Mitglied inaktiv
Hier also nun mein Geburtsbericht: Am 5.10.06 hab ich noch ganz gemütlich „Popstars“ geschaut und bin dann so gg. 22.30 Uhr ins Bett. Ihr kennt das sicher alle: so leicht ist das mit dem Einschlafen mit der Kugel nicht... Jedenfalls wach ich um Mitternacht auf, da ich ein dumpfes Geräusch wargenommen bzw. In meinem Bauch verspürt habe. Ich wusste erst nicht, ob ich geträumt hab, aber als ich mich bewegte, merkte ich, wie ich auslief. Ich kramte nach einem Handtuch, um mich irgendwie abzudichten, schließlich wollte ich ja die Matratze nicht einsauen ;o) Dadurch wurde dann auch mein Mann wach : meine Fruchtblase ist gesprungen! Wir erstmal in Büchern nachgelesen, ob wir denn nun gleich in die Klinik müssen - ich hatte ja noch keine spürbaren Wehen – positiv. Ich also unter die Dusche, noch halbwegs bissel rasiert und die restlichen Sachen zusammen gepackt. Gg. 1:00 Uhr Ankunft in der Klinik. Die ersten Wehen verspürte ich auf dem Weg vom Auto in die Klinik.Aber easy zu veratmen. CTG zeigt alle 5-10 Minuten Wehen (Schwach-stark-schwach-stark). Die stärkeren spüre ich gut und atme fleißig. Nach 30 Min. Tastet die Hebi nach MuMu: 2-3 cm – super Ausgangswerte lt. Hebi! Von allen Neuankömmlingen hätte ich die besten Befunde, und so entspannt, wie wir drauf sind, könnten wir der Geburt optimistisch entgegen sehen. Es folgte der Einlauf (nicht schlimm) und der machte auch sogleich super Wehen! Die gingen aber auch noch recht gut zu veratmen. Wir richteten uns so langsam im Kreißsaal ein (bisher noch Nebenraum). Ich immer wieder zur Toi.Dann wurde mir übel und ich musste mich übergeben. Ich nahm das erst beste Becken (leider war es die Babybadewanne), die dann erstmal desinfiziert wurde. Wir waren bis dahin allein im Kreißsaal und ich kam mir irgendwie verloren vor – wussten wir doch nicht, ob wir alles richtig machen... Die Wehen wurden immer stärker und ich musste ordentlich pusten. Gg. 6.30 Uhr wurde dann nochmal getastet (Hebischülerin): MuMu fast vollständig! Gg. 7.00 Uh rutschte er dann tiefer, und ich spürte Druck im Becken und auf Darm. Die Schülerin tastete erneut, um zu prüfen, wie er sich eingedreht hat. Sie war sich ni so sicher, aber die Hebi (inzwischen war Schichtwechsel) prüfte nicht nach. Ich sollte mich auf die rechte Seite legen, um ihm die Drehung leichter zu machen. Bisher hab ich eigentlich nur gestanden und immer fleißig das Becken kreisen lassen – im liegen – das war für mich die blanke Horrorvorstellung. Aber was tut man nicht alles in so einer Situation... Die Geräte wurden herbeigeräumt, die Wärmelampe überm Wickelplatz eingeschalten und ich dachte: hey – noch ein paar Übergangswehen, Pressen und dein Kind ist da. Eine weitere Stunde verging und nach erneutem Tasten stellten sie fest: kein Geburtsfortschritt! Ich spürte den Druck auf dem Darm und im Becken noch immer an der selben Stelle. Meine Wehen wurden schwächer und ich bekam ein wehenförderndes Mittel. Dann tastet die Hebi doch mal selbst und die fangen plötzlich an zu tuscheln. Ich frag nur so was los ist, ob es immer noch kein Fortschritt ist und sie bejaht. Die Ärztin kommt und tastet auch noch mal: plötzlich heißt ganz hektisch: auf die linke Seite drehen! Die Wehen gehen im Liegen echt bescheiden zu veratmen, besonders in der Rückenlage und noch schlimmer, wenn dir einer da