu Ihren Fragen "1.Gibt es tatsächlich einen 3-fach-Impfstoff für jenes Alter ohne Quecksilber?" Den Impfstoff gibt es schon, allerdings ist er erst ab dem 6. Lebensjahr zugelassen. Für jüngere Kinder enthält er zu wenig Diphtherie-Impfstoffanteil. Die Anwendung in früherem Alter ist also ausserhalb der Zulassung und bedeutet neben dem ungesicherten Impfschutz vor Diphtherie im (unerwarteten) Fall eines Impfschadens keine staatliche Versorgung. Ueber dieses Risiko muss man sich im klaren sein. "Keuchhusten und Hib liess sie gar nicht impfen." Das finde ich bedauerlich und potentiell gefährlich, da beide Krankheiten ein Komplikationsrisiko mit sich bringen. "2.Macht dies mit 15 Monaten keinen Sinn mehr? " Doch! Hib-Impfungen werden bis zum Alter von 5 Jahren empfohlen (auch als Nachholimpfung), die gegen Keuchhusten bis zum Erwachsenenalter und neuerdings (seit Juli diesen Jahres) in Deutschland auch für werdende Eltern! "3.Wieviele Kinder erkranken denn nach 15 Monaten noch an einer Hib-Meningitis?" Ca. 90% aller invasiven Hib-Infektionen (meistens Meningitis) treten momentan in Deutschland bis zum Alter von 5 Jahren auf; Das sind ca. 50 Fälle pro Jahr. Wieviele davon nach 15 Monaten auftreten, ist mir nicht bekannt. Tatsache ist jedenfalls, dass es diese Fälle gibt und dass sie praktisch nur bei ungeimpften bzw. unvollständig geimpften Kindern auftreten. Viele der unzureichend geimpften Kinder profitieren aber indirekt durch den Schutz ihrer Umgebung, da mehr als 90% aller Kinder geimpft sind und kaum noch Hib übertragen. "4.Falls die Kollegin ihr Kind doch noch gegen Hib impfen lassen würde, müsste sie dies ja nur 1 Mal tun, stimmt das?" Das ist korrekt! "5.Und ist ein allfälliger Keuchhusten in jenem Alter noch sehr gefährlich? Das kommt darauf an, was man unter "sehr gefährlich" versteht. Die höchste Komplikationsarte (Atemstillstände, Hirnschäden) durch Keuchhusten besteht im 1. Lebensjahr. Aber auch danach gibt es keine Garantie auf komplikationsfreien Verlauf. Hinzu kommt, dass ungeimpfte Kidner oft die Ansteckungsquelle für noch nicht ausreichend geimpfte Säuglinge sind! "Ich kenne eben auch ein vollständig geimpftes Kind, welches Keuchhusten doch recht heftig bekam." Das glaube ich. Der Impfschutz beträgt nach 3 Impfungen ca. 90% (leider nicht 100%). 6.Inwieweit sind Impf-Nebenwirkungen auch Jahre nach einer Impfung (Bsp. Entwicklungsstörungen, Allergien etc., ja gar Krebs) wirklich erfasst? Ist es überhaupt möglich, nach zu forschen, ob solches auch durch frühere Impfungen provoziert wurde? Sehr gute Frage, die aber nicht einfach zu beantworten ist. Kurz gesagt gibt es aus zahlreichen vergleichenden Studien (geimpfte gegen nicht-geimpfte, die ansonsten unter vergleichbaren Bedingungen aufgewachsen sind) KEINEN Hinweis dafür, dass die genannten Gesundheitsprobleme auf Impfungen zurückzuführen sind. Auch fehlt dafür die biologische Plausibilität. Impfungen hier zum Sündenbock zu machen ist sehr bequem: es lenkt von den anderen Probleme unserer Gesellschaft ab, die man eher für die genannten Erscheinungen verantwortlich machen sollte... Falls sie die Materie sehr interessiert: im Buch "Handbuch Kinderimpfung" wird diese Thematik ausführlich abgehandelt. Alles Gute!


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