Elternforum Zehn bis Dreizehn

Ich stehe morgens nicht immer mit meinen Kindern auf. Meine Exfrau verlangt das aber von mir. Zurecht?

Ich stehe morgens nicht immer mit meinen Kindern auf. Meine Exfrau verlangt das aber von mir. Zurecht?

User-1780780790

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Moin, ich bin seit ein paar Jahren geschieden. Unsere Töchter, 10 und 12, betreuen wir im Wechselmodell. Grundsätzlich verstehen meine Ex-Frau und ich uns gut, aber es gibt natürlich schon manchmal unterschiedliche Vorstellungen wenn es um die Kinder geht. So ist die deutlich strenger und restriktiver und ich nahbarer und flexibler. Das meine ich nicht wertend. Es sind einfach unterschiedliche Erziehungsstile und wir machen sicher beide nicht immer alles richtig. Der Unterschied ist: ich kann das meist akzeptieren ... sie oft nicht. So zum Beispiel bei diesem Thema: Ich bin ein Eulen-Chronotyp und lebe, seit ich Kinder habe außerhalb meines Biorhythmus. Ich werde abends erst sehr spät müde und tue mich, egal wann ich aufstehe, mit dem Wachwerden schwer. Auch kann ich morgens nichts essen, frühstücke also auch nie. Seit meine ältere Tochter auf einer weiterführenden Schule ist, steht sie circa 30 Minuten vor mir auf und setzt sich alleine in die Küche, um zu frühstücken. Ihre jüngere Schwester wecke ich, direkt wenn ich aufstehe. dann verbringen wir circa 30-45 Minuten gemeinsam in der Küche, während ich das Essen für die Schule vorbereite und wir Dinge für den Tag besprechen. So machen wir es seit mittlerweile zwei Jahren. Ohne Stress, jeder in seinem Tempo. Bei meiner Exfrau stehen alle gemeinsam auf, frühstücken zusammen, machen sich fertig und gehen dann in die Schule. Nun hat meine Exfrau schon mehrfach von mir verlangt, das morgens genauso zu machen wie sie. Ich müsste also 30 Minuten früher aufstehen, nur um todmüde und morgenmuffelig meinen Töchtern 10 Minuten beim Müsli essen zuzuschauen bis sie sich in ihre Zimmer und das Bad verkrümeln um sich fertig zu machen. Sicher können das viele, vor allem Frühaufsteher, nicht nachvollziehen, aber für jemanden wie mich sind 30 Minuten weniger Schlaf zusätzlich zu einem ohnehin permanenten Schlafdefizit eine echte Qual und für niemanden in meiner Nähe ein Gewinn ... auch wenn ich mich anstrenge. Und nein, früher zu Bett gehen, bringt leider gar nichts, wenn man dort mit offenen Augen liegt und wartet, bis man müde wird! Wer das alles für Quatsch und Ausreden hält, kann gerne mal nach "Chronotypen" googeln. Nach Aussage meiner Exfrau ist es extrem wichtig, zusammen in den Tag zu starten. ... was wir IMHO auch jeden Tag tun ... nur in einem etwas engeren Zeitrahmen, den jedoch keiner als stressig empfindet. Auch der Weg zur Schule und Bushaltestelle ist von mir aus circa 10 Minuten kürzer als von meiner Exfrau. Ich solle mich grundsätzlich immer nach den Bedürfnissen meiner Kinder richten und die würden das auch wollen, dass ich es so mache wie sie. Zwar haben sie das auch auf Nachfrage weder zu ihr noch zu mir jemals gesagt ... aber das würden sie angeblich nur machen, um nicht in einen Loyalitätskonflikt zu geraten. Meine Einstellung dazu ist: Wenn ALLE! Sich mit einem Ablauf wohl fühlen und gut klarkommen, gibt es faktisch keinen Grund, etwas zu ändern. Bei mir sind manche Abläufe einfach anders als bei ihr. Ich kann das akzeptieren. Sie nicht. Ich bin grundsätzlich offen für Veränderungen und auch für andere Sichtweisen. Ich halte mich für reflektiert und habe kein Problem etwas zu ändern, wenn ich es für sinnvoll halte. Vor allem für die Kinder. Da habe ich dann auch überhaupt kein Problem, bei mir selbst Abstriche zu machen. Was das oben genannte Problem angeht, sehe ich jedoch keinen Grund etwas zu ändern. Bitte nicht falsch verstehen. Sie ist in eine tolle Mutter und wir verstehen uns wie gesagt, eigentlich ganz gut ... trotz einiger unterschiedlicher Vorstellungen (die uns ja auch zur Trennung gebracht haben). Mich würde einfach mal interessieren, wie ihr das Thema seht. LG


