Frage im Expertenforum Frauenarzt / Frauenärztin an Dr. med. Helmut Mallmann:

Anliegen

Frage: Anliegen

Loredana2018_

Beitrag melden

Sehr geehrte Frau Dr. Mallmann, seit Oktober 2025 leide ich unter starkem, anhaltendem Juckreiz im Intimbereich. Zunächst wurde eine Behandlung mit einer Antipilzsalbe durchgeführt, jedoch ohne Besserung. In der Folge bestand der Verdacht auf Lichen sclerosus, woraufhin ich eine entsprechende Therapie begonnen habe. Darunter kam es kurzfristig zu einer Besserung, allerdings treten weiterhin wiederkehrende Episoden mit starkem Juckreiz auf, insbesondere nachts. Der Juckreiz betrifft den Bereich von den Schamlippen bis zum After und ist mittlerweile sehr belastend. Meine Hautärztin äußerte zuletzt den Verdacht auf Lichen simplex chronicus. Es wurde eine Biopsie durchgeführt. Laut Befund zeigt sich ein Lichen simplex chronicus, jedoch kann ein Lichen sclerosus nicht sicher ausgeschlossen werden. Diese Aussage verunsichert mich, da ich davon ausgegangen bin, dass die Biopsie zur eindeutigen Abklärung dienen sollte. Aktuell verwende ich Clobetasol acis Creme 0,5 mg/g. Soweit ich informiert bin, wird diese Therapie sowohl bei Lichen sclerosus als auch bei Lichen simplex eingesetzt. Richtig? Daher stellen sich mir folgende Fragen: Würden Sie eine erneute Biopsie oder eine Zweitmeinung empfehlen? Gibt es weitere diagnostische oder therapeutische Schritte, die sinnvoll wären? Ich wäre Ihnen sehr dankbar für Ihre Einschätzung. Frohe Ostern wünsche ich. Mit freundlichen Grüßen


Dr. med. Helmut Mallmann

Dr. med. Helmut Mallmann

Beitrag melden

Vorweg auch Ihnen schöne Ostertage !! Feingewebliche Ergebnisse sind sicher, aber nicht immer eindeutig. D.h. das Gewebe hat eindeutig Zeichen eines Lichen simplex chronicus gezeigt und es waren Element zu sehen, die nicht mehr dieser Diagnose zugeordnet werden konnten, aber auch noch nicht so ausgeprägt waren, dass man sie eindeutig einem Lichen sclerosus zuschreiben kann. Das passiert häufig in der Histologie. Auf eine Zweitmeinung und eine erneute Biopsie würde ich zunächst verzichten, denn egal was dabei raus kommt die Therapie ist allemal die gleiche: Cortisonsalben im Verlauf absteigend. Danach sollten gute Hautcremes aufgebracht werden. Halten Sie sich da an die Empfehlung Ihres Hautarztes/ärztin. Das ist unbefriedigend, aber es gibt zurzeit keine bessere Alternativen. Gruß Dr. Mallmann


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.