Mitglied inaktiv
Hallo! Unser Großer, 2 1/4 haut den Kleinen, 1 immer häufiger. Oder er tritt, schubst, kratzt,... . Was können wir noch tun? Wir sagen ihm, dass er dies nicht darf und bestehen darauf, dass er sich bei Niklas entschuldigt, was er dann auch macht (er kann sehr gut sprechen). Haben Sie noch eine Idee? Und die 2. Frage kommt hauptsächlich von unserem Papa. Beide Kinder sind ziemliche Mamakinder. Marvin schon immer, bei Niklas wird es zunehmend mehr. Sie mögen beide kaum bei Papa sein. Abends z.B. schmusen wir als Abendritual alle gemeinsam im Ehebett. Neuerdings ist es aber so, dass keiner mehr mit Papa schmusen mag, sondern alle nur mit mir. Marvin am liebsten allein bei mir. Unser Papa liegt dann ganz traurig am anderen Ende des Bettes... . Oder wenn sich Niklas stößt, will er auch nur noch zu mir. Marvin lässt generell alles nur von mir machen und dass schon seit mehr als einem Jahr. Ich denke, es liegt daran, dass Papa zu wenig Geduld hat mit ihnen. Wenn er von der Arbeit kommt, hätte er denk ich gern seine Ruhe, was aber bei kleinen Kindern nicht immer machbar ist. Er schimpft dann immer gleich. Sage ich ihm das jedoch, bin ich auch noch daran schuld... Danke ;-)
Liebe Nino, der große will momentan wissen, wo seine Grenzen sind! Er weiß genau, dass Geschwisterstreit Sie hellhörig macht und Sie intervenieren werden. Allerdings ist eine Provokation auch immer eine Aufforderung, damit Sie genau hinschauen. Vielleicht möchte Ihnen der kleine große Mann noch mehr sagen, als " Mama, ich tue was, was Du nicht magst". Vielleicht sucht der kleine gerade ganz entschieden Ihre vollkommene Aufmerksamkeit; daher auch der intensive Mamabezug. Könnte es sein, dass Sie den kleinen eher in Schutz nehmen? Wie schauts mit der ganz alleinigen Zeit für den großen aus? Schaffen Sie es, sich ihm so zuzuwenden, dass er Sie nur für sich allein hat? Versuchen Sie solche Freiräume zu schaffen. Vielleicht auch kleine Rituale zu erarbeiten. Denken Sie daran, dass die Qualität zählt; nicht die Quantität der Zuwendung. Also; ein tägliches Bilderbuchlesen oder Puzzeln o.ä. könnte Ihre gemeinsame Mußestunde werden. Der Mutterbezug der beiden hängt sicher auch damit zusammen, dass Papa wenig und/oder ungeduldig die Zeit mit den kleinen verbringt. Allerdings sind phasenweise "Lieblingseltern" auch vollkommen o.k. Momentan brauchen die Kinder offensichtlich mehr den weiblichen Part ( schmusen, Weichheit, Sanftheit...). Verlangen die Jungs nach Reibung, dann könnte Papa der Beste werden- vorausgesetzt, er lässt es zu. Dann ist spielerische Keilerei, Toben und Necken angegsagt. Abenteuer und Männersachen; Mutti muss dann mal draussen bleiben. Wie gesagt, Ihr Mann sollte den Spaß daran finden, was mit seinen Söhnen zu tun! Wichtig in diesen "Lieblingselternphasen" ist: spielen Sie sich nicht gegenseitig aus; auch wenn es unbewußt ist. Leben Sie das Selbstverständnis vor, dass Papa z.b. natürlich!!! auch Schmusen will. Legen Sie sich zu ihm, wenn keiner der Jungs möchte. Damit symbolisieren Sie: wir gehören alle zusammen und ich auch zu Papa. Ihr Mann sollte seine Enttäuschung nicht so deutlich zu Tage bringen. Im Gegenteil: ein wildes Durchkitzelmanöver oder wildes Spiel bringen die Kinder ihm näher, als die Depression des "großen Papas". Signalisieren Sie ihren Kindern immer wieder, dass Papa auch das kann, was Sie können. Stößt sich also Niklas und Papa ist als erster bei ihm, dann betonen Sie, dass Papa genauso pusten kann, wie Sie. Oder Sie kommen erst gar nicht dazu. Lassen Sie die Männer die Sache unter sich regeln....Oder aber trösten Sie Ihren kleinen gemeinsam! Fazit: zeigen Sie als Paar Ihre Gemeinsamkeit und Fähigkeit für beide Kinder da zu sein! Ihr Mann sollte sich mehr einbringen! Zeigen Sie auch kindliches Verhalten ( fühlen Sie sich in die Kinder ein. Denken Sie dabei an Ihre eigene Kindheit zurück; dann gelingt dies einfacher!). Suchen Sie sich Inseln, wo jedes Kind mit dem jeweiligen Elternteil auch mal ganz allein ist und es seine individuelle Zuwendung bekommt. Viele Grüße und alles Gute von Katrin