Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

seltsame Verhaltensweisen

Frage: seltsame Verhaltensweisen

Mitglied inaktiv

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Lieber Dr.Posth, unser Sohn ist 20 Monate alt und eigentlich ein sehr aufgeweckter, intelligenter Junge. Zu Hause eigentlich ständig in Bewegung und zwar so extrem, dass mir selbst Mütter von drei Jungs gesagt haben, er sei sehr anstrengend und aktiv. Zudem irgendwie fixiert, d.h. er spielt beispielsweise seit einem halben Jahr jeden Tag mehrere Stunden(!!) mit unserem Staubsauger, den er herumschiebt, mich beim Saugen nachahmt, das Kabel rauszieht und sonst herum manipuliert. Er ahmt sich sowieso sehr gerne nach. Als anderes Beispiel: Kleiderbügel findet er supertoll, oder Schrauben in den Wänden (einfach seltsame Dinge). Dazu alles, was Räder hat (wohl wie viele Knaben), aber so extrem, dass er nur fast nur noch mit Spielzeug spielt, das Räder hat und er rumschieben kann. Und meist wechselt er rasch von einer Beschäftigung zur nächsten, bis er wieder bei seinem Staubsauger ankommt... Ach ja, sprachlich ist er altersgerecht entwickelt, kann sich auch mit Gesten mitteilen. Mit uns Eltern schmust er auch, lässt sich auf dem Arm trösten und sucht Körperkontakt. Er macht oft seltsame Handlungen: rennt z.B. minutenlang auf den Zehenspitzen von einem Zimmer ins andere und lacht dabei laut. Oder wenn mein Mann von der Arbeit kommt, begrüsst er ihn nicht, sondern rennt wie von einer Biene gestochen in der ganzen Wohnung herum, solange bis er hinfällt. Will man ihn dabei stoppen oder beruhigend ablenken, nimmt er einem gar nicht wahr, rennt einem sogar in die Beine hinein und läuft weiter. Er scheint dabei nichts zu hören. Hyperaktiv oder einfach überdrehter Bewegungsdrang?? Kaum sind wir aber ausser Haus (worauf er sich übrigens immer sehr freut), wird er enorm schüchtern, klammert sich an mir fest und will z.B. auf dem Spielplatz nur zuschauen, wie die anderen spielen. Vorallem gleichaltrige oder jüngere Kinder ängstigen ihn richtig. Fremde Erwachsene kann er ziemlich lange anstarren, blicken diese dann jedoch zurück, wird er verlegen und versteckt sich. In fremder Umgebung spricht er auch kein Wort, lacht praktisch nie, und hat einen Gesichtsausdruck ohne Mimik. Gewisse Dinge findet er jedoch auch dann interessant, wie z.B. Ventilatoren an der Decke, Kinderschaukel die hin und her schwingt, alles was sich bewegt. Welche Verhaltensweisen sollte ich speziell beobachten, bevor ich zu einer Fachperson gehen kann? Auswärts wird er ja wahrscheinlich der brave, scheue Knabe sein und der Arzt schickt mich wieder nach Hause. Vielleicht können Sie mir helfen? Einfach Temperament oder tatsächlich hyperaktive Züge? Vielen Dank und ganz schöne Festtage!!!


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, was Sie schildern läßt jeden erfahrenen Kinderpsychologen schon aufhorchen. Da Sie mimische Reglosigkeit und ein ängstlich scheues Wesen außerhalb der vertrauten Vierwände feststellen, wird ein erfahrener Kinderpsychologe(in)/-therapeut(in) schon seine Beobachtungen machen können. Zu einer/m solchen einmal Kontakt aufzunehmen, würde ich Ihnen auch raten. Hier im Internet Spekulationen aufzustellen, erscheint mir nicht ratsam. Schließlich kenne ich Ihren Sohn nicht wirklich. Daher nehmen Sie erst einmal nur meine Empfehlung an. Viele Grüße


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