Frage im Expertenforum Frauenarzt / Frauenärztin an Dr. med. Helmut Mallmann:

Sterilisation

Frage: Sterilisation

Mitglied inaktiv

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Guten Tag Dr. Mallmann, ich bin 33 Jahre, und unser Kinderwunsch ist abgeschlossen. Mein Mann und ich haben einen Sohn. Ich habe schon verschiedene "Pillen"sorten ausprobiert, bin aber teilweise sehr depressiv geworden. Bei der jetzigen Pille (triquilar) setzen mir die Hormone ziemlich zu. Fazit: Nur OHNE Pille war ich bisher ausgeglichen. Das Problem: Andere Verhütungsmethoden ohne Hormone sind mir zu unsicher. Die Spirale wurde mir schon einmal eingesetzt, nur hatte ich während dem Einsetzen und danach so massive Probleme (sie verrutschte), daß ich das nicht nochmal machen möchte. Ich trage mich nun mit dem Gedanken, eine Sterilisation vornehmen zu lassen. Habe auch ausführlich mit meinem Mann darüber gesprochen. (Für ihn kommt ein Eingriff aus verschiedenen Gründen nicht in frage). Ich wohne in der Nähe von Nürnberg, und möchte mich auf alle Fälle umfassend informieren. Aber vielleicht können Sie mir schon vorab Informationen geben, welche Kliniken für so einen Eingriff "prädestiniert" sind? Ich kenne Klinikum Süd und Hallerwiese. Aber es gibt im Raum Nürnberg ja etliche Kliniken. Ich wäre sehr dankbar, wenn Sie mir einige Feedbacks geben könnten. Mit freundlichen Grüßen Sabine


Dr. med. Helmut Mallmann

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Liebe Sabine, ich kenne leider keine Klinken in Nürnberg. Fragen Sie Ihren FA/FÄ welche KH oder ambulante OP-Zentren empfehlenswert sind. Die Vorteile der Sterilisation: -Hohe Sicherheit Pearl-Index 0,2 bis 1,8. Von 1000 Frauen, die sterilisiert sind, werden bei optimalen Verhältnissen also 2 Frauen schwanger. -Keine Gedanken um die Verhütung mehr. -Kein Stress mit Pilleneinnahme, Spiralenkontrolle oder Hantieren mit Barrieremethoden. Die Nachteile: -30 % der sterilisierten Frauen wollen, die Sterilisation rückgängig machen. -Das Narkose-Risiko - Das Operations-Risiko: Darmverletzung, Blutungen und Infektionen -Minderung des Lustempfindens (5%) -Psychische Probleme (2 bis 5%) -Hormonstörungen durch Gefäßverletzung, dadurch ggf. wieder Hormoneinnahme nötig. Je früher die Sterilisation erfolgt, um so mehr ist ein Eintreten der Nebenwirkungen zu erwarten. Deshalb wird von vielen Frauenärzten empfohlen, die Sterilisation bis zum 35. Lebensjahr hinauszuzögern. Meine persönliche Meinung zur Sterilisation der Frau ist sehr durch zahlreiche Gespräche mit Frauen beeinflusst, bei denen nach der Sterilisation Probleme auftraten: Die Endgültigkeit der Operation ist auf Grund der Zahlen nicht zu unterschätzen. Aber man kann im Leben falsche Entscheidungen treffen und muss dann halt dazu stehen. Was nach meinem Erachten jedoch unterschätzt wird, ist die Tatsache, dass durch die Verletzung der Blutzufuhr zu den Eierstöcken, psychische, sexuelle und hormonelle Probleme auftreten können, die zum guten Schluss wieder auf die Einnahmen von Hormonen hinauslaufen. Wenn Nebenwirkungen oder Komplikationen nach der Operation auftreten, machen sich meist die Frauen selbst den Vorwurf, andere Methoden nicht versucht zu haben. Wir Ärzte machen es uns relativ leicht, indem wir Sie in der Einverständniserklärung unterschreiben lassen, dass diese Komplikationen bei der Sterilisation auftreten können. Bedenken Sie aber bitte auch, wenn Sie über endgültige Verhütung nachdenken, dass die Sterilisation des Mannes ohne Narkose und mit weniger Komplikationen einhergeht. Auch wenn Männer generell sehr sensibel sind (kleiner Scherz) vergessen Sie diese Alternative nicht. Insgesamt: Da andere Verhütungsmethoden, wie Hormonspirale und Mikropille, ähnlich sicher sind, sollte frau sich die Entscheidung schwer machen. Gruß Dr. Mallmann


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Hallo Sabine. Kleiner Tip von mir: Kuck mal bei www.profamilia.de Da kannst Du Dir kostenloses Infomaterial anfordern und auch per E-mail mit denen Kontakt aufnehmen. Habe ich auch gemacht. Die haben sehr weiter geholfen, was das Thema sterilisation betrifft. Gruss, Alexa


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