Frage im Expertenforum Babypflege an Katrin Simon:

Hörende Kinder

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Frage: Hörende Kinder

Mitglied inaktiv

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Hallo, meine 2 sind jetzt fast 3 und 20 Monate alt. Leider hören sie im Moment überhaupt nicht. Leider fehlen mir auch manchmal die Ideen für Konsequenzen. Wenn wir uns zum rausgehen anziehen wollen z.B. . Wenns auf den Spielplatz gehen soll, klar, dann können wir da nicht hin. Aber wenn wir z.B. einen Termin beim Kinderarzt haben, kann ich damit nicht "drohen", denn da wollen sie ja eh nicht wirklich hin. Oder Abends, wenn sie im Bett bleiben sollen. Unser Papa droht dann an, er macht die Musik aus und schließt die Tür. Aber ich möchte auch nicht, dass sie Angst haben. Dazu kommt auch, dass der Kleine erst seit 3 Tagen überhaupt alleine aus dem Bett kann und das natürlich auch will. Müde sind sie abends shcon, denn beim Sandmann schlafen sie fast ein. Liegen sie dann in ihren Betten, drehen sie nochmal total auf. Ist es ok, ein Kind einmal freundlich zu bitten etwas zu tun oder zu lassen, beim 2. Mal eine Konsequenz beizufügen und beim 3. Mal diese auszuführen? Und wenn ich dann bei Nr. 3 angekommen bin, z.B. auf dem Spielplatz nach dem Sand werfen sag ich dass wir heim gehen müssen. Dann wirklich heim gehen, oder dies "andeuten" und wenn das Kind sagt, es macht es nicht mehr doch nochmal nachgeben? Auch haut / kratzt der Große den Kleinen in letzter Zeit sehr oft. Nichts hilft. Kein ins Kinderzimmer schicken, auch nicht, wenn der Kleine dann ein Trostpflaster bekommt und er nicht. Wie kann ich es ihm denn noch begreiflich machen? Sollte ich ihm dann vielleicht Handschuhe anziehen für 2 Minuten? Damit er es lernt? Vielen, vielen Dank und liebe Grüße Nicole


