Mitglied inaktiv
Hallo! Vorab, Marvin ist jetzt 22 Monate alt und Niklas 7,5 Monate. Nun zum Problem. Der Große möchte im Moment immer nur Mama. Was ja auch nicht so schlimm ist. AAABER er faucht alle Leute an und haut selbst Oma und Papa. Er akzeptiert sie nur, wenn ich nicht da bin. Und da gibt es auch imemr ein Theater, wenn ich nur ins Nachbarzimmer gehe. Niklas beginnt auch zu fremdeln. Bislang wollte Marvin z,B, nicht, dass ich Niklas hoch nehme oder wenn wir einkaufen gingen, dass wir auch was für Niklas kaufen: "Nikas nein nein nein!". Heute wollte Marvin nicht, dass meine Mutter Niklas in der Babyschale trägt. Er hat erst geschimpft, dann versucht meine Mom wegzuschubsen, gehauen und schließlich geweint. Wir haben versucht es ihm zu erklären, aber es half nichts. Was kann ich tun? Zusätzlich steht am Freitag der erste Tag in einer betreuten Spielgruppe für Marvin an. Dann immer Freitags. AAABer er rennt im Moment vor allen Kindern aus. Er hat einen "Freund", der immer haut und nun hat er anscheinend Angst. Ich war gestern und heute schon mit ihm dort, damit er sich schonmal an die Räumlichkeiten gewöhnen kann. Er spielt auch schön, aber ich darf maximal 10cm von ihm entfernt sein und kein anderes Kind darf sich ihm nähern. Was kann ich tun? Danke und lG
Liebe nino, ganz klar- hauen geht nicht! Das ist die einstimmige Meinung nehme ich an?! Wie gut kann sich Dein Sohn schon ausdrücken? Kannst Du schon aus ihm herauslocken, warum er so böse werden muss? Versuche mit ihm sehr empahtisch zu sein und zu fühlen, was in ihm vorgehen mag. Nimmt Oma also die Babyschale und Marvin ist sauer, dann könnten Möglichkeiten dahinterstehen wie: - Angst, dass der kleine einfach mitgenommen wird - Frust, dass Oma genau das darf, was Dein großer gerne tun möchte; nämlich die Babyschale tragen bzw. mithelfen - Oma Sachen machen darf, ohne dass sie Dich als Mama ( Chef) fragen muss. Dein Sohn kann die "Hierarchie" noch nicht verstehen - Dein Sohn fühlt sich aus unterschiedlichen Gründen einfach nur mißverstanden oder gar nicht verstanden, weil er sich noch nicht so differenziert ausdrücken kann und mit sich selbst nicht im reinen ist. Er braucht Lob und Anerkennung. Wichtig: Dein Sohn braucht klare Regeln ohne viel Worte. Erklärungen ja, aber diese dürfen nicht ins unermeßliche ausaten und zu lang sein. Sie werden nicht verstanden. Es ist besser Deinen Sohn momentan abzulenken, einzubinden und ihm viel Selbstvertrauen zu schenken. Z.B. die Babyschale mitzutragen, die Tür aufzuhalten, zu gucken, ob ein Auto kommt beim Straßeüberqueren- quasi Deinem Sohn ein wenig "die Chefposition" zukommen zu lassen. Allerdings in Maßen. Denn ganz klassisch für Trotzreaktionen ist, dass die Kinder mit Entscheidungen überfrachtet sind. Sie benötigen klare Vorgaben, die sie ausfüllen aber nicht überfordern. Der Impuls zu schauen, ob z.B. ein Auto kommt, ist eine klare Anweisung und gleichzeitig die Anforderung die Situation zu bewerten. Also eine gute Mischung ( ich hoffe Du verstehst, was ich meine). Damit kann man "brenzlige" Situationen gut abpuffern. Haut Dein Sohn, dann bitte weiterhin ein klares NEIN sagen. Erläutere Eure Regel, dass nicht gehauen wird und gib Deinem Sohn die Aussicht, dass er bei Wut weggehen kann/muss z.B. in sein Zimmer, wo er allein ist und niemanden weh tut. Die Situation in der Spielgruppe wird sich zeigen. Die Erzieherinnen sollten vorbereitet sein... Begleite Deinen Sohn ( geht es auch ohne den kleinen?). Vielleicht ist Deine Nähe sogar ein paar Mal nötig in diesen Stunden; es wird sich aber bessern! Wenn Du Dich entfernen darfst, dann zuerst nur in unmittelbare Umgebung VOR die Tür. So kann Dein Sohn sehen, dass Du NICHT weg bist. Sei pünktlich da, wenn die Tür aufgeht und die Kinder entlassen werden- das schafft weiter Vertrauen, dass auf Dich Verlass ist und Du ihn immer abholen wirst. Sicher wird sich dann alles entspannen, wenn sich Marvin an seine neue Umgebung gewöhnt hat. Und- wenn ihm momentan nach alleinigem Spiel zumute ist. O.k. Dann ist dies gerade sein Bedürfnis sich zurückzuziehen. Er hat momentan ganz andere Dinge im Kopf und auf dem Herzen, als sich mit gleichaltrigen auseinanderzusetzen. Ich denke, dass Marvin eher ein Junge ist, der vieles mit sich ausmacht und einfach noch ein Weilchen braucht, um sich mitteilen zu können. Er ist wohlüberlegt und lässt Gedanken und Emotionen reifen- so bestimmt auch, wer mit ihm spielen darf, wenn er so weit ist. Viele Grüße von Katrin