Elternforum Rund ums Kleinkind

was sagt ihr dazu?

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Mein Sohn ist fast 2,5 Jahre. Im Moment hat er die Phase "das ist meins". Er gibt sein Spielzeug nicht ab, wird voellig hysterisch, wenn ein Kind zum spielen kommt (habe das erstmal ausgesetzt, war zuviel Stress fuer alle)und will von allem viel (Glas Wasser muss immer randvoll, Kekse muessen riesig sein ecc). Im Park und in der Spielgruppe klappt es eigentlich sehr gut. Da ist er zum Tausch breit und knuepft jetzt ganz langsam Kontakte mit gleichaltrigen. Aber zu Hause.... Ok, nun habe ich bei Dr Posth gelernt, dass das alles ganz normal ist, das Kinder in dem Alter nicht abgeben, dass sie sich ueber ihr Spielzeug definieren und aus allen materiellen Dingen versuchen Kapital fuers Selbst zu schlagen. Gestern dann folgende Szene: Ein Nachbarskind (3) wollte mit in unsere Wohnung. Elio ist total ausgerastet, schrie, dass sei sein Haus und sie solle in ihr Haus zu ihrer Mutter gehen... Ich war sprachlos. Ist das nicht ein bischen ueberspitzt? Hab versucht ihm zu erklaeren, dass die Kleine ihn nur besuchen moechte und hallo sagen will, aber er war total aufgebracht und erst wieder ruhig, als die Mutter das Maedchen nach Haus holte. Legt sich so was wirklich von allein? Wer von euch kennt das und was macht ihr? Ich habe beschlossen, erstmal keine kleinen Gaeste einzuladen, fange das wieder an, wenn er drei ist und hoffe, dass er dann genug Attribute gesammelt und einigermassen selbstsicher ist. Gruss Christiane


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also, wenn du mich ganz ehrlich fragst, ich finde das befremdent und keineswegs normal. ich kenne auch einige kinder in dem alter und habe das noch nicht erlebt. dr. posths ansatz ist ja, dass kinder, die so extrem besitzergreifend sind, noch über ein zu geringes selbstwertgefühl verfügen und die positive attributierung über den besitz brauchen (stichwort erschwerte loslösung, du kennst das sicher). das würde ja auch erklären, warum er nur zu hause so reagiert, weil das eben seine sachen sind, da reagiert er noch empfindlicher als woanders. ob und warum er nun tatsächlich in der loslösung hinkt, kann ich überhaupt nicht beurteilen. grundsätzlich erziehst du ja posth-mäßig. mit so einem erziehungsstil schafft mal eigentlich die besten voraussetzungen für eine gesunde seelische entwicklung. somit könnte ich nur in richtung erschwerte loslösung tippen, meinst du, da ist was dran?


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Ich hatte gehofft, dass du dich meldest. Danke fuer deinen Beitrag. Hatte wegen der extremen Situation zu Hause auch mal an Dr Post geschrieben. Im Anschluss kopier ich dir mal seine Antwort rein. Wieso tippst du auf erschwerte Losloesung? Soweit ich verstanden hatte, reagieren Kinder dann extrem aggressiv und kleben an der Mutter. Elio ist aber weder aggressiv, noch klettig. Im Gegenteil. Er ist sehr unabhaengig und eigentlich friedlich. Losloesungsfigur sind bei uns Oma und Opa (erziehen auch im Sinne von Dr Posth). Vater ist leider nur knapp verfuegbar (im Job extrem stark eingebunden und haeufig wochenlang unterwegs). Ich denke es geht eher um Selbstwert, wobei mir schleierhaft ist, weshalb er da nachhinkt. Ich achte extremst darauf ihn zu staerken und lasse ihn viel eigenstaendig machen. Was kann ich noch tun? Was wuerdest du tun? Das hat mir Dr Post geschrieben,als ich ihm die schwierige Situation zu Hause mit anderen Kindern beschrieben habe. In einer zweiten Antwort riet er mir, erstmal abzuwarten, Elio sei schlicht noch ueberfordert. Stichwort Teilen Hallo, richtig, wie soll er mit seinen gut 2 1/2 Jahren üben, oder besser, wie soll er lernen, was wir Erwachsenen von Kindern als eine Tugend erwarten? Teilen können zählen wir in unserer Kultur als eine große Tugend. Da ist natürlich zunächst immer das eigene Vorbild. Aber das genügt nicht, denn ein Kind wertet teilen noch ganz anders als wir Erwachsenen. Teilen bedeutet für das Kind zunächst einmal materieller Verlust. Der ideelle Gewinnn ist im Kleinkindalter vorläufig nicht zu verstehen. Verlust an Gegenständen wie Spielzeug, das das knapp 3jährige Kind gerade lernt als positives Selbstattribut zur Aufwertung seiner Person zu erkennen, heißt einbuße an Selbstgewinn zu erleiden. Das kann sich aber kein Kleinkind wirklich leisten und folglich wird alles, was es zu seinem Besitz zählt, mit Klauen und Zähnen verteidigt. Erst der nächste großen Entwicklungsschritt mit etwa 4 Jahren, in dem das Kind lernt, einen Perspektivwechsel durchzuführen, und zu erkennen, daß das andere Kind oder der andere Mensch eine gleichwertig einzuschätzende Bedürfnislage hat, wie es selbst, führt zur Fähigkeit, im Teilen einen persönlichen Gewinn zu erkennen. Und wenn es auch noch kein Gewinn im eigentlichen Sinn ist, weil der immer nur ideell sein kann, dann ist es das Erleben von Mitleid mit dem (nicht habenden) Anderen, der das Teilen möglich macht. Darauf hinführen lassen sich auch schon 2- oder 3jährige, in dem man ihnen erklärt, daß sie durch Abgeben oder Teilen das andere Kind zufrieden und vielleicht auch glücklich machen könnten. Aber ohne Autorität erreichen lassen sich solche Transaktionen im wesentlichen nur durch den Tausch. Schauen bitte auch im Suchlauf die weiteren Antworten hierzu. Viele Grüße Danke fuers lesen. Gruss Christiane