unten drin rumfuchtelt! Immer noch kein Geburtsfortschritt! Ich immer wieder auf Toi, entleere Darm und immer wieder meinen Magen. Nun darf ich erstmal wieder stehen, atme und stöhne wie ein Weltmeister. Inzwischen schwinden meine Kräfte und ich versuche Vierfüßler auf dem Bett. Immer wieder fleißig Beckenkreisen... Ich bekomme 3 Akkupunkturnadeln: „der Rausschmeißer“ lt. Hebi. Kein Erfolg. Gg. 9.00 Uhr wird an Babies Köpfchen Blut abgenommen, um zu schauen, ob es ihm gut geht: mein Kleiner ist total entspannt und so darf ich mich weiter quälen. Nun soll ich nochmal zur Toi meine Blase entleeren – ich muss aber gar nicht! Also wird ein Katheder gelegt (echt keine Freude unter Wehen), um ihm mehr Platz zu machen. Wieder wird getastet: Köpfchen hat sich noch immer nicht richtig eingestellt! Gg. 10.00 Uhr versucht die Frauenärztin unter heftigsten Wehen ihm zu helfen, sich zu drehen. Ich sage nur noch, dass ich das nicht mehr lang aushalte! Sie sagen: noch 3 Wehen, wenn dann kein Fortschritt ist, wird Kaiserschnitt gemacht! Nach 5 oder 6 heftigen Wehen (keine Ahnung, ob das schon Presswehen waren, jedenfalls war der Druck auf den Darm da und dich hab auch mitgepresst) wurde dann entschieden: Kaiserschnitt! Es war DIE Erlösung für mich, obwohl ich mir soo sehr eine natürliche Geburt gewünscht habe. (Normaler Weise machen die wohl nach 2 Std. Geburtstillstand eine Sectio, aber da mein Kleiner so gut drauf war, durfte ich mich ganze 4 Stunden mit Geburtsstillstand quälen) Ich war nur noch am Zittern, vor Kälte, vor Müdigkeit, ich hatte null Kraft mehr! Ich bekam Wehenhemmer und erneut Blasenkatheder wg. der Spinalanästhesie. Alles wurde auf einmal ganz hektisch und man erklärte mir so nebenher was nun mit mir geschieht. Keine Ahnung, was ich da für Zettel unterschrieben habe! Ich im Rollstuhl in den OP – mein Mann durfte nicht mit. Ich war nur am Zittern und die Zähne klapperten. Ich schon wieder am Wehen veratmen. Wehenhemmer wurde nachgespritzt. Der lief aber aus der Venüle und so haben die das erstmal alles neu verklebt. Und alles in dieser dämlichen vorgebeugten Haltung für die Rückmarksbetäubung! Ich immernoch am Wehen veratmen. Die Mädels hielten inzwischen meine Hände und beruhigten mich total lieb. Die waren überhaupt alle total nett im OP. Dann spritzten sie endlich die Betäubung und ich konnte mich hinlegen. Immernoch zitterte ich am ganzen Leib! Mir war total kalt, aber alle dachten ich zitter vor Aufregung oder vor Angst. Die Betäubung wurde getestet und sie brachten mir warme Tücher, womit sie meinen Oberkörper abdeckten, damit ich nicht mehr so friere. Der Anästhestist erklärte mir, was während der OP gemacht wird u. Wie alles abläuft. Wir haben ganz nett geplaudert und er kündigte an, dass es gleich soweit wäre. Und da hörte ich auch schon 2 kleine Schreie und mein Kleiner Ben wurde mir kurz gezeigt, bevor er zum Kinderarzt und zu meinem Mann gebracht wurde. Da alles ok mit ihm war, haben sie ihn nochmal kurz zu mir gebracht und ich durfte ihn einen Augenblick bestaunen, bevor er zu meinem Mann gebracht wurde, wo die beiden dann auf mich warteten, damit ich beim Baden, Messen und Wiegen zuschauen konnte. Die FÄ erklärte mir noch, dass Ben ein Sternengucker war und sich mit dem Köpfchen nicht richtig ins Becken gedreht hat. Was unsere Theorie: von Anfang an