Katrin Simon

Katrin Simon

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Liebe Nicole, damit Kinder lernen, brauchen Sie 1. Grenzen und 2. Konsequenzen, wenn etwas nicht funktioniert. Das hört sich zunächst "streng" an, meine ich natürlich nicht im Feldwebelton, sondern eben kind- und elterngerecht. Alles, was Sie authentisch den Kindern herüberbringen und ihnen zeigen, dass Sie dahinter stehen, wirkt meist. Dafür ist es erforderlich, dass sich auch Ihr Mann und Sie sich einig sind. Also vorher Absprachen treffen, schnellstmöglichst die Situation mitteilen, wenn der Partner hinzukommt, wenn eine Konsequenz erfolgen soll und erfolgt ist.... Ansonsten lernen die Kinder ganz schnell das weniger Üble für sich zu finden und spielen Sie aus. Daher auch keine Diskussionen VOR dem Kind, ggf. eher mal die Zähne zusammenbeissen, auch wenn der Partner mal in die Gegenrichtung fährt, und hinterher darüber sprechen. Stellen Sie Regeln und Rituale auf. Ich halte viel von einem Rhythmischen Tagesablauf mit Struktur. Ein Kind kann in diesem Rahmen seine üblichen Gewohnheiten bzw. entstandene Ausnahmen besser erkennen und Sie diese auch verdeutlichen. Geht es also z.B. darum, dass vor dem Sandmann noch ein Film geschaut werden soll, dann kann dies als Ausnahme sehrwohl tituliert werden, da es eben anders ist als sonst. Ziele setzen ist ebenfalls sehr hilfreich. " Ihr dürft noch bis...., dann ist Schluss." Wird dies nicht angenommen, dann ermahnen Sie in drei Stufen und eine Konsequenz. Dabei ist immer zu überlegen, wie nachteilig dies auch für SIE sein kann. Jetzt gehen wir gleich nach Hause, kann demnach auch für Sie ein öder nervenaufreibender Nachmittag bei herrlichem Sonnenschein in der Wohnung sein- also lieber etwas anderes überlegen.Die Schaufel kommt dann weg, eine andere Beschäftigung anbieten und suchen wie z.B. Schaukeln, damit man aus der angespannten Situation kommt und sich der Impuls "Sand werfen" auch für Ihr Kind verflüchtigt. Die Sanktion ankündigen und mit "letzter Warnung" auch deutlich machen, dass es nun ernst wird. Ihr Kind wird Sie dann ernst nehmen, wenn Sie sie auch wahrmachen. Ein Gegenspiel ist, wenn sich Ihr Kind gut aus der Situation löst, dann sagen Sie es ihm auch. " .... ich bin stolz auf Dich, dass Du jetzt nicht mehr mit Sand wirfst." Die Aussage, " schön, dass DU hörst o.ä.", zeigt mehr den autoritären Weg. Nämlich sich nicht auf die Situation zu beziehen, sondern auf die Tatsache, dass Mamas Wort gilt. Ja, ist auch in vielen Fällen, nötig- finde aber erst später. Wenn die ABER Phase extrem ist.... Vielleicht ist auch das Belohnungsprinzip ein gutes Mittel, um den Großen zu locken. Vereinbaren Sie z.B., dass jedes Mal, wenn er auf dem Spielplatz nicht mit Sand wirft, einen Punkt/Sternchen/ Fußball o.a. auf ein Plakat geklebt bekommt. Hat er z.B: zehn zusammen, dann darf er sich eine kleine Belohnung aussuchen. Mag für manchen nach Bestechnung aussehen, finde aber, dass sich etwas zu verdienen, keinesfalls ausser Acht gelassen werden sollte. Gehen wir von uns aus, so machen wir täglich auch viele Dinge, auch im Job, die wir anders tun würden, und nur deshalb, weil wir unseren Lohn erwarten und unsere eigenen Ressourcen schonen wollen. Eine andere Idee ist: das Kind aus der Situation herausholen. Nach schlagen, spucken und wiederholtem Male, sofort beim geschädigten Kind entschuldigen und dann auf einen Stuhl o.a. setzen und eindringlich nochmals deutlich machen, dass es so nicht geht. Das Kind darf erst aufstehen, wenn Sie als Mutter dies erlauben. Treffen Sie auch Vereinbarungen oder stärker noch, Versprechungen und geben sich darauf die Hand. Ein dreijähriger wird dies schon verstehen... Erinnern Sie ihn daran, dass Sie sich etwas versprochen haben. Achtung: das Halten gilt natürlich dann genauso auch für Sie. Kleine Menschen können schon ganz schön gut argumentieren und werden Sie auch daran erinnern! Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen. Vielleicht kann Ihr Sohn auch schon einen sog. Perspektivenwechsel einnehmen. " Stell Dir vor, Dir würde immer jemand Sand ins Gesicht werfen. Wie würdest Du Dich dabei fühlen? Denk daran, wie weh das tut." Dieser Impuls lässt so manches Kind stutzig und tatsächlich auch nachsichtig werden. Ich bin keine Pädagogin im klassischen Sinne und habe daher mehr eigene Erfahrung und die von mir bekannten Eltern geschildert. Dilemma gibt es wirklich überall und Kopfzerbrechen über den richtigen Weg. Hilfreich kann auch einfach mal ein " fünfe Grade" sein lassen und einfach mal etwas passieren lassen, ohne gleich einen pädagogisch wertvollen Anspruch an sich selbst zu haben. Dies nur als Hinweis dafür, dass eine perfekte Art zu reagieren nicht einmal studierten, gelernten Pädagogen gelingt. Lassen Sie auch hier Ihr Bauchgefühl das ein oder andere Mal entscheiden. Geben Sie die Verantwortung auch ruhig mal an den Partner ab- vielleicht löst er Konflikte ganz anders und auch gut. Einfach mal beobachten und besprechen. Aber- bleiben Sie Mutter und Vater ( werden Sie keine Kumpel für die Kinder. Gibts genug im Sandkasten...) und antworten Sie klar mit Ja oder Nein. Meist ertönt aus uns ein JEIN- und in diesem Wort gibts viele emotionale Schwankungen, die die Kinder ganz schnell heraushören und gleich dann auch versuchen in die Tat umzusetzen :-). Übrigens- kreative Tipps zum Locken und Situationen entschärfen können Sie im Buch " Das Mary Popins Prinzip" nachlesen. Ich glaube im Kösel Verlag erschienen, bestimmt auch via Amazon zu erhalten. Viele Grüße von Katrin


Mitglied inaktiv

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Hallo nochmal ;-) gestern durften sich die Kinder Musik zum einschlafen anhören. Marvin, der große lag brav in seinem Bett. Niklas turnte. Also habe ich die Musik ausgemacht. Marvin hat geweint (verständlich), denn er war ja brav. Ich habe ihm dann erklärt, dass Niklas auch lernen muss, zu hören und dass ich die Musik wieder anmache, wenn Niklas 5 Minuten schön liegen bleibt. Hat dann auch funktioniert. Aber ich finde es gemein, dem hörenden Kind gegenüber, wenn es mit bestraft wird. Leider lässt es sich aber nicht immer vermeiden, da sie z.B. nur 1 Zimmer haben. Wie würden Sie da handeln? Danke und lG


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