Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Wie kann ich meinem Kleinen helfen? (lang)

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Frage: Wie kann ich meinem Kleinen helfen? (lang)

Mitglied inaktiv

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Hallo Dr. Posth, hallo auch an alle anderen, ich mache mir im Moment riesengroße Sorgen um meinen kleinen Sohn. Er ist am 05.08.03 2 Jahre geworden. Am 10.08.03 ist mein Vater im Alter von 53 Jahren unerwartet verstorben. Er starb in den Armen meiner Mom. Mein Leben ist also im Moment das größte Chaos überhaupt, weil ich immer Angst hatte und auch habe, meine Eltern zu verlieren. Der Kleine war zwar in der selben Wohnung, in der es passiert ist, hat das Sterben meines Vaters aber nicht unmittelbar mitbekommen. Er hat an diesem Abend jedoch miterlebt, wie all die starken Erwachsenen nacheinander mit Wein- oder Schreikrämpfen zusammengebrochen sind. Wir haben ihn dann erstmal eine Woche zu meinen Schwiegereltern gegeben, damit er die erste sehr schmerzhafte Trauer von mir, meiner Mom und meinen beiden Geschwistern nicht allzusehr mitbekommt und ihn das nicht belastet. Als wir ihn wieder abgeholt haben, hatte er sich ganz gut erholt. Jetzt ist er wieder zu Hause und sucht seinen Opa so sehr. Er ist sehr quengelig, oft auch ziemlich trotzig, weint oft, haut ab und zu, und lässt vor allem seit dem seinen Nuckel, den er sonst selten nur nachts genommen hat, überhaupt nicht mehr weg. Ich habe das Gefühl, dass ich momentan eine total schlechte Mama bin, weil ich nicht so unbeschwert mit ihm lachen und spielen kann, wie wir es sonst getan haben. Ich weine auch sehr oft, weil unsere Familie ein sehr enges Verhältnis zueinander hatte und noch hat und der Schmerz so unendlich groß ist. Ich vermisse meinen Vater doch genauso sehr, wie mein Sohn seinen Opa. Ich habe ihm erklärt, dass der Opa jetzt am Tage die Sonne und die Wolken ist und abends der Mond und die Sterne. Hilft ihm das? Darf ich vor meinem Kind weinen oder schadet ihm das? Vielleicht können sie mir einige Ratschläge geben bzw. könnt ihr mir einige Ratschläge geben, wie ich meinem Sohn helfen kann mit dem Tod seines Opas umzugehen? Ich habe Angst, Angst eine schlechte Mami zu sein, Angst vor dem Alltag, auch Angst vor der Trauer um meinen Vater, den ich sehr geliebt habe. Ich danke für alle Tips und alle mails, die mir vielleicht geschrieben werden. K.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe K., es war, würde ich sagen, nicht so gut, Ihren Sohn unmittelbar nach dem Tod seines Großvaters wegzugeben. Es gibt zwar unterschiedliche Meinungen dazu, wie ein Kind die Trauer seiner Eltern oder anderer Angehöriger verkraftet, aber weggeben sollte man sein Kind auf keinen Fall. Jetzt "klafft" eine Lücke. Der Opa ist unwiederbringlich weg und Ihr Sohn konnte keinen Abschied nehmen. Ihn in Zukunft am Himmel in den Gestirnen zu suchen, nutzt Ihrem Sohn nicht viel. Besser ist es, er weiß, wo sein Opa beerdigt ist und kann an seinem Grab auf seine kindliche Weise Abschied nehmen. Z.B. kann er seinem Opa etwas mitbringen, was er auf dem Grab lassen kann. Oder er kann seinem Opa auch etwas sagen. Kinder haben eine viel größere Phantasie, als wir Erwachsenen. Der Tod ist zunächst nichts Beängstigendes für ein kleines Kind. Wichtig ist, daß Fortsein mit einem Abschied verbunden ist. Der geht jetzt nur noch am Grab. Ich hoffe, Sie können diese Empfehlungen in Ihrer Trauer akzeptieren und verkraften. Alles Gute für Sie von hier aus


Mitglied inaktiv

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Hallo K., zuerst mal liebe Grüße und gute Wünsche an Euch, denen sowas Schlimmes passiert ist! Ich habe die Erfahrung gemacht, daß gemeinsam trauern alles leichter macht und daß es wichtig ist, Kindern nichts vorzuenthalten, was einfach mal die Wahrheit ist. Dein Sohn erlebt Trauer nicht anders als Du, er hat nur zusätzlich Angst, weil er nicht versteht was los ihm, erklär ihm, warum Du traurig bist, das nimmt ihm die Angst und hilft ihm auch, sich selbst zu verstehen. Alles Gute! von Susanne


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