Mitglied inaktiv
hallo, ich habe mal eine frage,und zwar mein mann kommt aus russland, und fragte mich, ob er villeicht mit ihr russisch reden sollte, damit sie auch seine sprache lehrn.ich kann kein russisch. mein mann und seine mutter unterhalten sich auch fast nur auf russisch, weil sie deutsch nicht gut kann. ich habe nur angst, dassmeine kleine dann nicht richtig sprechen lehrn und dann später villeicht nicht gut deutsch kann!!! weil von meinem mann die kleine schwester ( 4 jarhre alt ) kann auch nicht richtig sprechen, da ihre mutter immer mit ihr russisch redet und wenig deutsch. ich möchte nu nicht das meine auch so wird, weil das regt mich auf!!! hm, habt ir eine lösung???? lg bianca
Liebe bianca, Kinder, deren Eltern zweisprachig sind, lernen die Sprachen gut, wenn sich jeder Elternteil auf "seiner" Sprache mit dem Kind verständigt. Oft dauert das Wiedergeben der Sprache dann zwar etwas länger, aber die Kinder üben und hören die jeweilige Sprache immerfort und prägen sie sich ein. Ich kenen die Kinder die sogar dreisprachig aufwachsen und sich ganz wunderbar ausdrücken und verständigen können. Hier ein aussagekräftiger Artikel: "Mit der Sprache lernen wir nicht nur Worte, sondern auch Werte, Traditionen und Verhaltensregeln. Sprache vermittelt Kultur und ist unentbehrliches Medium zur Identitätsentwicklung. Doch auch die Formen nonverbaler Kommunikation sind noch stärker als die gesprochene Sprache an persönliche Verhaltensweisen gebunden. Sie sind zwar kein hörbares, aber als ein sichtbares Sprachelement nicht zu unterschätzen. Jede Familie entwickelt je nach ihrem eigenen Lebenskonzept auch ihr eigenes Sprachkonzept und bildet bestimmte Sprachmuster und -gewohnheiten heraus. Betrachtet man den Prozess der Sprachentwicklung der Kinder aus diesen Familien, dann ist ihnen allen gemeinsam, dass es nicht nur eine Erstsprache gibt, die die Familie dem Kind vermittelt, sondern dass es mit zwei oder mehreren Sprachen in seinem unmittelbarem Lebensumfeld aufwächst. Grundsätzlich gilt für mehrsprachig ebenso wie für einsprachig aufwachsende Kinder, dass der Spracherwerb dann leichter erfolgt, wenn das Leben des Kindes harmonisch verläuft. Die Schule erwartet, dass alle Kinder, auch binationale und Migrantenkinder bis zur Einschulung irgendwie die Schulsprache erlernt haben. Die ErzieherInnen in den Kindergärten fühlen sich zu Recht überfordert mit der Erwartungshaltung Deutsch zu vermitteln, sie sind dafür auch nicht ausgebildet. Und so wird das Problem wieder an die Familie zurückgegeben. Die Eltern müssen sich kümmern - doch wie können sie wie im Beispiel der Familie Piccin eine Sprache vermitteln, die für sie fremd ist oder von der sie nur bestimmte Bereiche, z.B. auf das Arbeitsleben bezogen, beherrschen. Die Belastungen der Kinder z.B. durch Migration oder soziale Diskriminierung, das Erleben von großer Verschiedenheit zwischen Familie und Umgebung, der Erwartungsdruck des schnellen Spracherwerbs usw. können zu Sprachstörungen führen. Wenn Kinder die in der Familie erworbene(n) Sprache(n) nicht nutzen können um mit der Umgebung zu kommunizieren, dann werden sie sprachlos, sind ausgeschlossen und können nicht mehr mitreden. Wird in der Familie die Erstsprache der Kinder nicht gepflegt und gefördert, so verlieren Kinder auch zunehmend die Motivation, diese Sprache zu benutzen oder sie reagieren entgegengesetzt und entwickeln heftigen Widerstand gegen den Zweitsprachenerwerb. Verloren gehen dabei nicht nur sprachliche Kenntnisse, sondern auch Werthaltungen und kulturelle Besonderheiten der Herkunftsfamilie. Bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern kommt es oft zu Verschiebungen im Sprachgebrauch und zu Sprachmischungen. Solche Mischphänomene der Sprachen weisen nicht, wie oft angenommen, ausschließlich auf Defizite in den Sprachen hin, sondern sie können als Erprobung des verschiedenen Sprachschatzes gesehen werden. Meist sind es vorübergehende Erscheinungen. Hilfen zum Trennen der Sprachen können für das Kind und für die mehrsprachigen Familien hier einen wertvollen Orientierungsrahmen darstellen. Dabei gibt es keine allgemeingültige Regel wie "eine Person- eine Sprache", sondern es sollten für die spezielle Familiensituation passende Hilfestellungen entwickelt werden. Das Scheitern von Mehrsprachigkeit kann verschiedene Ursachen haben. Ein geringer Sprachinput und das Fehlen einer unterstützenden Sprachförderung, z.B. nur der Vater allein kann die Sprache vermitteln, sind denkbar schlechte Voraussetzungen. Darüber hinaus kann auch fehlender Anreiz oder Druck sich negativ auswirken. Auch binationale Kinder sind nicht zwangsläufig Sprachgenies oder Vermittler zwischen zwei Kulturen. Die Familie ist ein wichtiger Ort des Spracherwerbs und kann viele Anreize und Hilfen für den Erwerb mehrer Sprachen geben, sie kann jedoch nicht externe Sprachförderung ersetzen. " Und- geben Sie das Stichwort: bilinguale Erziehung oder mehrsprachige Familien o.ä. bei google ein. Dort werden Sie einige Infos finden, die Ihnen ausserdem weiterhelfen könnten. Viele Grüße von Katrin