Mitglied inaktiv
liebe birgit klar ist das nicht ok, wenn in solchen foren wie hier leute niedergemacht oder generell verurteilt werden. das will, glaube ich, niemand hier. doch es passiert und das ist schon blöd. da sind wir uns sicher einig. aber es gibt ne ganze menge themen, über die zu streiten nicht nur lohnt, sondern wo es - meines erachtens - sogar geboten ist, sich auch mit anderen auseinanderzusetzen. das betrifft auch das thema wunsch-kaiserschnitt. natürlich entscheidet jede für sich, logisch. NIEMAND kann einem eine solche entscheidung abnehmen, das wäre kriminell. das gilt auch für ärzte in krankenhäusern, d.h. auch die können dich letztendlich weder zu einem kaiserschnitt noch zu einer vaginalen geburt 'zwingen'. aber: ein kaiserschnitt ist ein medizinischer eingriff. das ist nicht wie haare-tönen im heimischen bad. d.h.: es sind viele experten involviert, das kostet ne menge geld, es ist auch ein *ethisches* problem (d.h. darf, soll man das? muss man das auch machen, was technisch möglich ist? darf jeder alles wollen? usw.). solche dinge werden immer gesellschaftlich mit-entschieden. das entscheidet letztendlich niemand ganz alleine. beim kaiserschnitt muss sich auch jede frau, die das für sich entscheidet, darüber im klaren sein, dass es eine OP ist; dass sie viel geld kostet, dass es auch viele märchen, mythen, vorurteile usw. über ks UND über vaginale geburten gibt, dass es viele gründe pro/contra ks gibt usw.. die eigene entscheidung hängt also ab von dem wissen einer jeden person. und dieses wissen ist eben nicht "meine sache, da darf niemand was zu sagen". falsch. so verstehe ich die diskussionen hier im forum auch: wir tauschen uns aus, streiten uns auch mal, geben sehr verschiedene meinungen und erfahrungen weiter. wer das nicht will, sollte hier nicht lesen. ich persönlich bin eine verfechterin einer recht strengen indikation beim ks. ich finde also nicht, dass ein wunsch-ks immer 'einfach so' möglich sein sollte. dabei denke ich weniger ans geld. ich denke mehr an die generelle medikalisierung von geburten und schwangerschaften. das gefällt mir nicht und ich finde es auch aus vielen gründen falsch. alles, was mit schwangerschaft und geburt zu tun hat, wird im laufe der jahre immer mehr zu einem medizinischen "problem"; schwanger-sein wird immer mehr zu einem "risiko", einer sache, die der ständigen medizinischen kontrolle bedarf. natürlich ist es toll, dass heute weniger frauen und kinder unter geburt sterben, natürlich will nicht zurück ins 19. jahrhundert. logisch. aber es ist schon ein problem, dass uns alles betrifft, dass es so ist. übrigens gilt all dies auch für viele andere bereiche: so genannte "schönheits"-ops (da wird VIEL drüber diskutiert!), magersucht/idealgewicht (vgl. die derzeitigen modenschauen in madrid, mailand, wo es zum ersten mal mindestgewicht-vorgaben gibt), impfungen (immer wieder große debatten darüber, was gut/notwendig ist) usw. also: streiten heißt nicht, dass man jemanden bevormunden will. alleine ist man eben nicht auf dieser welt. auch beim wunsch-ks ist man auf sehr, sehr, sehr viele menschen angewiesen: medizinisches personal, solidargemeinschaften in der krankenkasse, steuereinnahmen, familie, freunde usw. lg paula
also ich finde deinen beitrag sehr gelungen, den sollte sich hier echt mal jeder zu gemüte führen! aber ich find damit hat sich auch die sache... jetzt ist viel gesagt worden, und viel geschimpft auch. ich finde, auch um unser aller nerven willen, sollten wir es dabei belassen. streiten wir doch lieber ein andermal über ein anderes thema weiter^^ hoffe ihr lest den beitrag, top! liebe grüße und noch nen schönen sonntag! jessy
o.T.