Frage im Expertenforum Babypflege an Katrin Simon:

bin verwzeifelt

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Frage: bin verwzeifelt

Mitglied inaktiv

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Hallo, unser Sohn ist jetzt 9 Wochen alt. Da ich (33 Jahre alt) vor der Schwangerschaft noch überhaupt keine Erfahrungen mit Babys gemacht habe, habe ich viele Bücher über Kinderpsychologie gelesen. Ich dachte, das gäbe mir ein bißchen mehr Sicherheit im Umgang mit dem Kleinen. Mittlerweile glaube ich aber, es ist genau das, was mich total verzweifeln lässt. Ich glaube an die Theorie, dass man ein Babys vorerst nicht verwöhnen und erziehen, sondern nur konditionieren kann und sie daher so viel Geborgenheit und Liebe bekommen müssen, wie sie möchten. Schreien ist meiner Meinung nach für die Kleinen ein Ausdruck von Not und man sollte unbedingt sofort zur Hilfe kommen, da die Psyche evtl. Schaden nehmen könnte. Unser Kleiner wollte mit vier Wochen tagsüber nicht mehr alleine liegen, so dass wir ihn seither die meiste Zeit im Tragetuch tragen. Er möchte tagsüber so alle 3 Stunden gestillt werden, ab dem frühen Abend dann häufiger, teilweise stündlich. Abends schläft er an der Brust ein und schläft von ca. 21:30 bis 6:00 Uhr mit max. drei Stillmahlzeiten durch. In seinen Wachzeiten ist er fröhlich und munter. Ich versuche voll auf seine Bedürfnisse einzugehen, er soll schlafen, wenn er schlafen möchte, er soll trinken, wenn er trinken möchte, er darf mit mir spielen, wenn er spielen möchte und ich versuche jegliche Reizüberflutung zu vermeiden, so wie es in den vielen Büchern und auch in den Foren geraten wird. Bisher hatte ich das Gefühl, dass sich der Kleine "wie ein Baby in seinem Alter" verhält und sehr glücklich ist. Jetzt zu meinem Problem: Der Kleine möchte nicht gerne im Maxi Cosy oder Kinderwagen fahren und er schläft tagsüber nur im Tragetuch ein. Wenn ich also mal nach draußen mit ihm im Kinderwagen spazieren gehen möchte oder mal eine Kleinigkeit einkaufen muss, dann fängt er sofort an zu weinen, was dann ganz schnell in panikartiges Schreien übergeht, was er ja laut den vielen Büchern auf keinen Fall tun sollte. Genauso hält er es im Wachzustand tagsüber nur aus, wenn er Beschäftigung mit meiner vollen Aufmerksamkeit hat, ich kann also nicht zu Freunden fahren und ihn auf dem Arm halten oder dort zum Schlafen weglegen. Einmal in der Woche fahre ich zum PEKiP-Kurs. Die Autofahrt dahin und zurück ist jedesmal eine Katastrophe. Ich bin schon vorher das totale Nervenbündel, weil ich nicht weiß, wie lange die Autofahrt dauern wird, weil ich öfter anhalten und den Kleinen beruhigen muss. Wenn eine Freundin vorbeikommt und der Kleine wach ist, kann ich mich kaum mit ihr vernünftig unterhalten, da der Kleine nach kurzer Zeit zappelig wird und dann anfängt zu Schreien, wenn man sich ihm nicht durchgehend zuwendet. Ich bin also die ganze Zeit zu Hause und gehe voll auf die Bedürfnisse des Kleinen ein. Erst wenn mein Mann dann nach Hause kommt und mir den Kleinen abnimmt, verlasse ich alleine das Haus. Ich bin dann aber max. nur eine Stunde weg, weil der Kleine um diese Zeit manchmal stündlich gestillt werden möchte. Er hört dann mit dem Schreien erst auf, wenn er an meiner Brust liegt. Mein Mann ist dann völlig hilflos, wenn der Kleine Hunger hat. Ich mache dann die Besorgungen in aller Eile, immer mit dem Gedanken, der Kleine könnte in der Zeit schreien. Ich bin schon Tage vorher total nervös, wenn ich weiß, das ich den Kleinen irgendwohin mitnehmen muss, bzw. wir Besuch bekommen. Ich glaube, ich strahle nicht mehr die Ruhe und Sicherheit aus, die der Kleine benötigt, was sich dann zwangsäufig auf den Kleinen überträgt. Mein Mann meint, der Kleine würde sich an die Aktivitäten gewöhnen, wenn ich sie nur einfach mal gelassen mit ihm tun würde. Aber jedesmal, wenn ich mich traue, mit dem Kleinen etwas zu unternehmen, wird es immer ganz schlimm! Mein Mann hat dann mal getestet, wie er sich bei ihm bei Aktivitäten verhält und ist mit ihm Auto-und Kinderwagenfahren gegangen. Zu Freunden sind wir dann nachmittags mal zusammen gegangen. Der Kleine hat sich bei ihm nicht anders als bei mir verhalten! Ich würde ja jede Einschränkung in meinem Leben was den Kleinen betrifft in Kauf nehmen und eine gewisse Zeit so weitermachen, wenn ich weiß, dass der Kleine dieses Extrem so benötigt. Ich würde auch weiter versuchen, mit ihm zu üben mal ein paar Minuten tagsüber in der Wiege zu liegen oder im Maxi Cosy/Kinderwagen zu fahren, wenn ich wüßte, dass er sich trotz des Schreiens irgendwann einmal daran gewöhnt (ohne Konditionierung). Ich werde immer unsicherer, was ich dem Kleinen zumuten kann oder nicht und habe mittlerweile regelrechte Panikatacken, wenn der Kleine anfängt zu weinen und ich nicht sofort weiß, was ihn bedrückt. Kann mir irgendjemand helfen und mir sagen, dass sich mein Bemühen lohnt und ich so weitermachen darf, damit sich der Kleine irgendwann von selbst etwas von mir lösen kann? Oder kann er sich durch mein Angstverhalten irgendwann einmal nicht mehr richtig entwickeln?