Bonnie

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Antwort auf Beitrag von User-1780780790

Ehrlich gesagt verstehe ich den Sinn deines Vortrags nicht ganz. Du machst es, wie du es für richtig hältst. Und du bist auch nicht bereit, dich hier umzustellen, sonst hättest du es längst getan. So what? 🤷🏻‍♀️


User-1780780790

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Antwort auf Beitrag von Bonnie

Hallo liebe Bonnie, ehrlich gesagt verstehe ich denn Sinn deines Beitrages nicht ganz. Du hast entweder keine eigene Meinung dazu oder behältst sie für dich. So what 🤷‍♂️


Caot

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Also ich bin tatsächlich aufgestanden und mach das immer noch so mit meinem noch daheim wohnenden Jungerwachsenen. Selbst meine Großmutter stand auf um mich in den Start zu begleiten und natürlich zu schauen, dass ich nicht verschlafe.  Ich mache das, weil es eine schönes gemeinsames Zeitfenster ist und ich mich dafür aus meiner Komfortzone bewegen muss, was ich tatsächlich sportlich nehme.  Früher oder später ist das gemeinsame eh vorbei. Und wenn mich morgen der Schlag trifft, hab ich das wenigstens getan.  30 Minuten eher - würde ich opfern und mein Mann auch. 


JoMiNa

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Ich gehe jetzt mal davon aus, dass es nur um die morgentliche Routine geht. Wenn du deiner großen Tochter zu einer anderen Tageszeit ausreichend Aufmerksamkeit widmest, und sie sich morgens nicht einsam fühlt oder so, sehe ich kein Problem darin. Ich hab mich in dem Alter auch komplett selbstständig morgens für die Schule fertig gemacht, ob ich gefrühstückt habe, weiß ich gar nicht mehr. Und oh Schreck, meine Eltern haben mir auch keine Brotdose fertiggemacht. Tiefgreifende morgentliche Gespräche vor der Schule gab es auch nicht. Und trotzdem haben meine Eltern sich liebevoll um mich gekümmert. Aber morgens lagen die Prioritäten einfach wo anders, es musste jeder pünktlich zur Schule und Arbeit. Wenn bei mir die erste Stunde ausgefallen ist, waren meine Eltern auch mal vor mir außer Haus. Im Prinzip musst du über deine morgendlichen Abläufe nicht mit deiner Exfrau diskutieren. Vielleicht findest du eine Standardantwort, damit du das Thema schnell "abwürgen" kannst, wie "dafür beenden wir den Tag gemeinsam, das ist mir wichtiger" oder "Ich finde es toll, wie selbständig die beiden morgens sind"


Jayjay

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Vermutlich ist es ideal, wenn man als Rama-Familie jeden Morgen zusammen am Frühstückstisch sitzt. Real ist es aber oft nicht umsetzbar, weil zumindest ein Elternteil schon auf dem Weg zur Arbeit ist. Bei Alleinerziehenden kommt es bestimmt auch häufig vor, dass er/sie schon los muss, wenn das Kind aufsteht.  Da wir hier nicht mehr von Kleinkindern reden, sondern von Ü10-Kindern, denke ich nicht, dass es dem Kind schadet. Im Übrigen bin ich früher auch immer alleine aufgestanden, weil es absolut nicht anders ging. Geschadet hat es nicht. Unsere gemeinsame Mahlzeit war das Abendessen. Aber: Sei froh, dass du nicht morgens früh zur Arbeit raus musst. (Zumindest scheint es so zu sein.)  Ich war auch mal Eulen-Mensch. Schulzeit war noch okay, da konnte ich bis 7 Uhr schlafen. Aber als es mal ans Arbeiten ging, war nix mehr mit Ausschlafen. Gleitzeit gab es nicht.  Später, als ich nicht mehr so früh raus musste, bin ich aber wegen schulpflichtigem Kind trotzdem mit aufgestanden.  Mein Mann war da schon immer aus dem Haus. Und auch wenn ich als Kind (Ü10) alleine aufgestanden war, wollte ich das für meine Tochter nicht, da es keinen Grund gab, nicht mit ihr aufzustehen. Ich hätte mich tatsächlich schlecht gefühlt. Da ihr im Wechselmodell lebt, gibt es ja auch Phasen, wo du ausschlafen darfst... Was ich mich aber noch frage: Wieso steht die 12-Jährige 30 Minuten früher auf, frühstückt und sitzt dann noch weitere 30 Minuten mit euch zusammen in der Küche? Das habe ich nicht so ganz verstanden. Ich denke auch nicht, dass man zusammen am Tisch sitzen muss, sondern es reicht, wenn man zusammen im Raum ist (die Kinder frühstücken, du bereitest das Schulbrot vor).