auf der linken Seite zu liegen, dann bestätigte. Aber egal: uns geht es gut! Ben durfte dann auch gleich an die Brust und zuppelte fleißig los. Ich konnte dieses Wunder gar ni fassen! Wir waren dann noch bis 14 o.der 15 Uhr im Kreißsaal, bevor wir auf die Wochenstation verlegt wurden. Mein Mann blieb noch bis 20 Uhr bei uns und wir konnten das Erlebte nur langsam verarbeiten, mussten immer wieder darüber sprechen. Naja, und nachdem mein Kleiner seinen „Schwächeanfall“ wg. Kritischem Billirubinwert (Neugeborenengelbsucht) auch gut überstanden hat, genießen wir nun seit Donnerstag (12.10.) die Tage daheim. Es ist einfach unglaublich! Allen Noch-Schwangeren alles Gute und eine leichte Geburt! Mein Tip: versucht so viel wie mgl. Zu stehen, zu gehen oder irgenwie aufrecht zu bleiben, um die Schwerkraft zu nutzen! Die Hebis waren total begeistert von mir, dass ich das alles so mitgemacht habe, auch wenn es in meinem Fall nix gebracht hat ;o( Aber das lag wohl eher an der falschen Diagnose der Schülerin. Hätte ich mich gleich auf die linke Seite gedreht, wär vielleicht alles anders gekommen.Ich fand, die Wehen waren im Stehen oder Knien am besten zu veratmen bzw. Zu verstöhnen. Und solltet ihr dennoch eine Sectio bekommen: ist auch nicht so schlimm! Die ersten beiden Male aufstehen sind zwar besch... , aber es geht.Zähne zusammenbeissen und durch! Am 2. Tag ist alles nur noch halb so wild und man kann auch aufstehen und laufen und vor allem, vernünftig sitzen ;o) Also: TOI-TOI-TOI LG Antje
erst einmal: HERZLICHEN GLUECKWUNSCH!!!!!!!!!!! und dann noch vielen lieben dank fuer diesen super geburtsbericht, hab richtig mit dir mitgezittert beim lesen*g* schoen, dass es euch gut geht und weiterhin alles gute lg elisa
von mir natürlich auch: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH und super dass du dir so viel mühe gemacht hast... hab auch total mit dir mitgefiebert!!!!!! grüße
Hey du ! Erst mal Gratulation zu eurem Würmchen! SO wie du den Geburtsvorgang beschrieben hast, hört sich das ja noch einigermaßen verkraftbar an ;) Hat man also doch noch Grund zur Hoffnung! Nach alle den Horrorberichten die man so zu lesen bekommt... Ich wünsche euch alles Liebe und das ihr die traute Dreisamkeit genießen könnt! Liebe Grüße Jessy
Erst mal: Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs und alles, alles Gute! Zu Deinem Bericht muss ich sagen - schieb bitte nicht alles auf die Schülerin, Du hast selbst geschrieben sie war sich nicht sicher, also wäre es Aufgabe der examinierten Hebamme gewesen nachzukontrollieren, tut sie das nicht, ist alles was daraus resultiert ihr Fehler! Ich arbeite selber als Krankenschwester, wenn ein Schüler kommt und sagt er sei sich nicht sicher, ist es Aufgabe der Schwester sofort nachzuschauen, passiert etwas ist sie dran, nicht der Schüler, denn der ist nun mal Schüler um es zu lernen - könnte er alles perfekt müsste man keine Ausbildung machen sondern könnte direkt in den beruf einsteigen. Ist nicht böse gemeint aber ich glaube der Schülerin war das Ganze noch unangenehmer als Dir, obwohl sie eigentlich nix dafür kann. Liebe Grüße, Amy
Herzlichen Glückwunsch zu eurem kleinen Ben! Es war mir wirklich eine Freude deinen Bericht zu lesen - ich musste schmunzeln und fast heulen - so schön hast du geschrieben!!! Alles Gute und liebe Grüße Angelmue