Katrin Simon

Katrin Simon

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Liebe Maxi, ich habe den Eindruck Sie befinden sich gerade in einem Strudel von Theorie und Praxis und erfahren momentan, dass hier manchmal zwei Welten extrem aufeinanderprallen und so gar nicht zusammenpassen. Meine Ideen zu Ihren Ausführungen: alle!!! Ratgeber kommen sofort ins Regal oder besser noch in den Keller! Sie wissen mehr als genug und müssen sich zunächst frei machen von dieser Vielzahl an idealisierten Informationen. Desweiteren kann ich Ihre grundsätzliche Einstellung nur teilen, dass ein junger Säugling sich nur zum Ausdruck bringen kann, wenn er weint. Haben Sie schon einmal für sich selbst versucht herauszuhören, wann Ihr kleiner wie weint? Ist es immer das selbe Schreien? Oder gibt es Nuancen, die quengelig sind, müde wirken, hungrig tönen oder eben wirklich hilferufend? Sie werden überrascht sein beim genauen Hinhören, dass es Unterschiede gibt. Das ist insofern wichtig, damit sie für sich kleine Pufferzonen aushandeln können. Sie können in diesen Schreiphasen nichts anderes tun, als im möglichst zeitnahen Rahmen das Bedürfnis des kleinen zu stillen. Das tun Sie! Bitte halten Sie sich dies immer vor!!! Denn, nichts anderes können Sie im Augenblick für den kleinen Mann tun!! Sie sind eine gute Mutter und müssen KEIN schlechtes Gewissen auf sich nehmen, wenn Ihr Kind weint! Haben Sie aber keinesfalls den Eindruck oder sind sich so unsicher, dass Sie Unterstützung brauchen, um Ihr Baby verstehen zu können, dann nehmen Sie Kontakt zu einer Schreiambulanz auf. Ich kann Ihnen bei Nennung Ihrer PLZ ein ortsnahes nennen. Versuchen Sie aber doch tatsächlich mal einen gemäßigten Anreiz für Ihren kleinen zu schaffen: - klassische Musik, ein Spieltrapez, die Bauchlage üben, eine Babymassage... Vielleicht sucht der kleine Mann in seinem Dasein schon ein Potential an Entdeckungen für sich einzufordern. Geben Sie ihm ruhig ein bißchen mehr Rahmen vor- entwickeln Sie einen Rhythmus, der für den kleinen mit der Zeit nachvollziehbar wird. Morgens z.B. Kuscheln im Bett, zugucken, wenn Mama duscht, rausgehen.... Auch ein Rhythmus kann gelassen sein und sich individuell an das Kind anpassen- aber, es sollten die Meilensteine nach Möglichkeit immer zur gleichen Tageszeit passieren. Bitte nicht! starr sehen, sondern für sich erfühlen. Was tut uns gut? Was nicht? Alles, was momentan nicht guttut, bitte abwenden und das, was Ihnen allen guttut unbedingt machen. Denn nur so können Sie zur Ruhe kommen und sich als kleine neue Familie stärken und zueinanderrücken. Denn- Sie haben noch viel gemeinsame Zeit vor sich; auch Sie und Ihr Mann als Paar. Sie powern sich zunehmend aus bzw. bekommen offensichtlich keinen positiven Input; das laugt aus und bietet guten Nährboden für Mißstimmung. Vielleicht ist es für Sie hilfreich, wenn Abwechslung mit Kind momentan einfach zu zweit angegangen wird. Planen Sie, gerade jetzt im Sommer, noch einen gemeinschaftlichen Abendspaziergang. Besuchen Sie tatsächlich Freunde und/oder laden welche ein. So ist immer ein Elternteil da, welches das Kind übernehmen kann. Da Ihr Sohn ein Herumfahren offensichtlich nicht mag, könnte dies schlicht und einfach auch ein ungutes Körpergefühl sein. Vielleicht wird im übel, wenn er ( rückwärts) gefahren wird. Der kleine Mann mag das flache Liegen nicht. schimpft, wenn er im Kinderwagen flach liegen muss und meckert bei gleitender Bewegung.... Meine Idee: stellen Sie ihn auch einem guten Osteopathen vor, der sich Ihren Sohn mal anschaut. Der Therapeut wird seine Fragestellung auch auf Schwangerschaft und Geburt richten, das frühe Wochenbett und die aktuelle Situation... All das, was Sie mir so detailliert und offen berichtet haben, sollten Sie auch dem Therapeuten mitteilen. U.U. ist der kleine Mann belastet durch eine Verspannung, die ihm Schmerzen macht und ihm Unruhe erzeugt... Vielleicht kann Ihnen eine Beratung vor Ort und auch eine körperliche Untersuchung nochmals einen Anhaltspunkt geben, dass Ihr Sohnemann sich zufriedener gibt. Ich würde mich sehr freuen, wieder von Ihnen zu hören. Viele Grüße von Katrin


