Mitglied inaktiv
Hallo! Erstmal zu uns: Mein "Großer" ist fast 16 Monate alt und der Kleine 5 Wochen. Marvin, der Große, macht mir im Moment echt ziemliche Sorgen. Begonnen hat alles ein paar Wochen vor der Geburt des Kleinen, Niklas. Als ich dann im Krankenhaus war, gab es auch so eine ´Situation. Wir wollten in den Krankenhauspark, aber Marvin dachte, er soll ohne mich heim gehen und hat ganz fürchterlich geweint. Als wir heim gekommen sind, hat er sich gefreut, hing aber mehr an Papa, obwohl er immer ein absolutes Mamakind war. Aber das ist ja auch nicht schlimm. Jedenfalls habe ich sehr große Probleme seitdem, Marvin ins Bett zu bringen. Er hebt immer wieder den Kopf um sich davon zu vergewissern, dass ich noch da bin. Dann stellt er sich hin und kommt schmusen und küssen. Nur leider macht er das stundenlang. Ich kann ihn nicht zum schlafen bewegen. Nachts schläft er auch nicht durch, er hat immer 1-2mal Durst. Das war auch vor Niklas' Geburt schon so, das ist auch nicht das Problem. NUr, wenn ich ihm nachts die Flasche gebe und er getrunken hat, schläft er nicht mehr. Er liegt dann entweder ruhig im Bett oder schaut auch immer wieder, ob ich da bin. Das macht er stundenlang. Oder aber, er liegt im Bett und beginnt zu weinen, obwohl ich keine Anstalten gemacht habe, das Zimmer zu verlassen. Gerade ging es wieder so. Nach 2 Stunden ist nun unser Papa zu ihm gegangen und schläft auf dem Kinderzimmerboden. Marvin lässt mich kein Zimmer verlassen, hat Angst dass ich nicht wieder komme. Er schmust viel mit mir, die Nähe braucht er und die möchte ich ihm auch geben. So kommen wir eigentlich gut klar, aber das Problem abends und nachts macht mich sehr traurig. Ich kann ihm nicht erklären dass ich da bleibe. Ich dachte schon, da lege ich ihm die Hand auf den Rücken, damit er merkt dass ich da bin, aber das möchte er nicht. Tagsüber mag Marvin auch nicht kuscheln, hat vor 2 Wochen das Laufen entdeckt und läuft den ganzen Tag durch die Wohnung. Haben Sie bitte einen Tip für mich, wie ich unser Problem beheben kann? Es macht mich fertig. Es ist nicht der Schlafmangel, sondern das Gefühl, Marvin Angst zu machen und ihm anscheinend nicht geben zu können, was er braucht. Immer wieder weine ich mich in den Schlaf, bis dann der Kleine wieder wach ist ... . Ich möchte Marvin aber auch nur ungern mit ins Elternbett nehmen, weil er dann nicht mehr im Kinderzimmer schlafen mag. Außerdem würde er wach, wenn Niklas nachts weint. Sollte ich vielleicht mittags ihn ins Elternbett legen und mit ihm schmusen, bis er eingeschlafen ist? Würde das helfen? Marvin ist nicht sonderlich eifersüchtig auf Niklas, sondern küsst ihn, streichelt ihm und rennt sofort durch die Wohnung wenn Niklas weint, um ihm zu helfen. Das kann es also eigentlich nicht sein. Es ist nur das Problem dass er sich absolut nicht von mir lösen kann aus Angst ich lasse ihn wieder allein. Dabei sind wir nun schon 4 Wochen daheim und ich habe ihn seitem IMMER überall mit hin genommen. Nur einmal war er mit Papa 3 Stunden allein weg und einmal war ich allein beim Zahnarzt. Was soll ich tun? Sorry, dass es sooo lang geworden ist. Danke und lG Marvin, NIklas und Nicole
Liebe Nicole, Ihre beiden kleinen Männer fordern Sie momentan ganz schön heraus.... Und Sie haben in der Tat eine wirklich ganz emotional sensible Aufgabe zu bewältigen, das steht fest. Betrachtet man Marvins Situation, so steht auch er vor emotional großen Aufgaben bzw. befindet sich mitten drin. Zum einen ist er großer Bruder geworden und kann kognitiv viele Dinge noch gar nicht nachvollziehen wie z.B. den Pflegeaufwand für den kleinen Bruder. Marvin kann "nur" fühlen und erleben, dass sich eine einschneidene Veränderung in der Familie getan hat, die alles aus dem Lot bringt. Und zum anderen hat Marvin durch das Laufen eine neu gewonnene Selbständigkeit erlangt. In diesen Zeiten des Mobilwerdens ist i.d.R. bei wirklich fast allen Kindern ein paradoxes Verhalten zu beobachten. Einerseits tun sie nichts anderes, als den ganzen lieben Tag auf Entdeckertour zu gehen. Andererseits sind die kleinen extrem anhänglich und brauchen immer wieder Rückenstärkung, Schmuseeinheiten und sind gerade nachts auf die Eltern fixiert. Marvin hat also auch sehr viel mit sich zu tun und sucht bei Unsicherheiten den "Fels in der Brandung"; nämlich SIE!! Er vergewissert sich immer wieder bei Ihnen, ob er sich auf Sie verlassen kann und das sog. Urvertrauen endlos ist. Andere Geschwisterkinder in dieser Situation beginnen viel Blödsinn zu machen und schauen, ob Mama und Papa sie auch dann noch immer liebhaben. Marvin ist scheinbar sensibler und sucht die extreme Nähe. Insofern finde ich Ihre Idee sehr gut! Geben Sie und Ihr Mann Marvin an gewissen Zeiten am Tag die volle Aufmerksamkeit. Der gemeinsame Kuschelmittagschlaf, eine Spieleinheit, wenn der kleine Mann zufrieden ist und vielleicht ist es auch möglich ohne das Baby einmal die Woche an einem Spielkurs o.ä. teilzunehmen. So erfährt der große, dass er natürlich!!! immer noch genauso wichtig und geliebt ist, wie bisher. Vielleicht hilft es Marvin auch, wenn er "Große Bruder-Aufgaben" übernehmen darf. Also Dinge, die er schon erledigen kann. Betonen Sie dann, dass Ihnen seine "Handreichungen" sehr geholfen haben, dass das Baby durch sein Streicheln nun zufrieden ist etc. Damit loben und bestätigen Sie den großen! Vielleicht hat Marvin auch eine Puppe, mit und an der er schon einiges nachspielen kann. Geben Sie eine Windel raus, binden Sie die Puppe in ein Tragetuch, besorgen Sie einen Puppenbuggy usw. Ich denke, dass sich Ihr großer Sohn bald wieder mehr von Ihnen lösen kann. Je sicherer er sich ist, dass Sie quasi sein Anker sind, desto besser wird es ihm gelingen. Lassen Sie sich Zeit und lassen Sie sich bitte nicht von äusseren Einflüssen unter Druck setzen!! Sie als Familie müssen sich erst einmal neu finden und das braucht Ruhe. Viele Grüße von Katrin