Frage im Expertenforum Frauenarzt / Frauenärztin an Dr. med. Christiane Mallmann:

Brennen im Intimbereich

Frage: Brennen im Intimbereich

SommermamaFamilie89

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Hallo, begonnen hat alles vor etwa 12 Wochen mit einer Blasenentzündung, die mit einem Antibiotikum behandelt wurde. Im Anschluss entwickelte sich eine Pilzinfektion, die ich mit Canesten Extra behandelte. Danach schienen die Beschwerden zunächst abgeklungen zu sein. An einem sehr warmen Tag bin ich dann 21 km gelaufen. Im Anschluss begann das Brennen im Vaginalbereich erneut. Da ich zunächst davon ausging, dass die Pilzinfektion zurückgekehrt sei, begann ich am Wochenende eigenständig eine Behandlung mit KadeFungin Vaginaltabletten. Während dieser Behandlung nahm das Brennen jedoch weiter zu, sodass ich meine Frauenärztin aufsuchte. Sie untersuchte mich und stellte eine deutliche Reizung fest. Ihre Empfehlung war zunächst, gar nichts mehr anzuwenden und der Schleimhaut Zeit zur Beruhigung zu geben. Für den Fall eines erneuten Pilzverdachts gab sie mir allerdings zwei Rezepte mit. In den darauffolgenden Tagen wurde es langsam besser. Das Brennen war schließlich nur noch unterschwellig vorhanden, sodass ich wieder mit Sport begann – einmal 7 km Laufen und einmal HIIT. Danach verschlechterten sich die Beschwerden erneut deutlich. Meine Frauenärztin vermutete daraufhin einen möglicherweise resistenten Pilz und empfahl mir eines der zuvor verschriebenen Pilzmittel mit einem anderen Wirkstoff, ebenfalls in Form von Vaginalkapseln. Unter dieser Behandlung wurde das Brennen allerdings noch stärker. Daraufhin erhielt ich zusätzlich ein orales Antipilzmittel. Nach Abschluss dieser Behandlungen besserte sich der Zustand erneut etwas, sodass ich mich an einem Montag wieder an einen 10-km-Lauf herantraute. Leider wurde es danach wieder deutlich schlimmer. Eine Woche später suchte ich die Urlaubsvertretung meiner Frauenärztin auf. Dort wurde erstmals ein Abstrich gemacht. Zusätzlich erhielt ich ein Kombinationspräparat mit Kortison, einem Antipilzmittel und einem Antibiotikum. Außerdem wurden mir Schwarzteebäder empfohlen. Leider trat auch darunter keine Besserung ein – im Gegenteil, die Beschwerden wurden zunehmend stärker. Schließlich setzte ich sowohl das Medikament als auch die Schwarzteebäder eigenständig ab. Am darauffolgenden Montag lag das Ergebnis des Abstrichs vor: Es konnten weder Pilze noch entsprechende bakterielle Erreger nachgewiesen werden. Mir wurden daraufhin Amifen sowie erneut Schwarzteebäder empfohlen. Amifen verschlechterte das Brennen ebenfalls deutlich, weshalb ich es wieder absetzte. Danach trat tatsächlich eine gewisse Linderung ein. Am folgenden Freitag musste ich berufsbedingt den ganzen Tag eine Unterhose tragen, die leider stark gescheuert hat. Danach waren die Beschwerden wieder kaum auszuhalten. Aus Sorge, die Reizung nicht anders in den Griff zu bekommen, begann ich am Samstag erneut mit Schwarzteebädern, da ich zu diesem Zeitpunkt davon ausging, dass diese zumindest nicht schaden würden. Darunter besserte sich der Zustand zunächst erstaunlich deutlich. Bis zum vergangenen Dienstag war das Brennen am Abend nahezu vollständig verschwunden – zum ersten Mal seit Wochen hatte ich das Gefühl, dass es endlich abheilt. Bereits am Mittwoch verschlechterte sich der Zustand jedoch wieder langsam. Bei meiner eigenen Ursachenforschung bin ich darauf gestoßen, dass Schwarztee bei längerer Anwendung möglicherweise auch stark austrocknend wirken kann. Deshalb habe ich die Bäder am vergangenen Donnerstag vollständig beendet. Den sehr warmen Freitag mit etwa 33 °C habe ich hauptsächlich durch regelmäßiges Kühlen überstanden. Seitdem hatte ich den Eindruck, dass es in sehr kleinen Schritten wieder besser wird. Bis heute Morgen war die Entwicklung vorsichtig positiv. Heute hatte ich jedoch einen längeren Termin bei der Bank, bei dem ich viel sitzen musste. Danach ist das Brennen erneut deutlich aufgeflammt, sodass ich momentan wieder viel kühlen muss. Was mir inzwischen besonders auffällt: Wärme, längeres Sitzen, Reibung und Sport scheinen die Beschwerden stark zu verstärken. Kühlen hingegen bringt meist eine deutliche Linderung. Gleichzeitig scheint nahezu jede lokale Behandlung die Schleimhaut zusätzlich zu reizen. Nun habe ich es ausprobiert 1 Woche gar nicht zu machen - und es blieb gleichschlimm bis ich am Donnerstag gearbeitet habe (Fotograf keine schwere Tätigkeit) und da wurde es wieder etwas schlimmer. Nun habe ich seid gestern wieder mit Arifem angefangen um auszuprobieren ob diese Creme evtl. doch hilft uns es der Schwarztee gewesen war der getriggert hat. Ich möchte nun erneut meine Frauenärztin kontaktieren und mit ihr besprechen, ob eventuell ein Östrogenmangel beziehungsweise eine hormonell bedingte Schleimhautproblematik eine Rolle spielen könnte. Ergänzend vielleicht noch wichtig: Ich nehme seit längerer Zeit die Slinda durchgängig.  Haben Sie ein solches Beschwerdebild schon einmal in Ihrer Praxis erlebt? 


