Mitglied inaktiv
Lieber Herr Dr. Posth, worin liegt der Unterschied zwischen großer Schüchternheit und selektivem Mutismus? Ist es gar dasselbe? Wie sollte man sich jeweils dem Kind gegenüber verhalten? Sollten auslösende Situationen eher gemieden oder verstärkt gesucht werden? Wie sollten jeweils Eltern/Erzieher darauf reagieren? Ab wann spricht man überhaupt von Mutismus/Schüchternheit? Wenn das Kind nur zögerlich auf Aufforderung etwas sagt, dann, wenn es gar nicht spricht oder wenn es unabhängig davon, allgemein unvertrauten Personen gegenüber einen "vorsichtigen" Eindruck macht? Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort. Anda
Liebe Anda, von Mutismus spricht, wenn ein Kind gar nichts sagt, zu keinem Fremden, machmal sogar kaum noch mit vertrauten Personen. Selektiver Mutismus meint, daß nur ganz bestimmte Personen oder Personengruppen angeschwiegen werden. Das Nicht-sprechen-wollen vermischt extreme Schüchternheit mit konsequentem Trotz. Es gibt keine Möglichkeit, den hier fast zwangshaft gewordenen Willen des Kindes auf einfache Weise zu durchsprechen. Die Behandlung eines solches Kindes gehört immer in die Hände von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut(in)en. Alleinige Vorsicht gegenüber Fremden ist noch kein Mutismus. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
Lieber Herr Dr. Posth, vielen Dank für Ihre Antwort. Kann ich daraus folgende Schlußfolgerung ziehen: Wenn ein Kind nach Aufforderung dazu in der Lage ist, ihm aus irgendwelchen Gründen Angst einflößenden Personen, zwar verschüchtert, aber dennoch zumindest kurze Antworten zu geben, und sich sonst fremden Personen gegenüber, je nach Situation, von kess bis schüchtern verhält, dann kann man nicht von (selektivem) Mutismus reden? Beim (selektivem) Mutismus würde das Kind trotz Aufforderung nicht reden können? LG Anda
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