Mitglied inaktiv
Hallo, Meine Freundin hat mir heute zu meinem Entsetzen gestanden, dass sie sich seit einem Monat in ambulanter Psychotherapie befindet, weil sie Eßprobleme hat, die sich drastisch verschlimmerten, seit ihr Sohn auf der Welt ist (knapp 1Jahr). Sie erbricht ihr Essen wieder. Sie machte sich ernsthaft Sorgen, dass der Kleine nun einen "Schaden fürs Leben" hat, da ihm das ja nicht entgangen sein kann, was Mami für Essenmengen isst und diese später wieder heraus holt. Ich wußte ehrlich gesagt nicht, wie sich das mit dem Begreifen der Lage bei ihm ist. Er ist schon lange ein "guter Esser". Für mich macht er keinen geschädigten Eindruck. Aber in die Psyche eines Babies kann ich nicht sehen. Weißt du, wie sich das verhält? Begreift ein Baby, was seine eßgestörte Mutter da macht, vielleich unbewußt? Ist er nun gefährdet, später auch anfällig für das Erbrechen sein? Sonst ist sie eine der liebevollsten Mütter die ich je gesehen hab - engelsgeduld, keinen KiWa, Familienbett, sehr selten schimpft sie ihn etc. So augeschlossen und ausgeglichen ist der Kleine, er hatte auch nie gefremdelt, ein soziales Genie sozusagen. Aber die Mami braucht bestimmt noch über ein halbes bis ganzes Jahr um hoffentlich gesund zu werden. Ich hoffe du kannst uns weiterhelfen Myra
Liebe Myra! Deine Freundin ist schon sehr weit und sehr reflektiert in ihrem Verhalten. Sie hat sich SELBST in eine Therapie begeben, vertraut!!! sich Dir an und lässt ihr Kind nicht ausser acht. Meine Achtung! Der kleine Mann wird noch nicht begreifen, was für Essensmengen seine Mama zu sich nimmt. Sie sollte nach Möglichkeit aber immer mit ihm versuchen eine "normal" Esssituation herzustellen. Also gemeinsam am Tisch sitzen, Rituale einhalten usw. Das Erbrechen nach der Mahlzeit sollte allerdings absolut nicht VOR dem Kind geschehen!! Der kleine Mann wird primär nicht unter dem Ausdruck, also dem Ess- Brechen leiden, sondern im schlimmsten Falle unter dem eigentlichen Grundproblem, sofern die Mutter es nach aussen trägt, es lebt und den kleinen spüren lässt. Deine Freundin wird auch in der Therapie lernen, wie sie mit der Situation Kind umgehen muss. Du solltest versuchen so offen es geht mit ihr darüber zu sprechen. Frage sie doch einfach mal, ob über die kindliche Anteilnahme gesprochen wird oder wie aussenstehende sie unterstützen können. U.U. kann auch die schon bekannte Hebamme eine zusätzliche Begleitung übernehmen oder aber, und das ist für Dich vielleicht auch interessant, Du nimmst Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe auf. Versuche via Internet ortsnah etwas zu finden oder lasse Dich über eine Selbsthilfeorganisation Eurer Stadt vermitteln. Aber auch das Gesundheitsamt oder Kliniken können weiterhelfen. Ich wünsche Dir viel Kraft und weiterhin Engagement für Deine Freundin!!! MLG Katrin