Caot

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Antwort auf Beitrag von Jayjay

"Geschadet hat es nicht." Die Zeit mit den Kindern ist kostbar. Solange ich es kann, und hier geht es ja lediglich um den inneren Schweinehund und nicht um "bin nicht da, da arbeiten", solange setze ich mich zu meinen Kindern. Auch jetzt noch zu meinen erwachsenen Kindern, wenn sie es wollen. Das man etwas nicht tun muss, weil es Andere auch nicht tun (können) ist keine Erklärung. Andere können nicht sollen, dann stille ich auch nicht. Andere fahren nicht in den Urlaub, dann fahre ich auch nicht. Zumindest ich hab die Kinder ja ganz bewusst bekommen und bin tatsächlich zu "Opfern" bereit. 


JoMiNa

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Es stimmt, was du schreibst. Aber es darf meiner Meinung nach jede *r selbst entscheiden, welche "Opfer" sie/er bringt. Und dabei wägt man als Elternteil immer die eigenen Bedürfnisse ab gegen die der Kinder. Was "kostet" es mich vs. was "bringt" es denn Kindern, bzw. was "schadet" es ihnen, wen ich mich für mein Bedürfnis und gegen das der Kinder entscheide. Und wenn etwas einen, wie im OP steht, große Überwindung kostet, es aber dem Kind nicht schadet - so what? Ich kann zum Beispiel "Mensch ärgere nicht" nicht ausstehen, dann sage ich auch nein, wenn mein Kind das spielen möchte. Auch wenn alle anderen Kindern das mit ihren Eltern spielen - mein Kind wird es denke ganz gut wegstecken. Es kann ja mit Oma spielen oder mit mir Uno oder was auch immer. Und im OP steht sogar, dass die Kinder den "gemeinsamen Start" nicht einfordern oder vermissen. Daher sehe ich an dem morgendlichen Ablauf nichts schlimmes. Natürlich, wenn man sich jedes Mal nur für die eigenen Bedürfnisse entscheidet und die Kinder immer hinten an stehen, dann ist es etwas anderes. Das lese ich aber nirgendwo heraus.


Caot

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Antwort auf Beitrag von JoMiNa

"Aber es darf meiner Meinung nach jede *r selbst entscheiden, welche "Opfer" sie/er bringt. " Natürlich. Jedoch trägt alles was wir tun oder eben nicht tun zur Festigung der Eltern-Kind -Beziehung bei. Ein Kind was sich wahrgenommen fühlt, akzeptiert leichter. Und im obigen Fall geht es um 30 Minuten Aufmerksamkeit die der Vater nicht erbringen will, weil es als vorgeschrieben wahrnimmt. Wenn er aber den Blickwinkel etwas ändern würde, sieht er vielleicht, dass es seiner Vater-Tochter-Beziehung sehr wohl gut tut, auch bei großen Kindern. 


RR

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Antwort auf Beitrag von Caot

Hallo schließe mich Caot an, in allen Punkten. Es geht nicht drum, dass man ein "Opfer" bringen muss sondern es geht darum, dass die Kinder sich gesehen fühlen u. einbezogen. Viel leichter fällt es ihnen, dann auch zu uns zu kommen wenn sie etwas auf dem Herzen haben, sei es Schul- oder Lehrerstress, anpöbeln auf dem Heimweg, Stress mit Kumpel etc. Sie fressen es nicht so in sich hinein u. treffen vielleicht aus dem Bauch heraus schlechte Entscheidungen. Natürlich sind wir Eltern - je älter die Kinder werden - immer weniger gefragt, das ist normal u. soll auch so sein. Aber - wenn - dann sind wir präsent. Und glaub mir- erfahrungsgemäß - auf eine schlechte Einschlafnacht - kommt wieder eine gute, spätestens dann, wenn du öfter früh aufgestanden bist.... Mein Sohn ist jetzt 22 u. zieht am WE aus - nur über den Hof - aber das gemeinsame Frühstück etc. wird erst mal flach fallen (außer vielleicht am Sonntag, mal sehen, ich lass die Entscheidung bei Ihm). Die Zeit bis dahin habe ich sehr genossen, bin aber jetzt auch sehr bereit für einen neuen Lebensabschnitt, einen wieder mehr mit dem Partner u. weniger mit dem "Kind", unabhängiger sozusagen. Alles zu seiner Zeit..... viele Grüße