Frage im Expertenforum Frauenarzt / Frauenärztin an Dr. med. Helmut Mallmann:

Zykluscomputer

Frage: Zykluscomputer

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Hallo Herr Dr. Mallmann, ich brauch auch einmal ihre Hilfe. Ich bin 30 Jahre alt und glückliche Mama von 2 gesunden Kindern. Damit ist unsere Familienplanung abgeschlossen. Da mein Mann allerdings auch erst 31 ist, kommt eine Sterilisation bei ihm für uns (vor dem 40. Geburtstag) nicht in Frage. Ich selbst habe vor unserer 1. Tochter 12 Jahre die Pille genommen und war schon jahrelange damit unglücklich. Stimmungsschwankungen, Unlust, Gewichtszunahme usw um nur einige Nebenwirkungen zu nennen, die Sie ja auch alle kennen. Um meinen Zyklus zu erfahren und schneller schwanger zu werden, habe ich dann mit der Temperaturmethode begonnen und einige Monate später war ich mit unserer Tochter schwanger. Zwischen unseren Mäusen haben wir dann auch so gut 1 Jahr verhütet. Allerdings im letzten Monat nicht so ganz konsequent und schon war unser Sohn (nicht unerwünscht!) unterwegs. Nach dieser Schwangerschaft habe ich dann auch erst wieder mit dem mittlerweile 12. Pillenprodukt (Leios, Petibelle, Cerazette, TriStep und wie sie nicht alle hießen) verhütet und bin dann auf Anraten meines Arztes aufs Implanon umgestiegen, weil ich unbedingt eine sichere Verhütungsmethode möchte. Dieses Stäbchen ägert mich nun seit über einem Jahr mit permanten Blutungen (keine Schmierblutungen!), Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Fressattacken, Hautunreinheiten und vor allem absoluter sexueller Unlust. So schlimm, dass wir eigentlich auf Verhütung verzichten könnten, wenn Sie wissen was ich meine... Nun ja. Sehr lange Rede, kurzer Sinn... was halten Sie von Zykluscomputern? Wie sicher sind diese in Kombination mit Kondomen an den "gefährlichen" Tagen? Schwanger werden möchte ich nun in keinem Fall mehr. Hormone legen meinen Körper jedoch lahm. Mit der Kupferspirale bin ich unsicher, da bereits meine Mutter und auch meine Tante damit nur Probleme (Schmerzen, sehr starke Blutungen) hatten. Entschuldigen Sie bitte diesen langen Bericht. Und vielen lieben Dank für Ihre Antwort. Viele Grüße Kerstin


Dr. med. Helmut Mallmann

Dr. med. Helmut Mallmann

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Liebe Kerstin, die Zykluscomputer sind doch recht unsicher. Wenn Sie auf dem Niveau „Pille“ verhüten wollen, bleibt tatsächlich nur die Hormonspirale oder leicht unsicherer die Kupferspirale. Alles andere ist halt deutlich unsicherer. Wenn Sie die Temperaturmethode sehr streng anwenden, hat die nach meiner Erfahrung noch die besten Werte. Die Sicherheit der Temperaturmethode ist davon abhängig, wie konsequent die Methode durchgeführt wird. Die wichtigsten Punkte: Die Temperatur muss vor dem Aufstehen gemessen werden. Zuvor sollte die Nachtruhe von 6 Stunden und mehr dauern. Die Temperatur muss im Enddarm gemessen werden. Ab dem 6. Zyklustag (vom ersten Tag der Blutung gezählt) muss verhütet werden. Jeder Tag länger ohne Verhütung verschlechtert die Sicherheit der Methode stark. Wenn die Temperatur 4 Tage erhöht ist, kann auf Verhütung verzichtet werden. Wenn in der kritischer Zeit ein Kondom zerreißt oder abrutscht, bzw. keine Verhütung erfolgt, sollte die „Pille danach“ genommen werden. Die „Pille danach“ sollten Sie sich möglichst sofort kaufen und nicht auf den Notfall warten. (Rezept stellt Ihnen Ihre Frauenarztpraxis aus) Lassen Sie sich die Methode vor der Anwendung anhand Ihrer Temperaturkurve noch einmal erklären. Denn individuelle Abweichungen sind häufig. Bei strenger Einhaltung der Regeln können Sie so einen Pearl-Index von 0,6 bis 1 erreichen. Von 1000 Frauen, die diese Verhütungsmethode ein Jahr lang anwenden, werden also bei optimalen Verhältnissen also 6 Frauen schwanger. Gruß Dr. Mallmann


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