Frage im Expertenforum Babypflege an Katrin Simon:

Schimpfen mit Babies

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Frage: Schimpfen mit Babies

Mitglied inaktiv

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Hi! Also vorab: Ich liebe meinen Sohn über alles und würde ihm auch nicht weh tun .... aber: manchmal hab ich echt keine Nerven im Moment. Da zieht er mir ne halbe Stunde an den Haaren oder, was noch viel schlimmer ist, tritt mir beim Wickeln in den Bauch (bin SS). Ich sage bestimmt 10 oder 15 mal "Nein Marvin!" oder "Nein, nein!". Aber dann hab ich auch die Nase voll und schimpfe mit ihm. Also nicht lang, aber halt mit ziemlich energischer Stimme. Und dann hört er auch auf. Wundert sich was das war. Und dann tut mir das im Nachhinein so leid, das ich ihn dann gaaaanz viel schmuse und ihm erkläre, dass ich das nicht so gemeint habe, aber mir das weh tut und da das Baby kaputt geht (ich weiß, das versteht er noch nicht, aber egal). Ist das ok, oder fühlt er sich dann weniger geliebt oder sowas? Könnt mich dann immer selbst vollschimpfen ... LG


Katrin Simon

Katrin Simon

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Liebe Nino, leider weiß ich das Alter Deines Kindes nicht.... Aber: jedes Kind kann und muss Grenzen lernen. Diese Grenzen bestimmst Du. Dazu ist auch wichtig, dass Du zu dem stehst, was Du sagst. Also "liebevoll konsequent" bleibst. Wenn Du Deinen Sohnemann mehrmals vorwarnst und er unermüdlich weitertritt, dann ist eine Konsequenz wichtig, damit der kleine Mann merkt, dass es Dir ernst ist. Suche Dir daher ein Verhalten Deinerseits aus, was ihm begreifbar macht, das er den Grenzpunkt erreicht hat, aber Du Dich trotzdem "wohl" fühlst mit Deinem Verhalten. Denn- wenn Du Dich anschließend entschuldigst, dann verweichlichst Du Dein Anliegen und das Verhalten Deines Sohnes könnte sich noch steigern, damit er herausfindest, wie weit er gehen kann... Dein Sohn wird Dich ganz bestimmt nicht weniger lieben, wenn Du auf seine Aufforderung zu handeln, reagierst. Denn Kinder suchen Grenzen und sind oftmals sehr dankbar, wenn man sie ihnen setzt. Eine Entschuldigung an Deinen Sohn richtest Du dann, wenn Du vorschnell oder unüberlegt reagiert hast oder Dich im Ton vergriffen. Denn auch das kann und sollte Dein Sohn natürlich von Dir lernen. Und je besser Dein Sohn von Dir/Euch Grenzen lernt, desto besser kann er es für seine eigene Persönlichkeitsbildung anderen gegenüber auch anwenden :-). Ein sehr schönes Buch, um bestimmt, aber sachlich zu reagieren in Konfliktsituationen heisst: "Starke Kinder brauchen starke Eltern." Der Elternkurs des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) (Taschenbuch) von Paula Honkanen-Schoberth (Autor), Paula Honkanen- Schoberth (Autor) Diese Literatur ist gut verständlich geschrieben und nachvollziehbar. Es gibt auch praktische Elternkurse von Bildungsreinrichtungen unter dem o.g. Titel. Alles Gute und viele Grüße von Katrin


Mitglied inaktiv

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Ich finde schimpfen eigentlich ganz schrecklich. Aber mir passiert das auch, wenn ich etwas weniger Nerven zur Verfügung hab. Schimpfen ist der erste Weg zum Trotzig sein. Ich mag es nicht, wenn mich jemand schimpft, mache dann meist nicht das, was mit dem Schimpfen erreicht werden sollte. Ich glaube jedoch auch nicht, dass dich dein Kind weniger Lieben wird. So lange er es nicht versteht, funktioniert seine Kommunikation primär über nonverbale Kommunikation, dh auch Tonfall. Er wird wohl dein "Nein" nicht mit Strampeln und Tritte in den Bauch verbinden. Was hälst du davon, nicht das Verhalten deines Sohnes zu korrigieren, sondern selbst erst mal die Situation entschärfst, bevor deine Nerven blank liegen. Wenn er auf dem Wickeltisch liegt und dich ausversehen tritt und trotz "nein" sich nichts tut, dann dreh ihn doch mal. Er muss ja nicht mit dem Popo zu dir liegen. Genauso gut geht das, wenn er seitwerts oder mit dem Kopf zu dir liegt. Schimpfen ist immer verbunden mit einem "du bist nicht okay". Da zu einer Situation meist zwei gehören, wieso soll ständig einer was tun (der, der geschimpft wird). Meine Tochter ist gad 8 Monate und hat eine Voliebe fü meine Büche. Wenn sie die zepflücken will, sag ich ih jetzt 2 mal "Nein, Bücher sind zum Lesen da". Lässt sie ihre Aktion nicht sein, ist die Konsequenz nicht mehr, dass ich schimpfe, sondern sie vom Bücherregal weg setze. Es gibt hin und wieder Tränchen bei solchen Aktionen, aber sie beginnt zu verstehen. Ich habe festgestellt, dass bei uns schimpfen nichts bringt. Da hat sie mich immer angelächelt. Aber manchmal passiert es mir auch, wenn sie mich an den Haaren zieht. An manchen Situationen ist man aber selbst schuld, daher müsste man sich echt selbst beschimpfen. Versuch hin und wieder auch eure "gefährlichen Situationen" zu entschärfen. Regeln braucht das Kind schon. Sie sollten konstant bleiben. Und du solltest dahinter stehen. Dein Sohn merkt jeden Zwispalt in dir. Wie gesagt, versuch ihn mal woanders als in Bauchhöhe zu wickeln oder dreh ihn einfach mal von dir weg. Ich bin übrigens kein "Fan" von "das tut dem Baby im Bauch weh". Schicke lieber eine Ich-Botschaft ala "das tut mir weh". Davon hat ein Baby gegenfalls mehr Vorstellung als von einem Baby im Bauch. So lernt es auch nicht, dass ein Geschwisterchen eine Einschränkung für ihn ist (er darf zB wegen ihn dies und jenes nicht tun). Ich hoffe, du verstehst, was ich will. Ein Kind soll nicht als Untertan behandelt werden, sondern respektvoll wie ein Partner. Nörgeln und Schimpfen sind der erste Schritt zum Tod von Liebe. Aber da man nur ein Mensch ist, sind ausrutscher erlaubt. Die Welt ist kein Zuckerschlecken. So lange du nicht täglich schimpfst und meckerst, ist das glaube okay. Nerven sind mal mehr, mal weniger da. In diesem Sinne. Eine schöne Beziehung. SUSE


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