Dr. med. Christiane Mallmann

Dr. med. Christiane Mallmann

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Guten Tag, bei einem so langen Verlauf mit wiederkehrenden Beschwerden kann ich mir vorstellen, dass dies sehr belastend ist.  Im Kern Ihrer Ausführungen höre ich heraus, dass nach mehrfachen lokalen und systemischen Behandlungen zuletzt im Abstrich weder Pilze noch andere relevante Erreger nachgewiesen werden konnten und inzwischen eine ausgeprägte Reizsituation der Vulva vorliegt. In Abhängigkeit unterschiedlicher Triggerfaktoren (Wärme, Sport, Reibung, enge Kleidung…) scheinen die Beschwerden stärker zu werden, während Kühlung Linderung verschafft. Schwarzteeanwendungen können durch die enthaltenen Gerbstoffe bei lokaler Reizung manchmal vorübergehend Linderung verschaffen- bei häufiger oder längerer Anwendung können sie allerdings austrocknend wirken. Da Sie auf diverse Anwendungen mit einer Verschlechterung reagiert haben, würde ich die lokalen Anwendungen deutlich reduzieren, damit sich die Haut bzw. Schleimhaut beruhigen kann. Eine sanfte Intimhygiene ohne parfümierte oder anderweitig reizende Inhaltsstoffe sowie lockere atmungsaktive Kleidung, die weitgehende Vermeidung von Reibung und Wärme sind zur Unterstützung sinnvoll. Falls die äussere Haut der Vulva insgesamt trocken und gereizt ist, könnte ggf. eine ganz einfache, parfümfreie Creme für die Vulva hilfreich sein. Ihren Gedanken, dass ein hormoneller Einfluss eine Rolle spielen könnte, halte ich für nachvollziehbar. Nach entsprechender Schonung könnte gezielt mit einer gynäkologischen Untersuchung der Zustand der Vulva und Vaginalschleimhaut bezüglich Östrogenmangel oder anderen Auffälligkeiten beurteilt werden. Sollten sich hier Hinweise auf einen Östrogenmangel zeigen, könnte ein Versuch mit lokalem Östrogen erwogen werden.   Sollte sich trotz Schonung und entsprechender Behandlung keine Besserung einstellen, halte ich auch eine Vorstellung in einer speziellen Sprechstunde mit dem Fokus auf Vulvaerkrankungen bzw. Vulodynie für sinnvoll.  Ich wünsche Ihnen alles Gute!


SommermamaFamilie89

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Hallo Frau Dr. Mallmann, ich war heute in meiner Frauenarztpraxis und sie vermutet durch die aneinanderreihung der Ereignisse sowie die durchnahme der Slinda eine überreizung der Schleimhaut und dadurch bedingt eine Überreizung des Pudendusnerv. Ich habe jetzt eine Östrogencreme sowie eine Kortsionhaltige Fettcreme bekommen - die Östrogen soll ich auf die Haus (also nicht Vagina) auftragen und die Kortisonsalbe auf die Vagina. Zur Beruhigung des Nerv bekomme ich jetzt auch Amineurin - denn aktuell ist kein normales Leben möglich. Dann soll ich in ca 7 Tagen Slinda absetzten , in der Hoffnung das A. die Amineurin Ruhe in den Nerv bringen und die andere Medikation die Ursache bekämpft und ich so wieder zurück zum vorher komme. Also besteht der Wohl der Verdacht auf Vulodynie. Gruß


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