Mitglied inaktiv

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Hallo Maxi, ich habe eine 10 Monate alte Tochter und kenne deine Ängste nur zu gut. Ich weiß noch genau, dass sie mit 9 Wochen mehrere Tage ständig geweint hat und nur auf meinem Arm sein wollte. Sie hat alle 1 1/2 Stunden (mindestens) gestillt werden wollen und an Unternehmungen war nicht zu denken. Ich habe dann für 3 Wochen alle Termine abgesagt und bin mit ihr zu Hause geblieben, habe ihre Schlafenszeiten für mich genutzt und gelesen oder einfach nur fern gesehen (meistens lag sie auf meinem Bauch). Von einem Tag auf den anderen waren die Schreiattacken vorbei, viel Nähe brauchte und braucht sie aber immer noch. Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, dass meine Tochter nicht zu den Kindern gehört, die in der Pekip-Gruppe gleich drauflos krabbeln, so ist sie halt und so wie sie ist, ist sie wundervoll. Lass dich nicht verunsichern. Du machst bestimmt alles richtig, solange du dich so auf deinen Kleinen einlässt. Nicht alle Tränen lassen sich vermeiden, aber es ist wichtig, dass du da bist und ihn tröstest und genau das tust du. Ich bin jetzt noch oft unsicher und habe in Phasen, in denen sich meine Tochter stark weiterentwickelt und dadurch vieles verändert oft Angst Fehler zu machen, aber mit der Zeit lernt man sein Kind immer besser kennen und verstehen und vieles das einem heute Sorgen macht ist morgen schon selbstverständlich (vielleicht auch das Auto fahren und im Kinderwagen liegen...). Ich wünsche dir von Herzen alles Gute. Du schaffst das! Liebe Grüße Miriam P.S.: Kennst du das Buch "O je, ich wachse?"- mir hat es geholfen.


Mitglied inaktiv

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Hallo! wie ich lesen kann, bist du sehr verunsichert! Das bestärkst du noch damit, das du sämtliche Bücher liest und nicht auf deine eigenen Emotionen hörst! Du bist nun Mutter und trägst das ganze Wissen in dir, du must nur mal hinhören, dann verstehst du auch, was dein Kind will. Es will dich und deine Wärme und Aufmerksamkeit und zwar zu 100%. Da musst du jetzt durch und zwar die nächsten Jahre! Lass alles andere liegen und sei für dein Baby da! Nichts ist so wichtig wie dein Baby! Wünsche dir viel Kraft und Geduld dendola (Mutter eines 18 Jährigen Sohnes und gerade in der 38. SSW)


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