Miri_Alm1989
Hallo Herr Dr. Wahn, ich muss Sie noch einmal um Rat fragen bezüglich der Behandlung unserer Tochter. Sie hat eine chronische Lungenproblematik mit massiver Schleimbildung und letztlich Pseudomonas im Sputum. Bisher haben wir keine Diagnose wieso ihre Lunge chronisch übermäßig viel zähen Schleim produziert. Eigentlich habe ich mir vorgenommen alles mit den behandelnden Ärzten abzusprechen aber in diesem Punkt werde ich einfach nicht ernst genommen. Das einzige Stellrädchen woran noch nicht geschraubt wurde ist ihre Dauerbehandlung mit Viani mite. Im Beipackzettel steht als häufige Nebenwirkung, dass es zu Lungeninfektionen und Bronchitis kommen kann. Wieso wird das nicht in Betracht gezogen? Ich habe das Gefühl, dass sich keiner traut einen Auslassversuch zu unternehmen. (Winter ist schlecht wegen Infekte, Sommer wegen Allergien) Keine der üblichen Ursachen oder Diagnosen passt so richtig bzw. wurde bereits ausgeschlossen. (CF ausgeschlossen, Bronchiektasen ausgeschlossen, PCD noch ausstehend aber unwahrscheinlich, da vieles nicht dazu passt, schwer kontrollierbares Asthma eher unwahrscheinlich, da FENO stets niedrig ist und sie selten Atemnot hat, außerdem hochnormale LuFu Parameter) Ich weiß einfach nicht was wir noch unternehmen sollen? Auch die Ärzte in Regensburg sind ratlos. Wir hätten nun den Pari eFlow verschrieben bekommen um die tägliche Feuchtinhalation effizienter zu gestalten. Leider wurde der Antrag von der Kasse abgelehnt. Wie ist ihre Meinung zu der Nebenwirkung von Viani mite? Könnte es einen Zusammenhang geben und sollte man einen Auslassversuch machen? Vielen Dank und freundliche Grüße M. Almesberger
Ich verstehe Ihre Sorge, denke aber dennoch, dass Ihre Gesprächspartner in Regensburg Sie korrekt beraten. Die diagnostischen Schulaufgaben sind oder werden gemacht. Das Problem mit Nebenwirkungen von Viani ist nach meiner Erfahrung eher theoretisch, da eine dauerhafte Steroidinhalation auch mal (sehr selten!) eine bakterielle Besiedelung begünstigen kann. Viel wichtiger aber ist der Schutz gegenüber Asthma-Episoden, der gut dokumentiert und für die Lebensqualität sehr wichtig ist. Im günstigen Fall werden Asthma- Episoden weitestgehend kontrolliert. Ich hätte keine Probleme mit einem zeitlich definierten Auslassversuch, der hier vermutlich zeigt, dass es ohne Viani kaum geht. Die Feuchtinhalation ist aus meiner Sicht zusätzlich weiter eine gute Idee, auch, wenn sie nicht mit einem besonders teuren Inhalationsgerät erfolgt. Entscheidend ist wohl, dass die Beschwerden Ihrer Tochter im Rahmen gehalten werden und erträglich sind, egal, welche Bakterien im Bronchialbaum sich angesiedelt haben. Mein Rat: Halten Sie weiter Kontakt zu Ihren Pneumologen in Regensburg. Gruß, Ulrich Wahn