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Dr. med. Ludger Nohr

Die psychische Entwicklung von Babys
und Kindern besser verstehen

Dr. med. Ludger Nohr

   

 

Schulangst/-phobie?!

Unser Sohn ist 7 J. und geht in die 2. Klasse. Er hat aus verschiedenen Gründen die Schule nach den Weihnachtsferien gewechselt – es war nicht sein Wunsch, sondern der von uns Eltern. Er ist nie gerne zur Schule gegangen und hatte oft morgens Bauchweh und Unwohlsein. (Ein Grund für den Schulwechsel…) Der Wechsel ist jetzt 4 Wochen her. Seitdem muss er morgens zur Schule gefahren werden (Weg zu weit). Das morgendliche Bringen endet jedes Mal in einem Drama. Er kann nicht alleine von Schulhoftor zum Gebäude gehen. Ich begleite ihn. Aber sobald er das Gebäude betritt, beginnt er zu zittern und er geht keinen Schritt weiter. Entferne ich mich, läuft er mir nach. Weigere ich mich, ihn bis nach oben (3. Stock) zu seinem Klassenraum zubringen, bleibt er stehen oder läuft weg. Er weint, zittert, sagt, er habe Angst, kann aber nicht sagen wovor. Es dauert jedes Mal 10 bis 15 Minuten, bis ich ihn ins Klassenzimmer bugsiert habe (meist mit sanfter Gewalt). Dort weigert er sich, sich auszuziehen etc. Wenn ich ihn mittags abhole, ist alles gut. Die Lehrerin sagt auch, sobald ich weg bin, ist es gut. Wenn mein Mann ihn ausnahmsweise bringt, ist es weniger schlimm. Sollen wir einen Kinderpsychologen einschalten? Ich bin ratlos und verzweifelt.
Für Ihre Einschätzung wäre ich dankbar.
Sis

von Sis am 12.02.2019, 12:16 Uhr

 

Antwort:

Schulangst/-phobie?!

Hallo,
in Ihre Frage geht es um Beziehung (insbes. Mu-Sohn) und Trennung. Warum auch immer scheint Ihr Sohn die Trennung von Ihnen in dem Moment als bedrohlich anzusehen. Wenn sie erfolgt ist, klappt es ja wohl. Da er wegen dieses Problems schon die Schule gewechselt hat, scheint das Problem doch etwas komplexer zu sein.
Zuerst geht es darum mit Ihrem Sohn in ruhigen Situationen herauszufinden, was ihn ängstigt. Wenn es allgemein die Trennung/verlassen werden ist, wird er es wahrscheinlich selbst nicht so benennen können.
Dann gilt es die Beziehungsentwicklung, seine Bindungen anzuschauen, um diese Ängste zu verstehen.
Und dann geht es darum, sein Selbstbild wieder zu stärken, da er sich mit der Situation sicher nicht wohl fühlt.
Man kann diese Schritte alleine versuchen. Wenn Sie in überschaubarer Zeit nicht weiterkommen, vielleicht auch weil die Problematik nicht bewusst ist und wird, kann ein/e Kinder- und Jugendpsychotherapeut/in hilfreich und nötig sein.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. Ludger Nohr am 13.02.2019

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