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das, was der doc da geschrieben hat, klingt total logisch. und vermutlich gibt es kinder, die aufgrund ihres temperaments ganz besonders schlecht teilen können im kleinkindalter. vieles geht bestimmt auch auf das konto charakter. das muss man dann so hinnehmen. ändern kann man den ja nicht ;-) ansonsten gebe ich dir recht, mit der erschwerten loslösung geht vor allem eine verstärkte anhänglichkeit und aggression einher, weshalb ich mit dieser mutmaßung auch nicht ganz glücklich war. grundsätzlich denke ich, dass schlecht losgelöste kinder und auch kinder mit schwachem selbstwertgefühl verhaltensauffällig werden. da ich elios verhalten auffällig finde, habe ich halt in diese richtung gedacht. aber ich bin wirklich keine expertin und stütze meine gedanken nur auf ganz viele bücher, die ich zu dem thema gelesen habe. aber vielleicht hat es wirklich mit charakter und temperament zu tun. ein kleiner mensch kommt ja mit bestimmten anlagen auf die welt, sanftmütig oder hitzig, ängstlich oder mutig usw. mit der erziehung können wir zwar noch ganz viel formen, der charakterliche ansatz aber bleibt. ich würde an deiner stelle das tun, was du ohnehin tust: abwarten, immer wieder versuchen, zur not zurückrudern, ihn besänftigen, bestärken, ihm vorleben, wie man es richtig macht. damit kommt ihr sicher gut voran. und wenn man dr. posth glauben schenken darf, dann ist ja mit ca. 4 jahren der ganze spuk vorbei und die kids werden "vernünftiger". bin schon sehr gespannt, das bei meinem sohn zu beobachten. der ist ein klein wenig älter als elio, aber alles, wirklich alles was der doc in seinen ausführungen schreibt, konnte ich an ihm bisher beobachten. das ist sehr spannend, er hat wirklich recht. mein sohn ist übrigens das gegenteil von deinem. der lässt sich alles wegnehmen. das ist das andere extrem und auch nicht optimal. aber hier tippe ich ganz klar auf einen wesenszug, er ist tatsächlich eher ruhig und zurückhaltend. insofern könnte ja auch elios verhalten ganz einfach mit seinem hitzigen temperament erklärt werden. das müsst ihr dann einfach nur unter kontrolle kriegen und da bist du ja auf dem richtigen weg. hat elio eigentlich geschwister? das schult ja auch immer sehr das sozialverhalten. ny152


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Hallo, habe die anderen Postings nicht ganz gelesen, aber bei meiner Tochter war es (nicht ganz so extrem) auch so. Wir haben dann bevor der Besuch kam zusammen überlegt, was ihre "ganz wichtigen" Sachen sind und die weggeräumt. alles was dann noch da war, durften die Gäste mit benutzen. War anfangs nicht ganz leicht (das wollte ich doch eigentlich auch wegräumen) aber es ging. Gruß Ute


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Nochmals vielen Dank. Ich selbst fand/finde Elios Verhalten auch aufaellig, es ist halt sehr extrem und ich mache mir keinen Reim darauf. Er ist vom Wesen sicher eher hitzig. Wenn wir mal streiten (ist selten, kommt aber vor), dann knallt es. Wir haben dann das ganze Programm mit schreien, auf den Boden werfen usw. Nur die Auszeit hat es bislang noch nicht gebraucht... Der Witz ist, dass er nicht grundsaetzlich so eigen ist. In der Spielgruppe klappt es wirklich gut. Klar schreit er da auch, wenn ihm einer etwas wegnimmt, aber das ist ok und gehoert dazu. Mir war das mit der Wohnung gestern wirklich suspekt...zumal ich ja weiss, dass so stark besitzergreifende Kinder Probleme mit dem Selbstwert haben. Ich hoffe einfach mal, er ist noch nicht so weit und vielleicht wird es in ein paar Monaten wirklich besser. Vielleicht liegt es auch an der Sprache? Er faengt gerade mit kleinen Zweiwortsaetzen an und er kann sich einfach noch nicht so ausdruecken. Das kleine Maedchen gestern war ihm da haushoch ueberlegen. Wir werden sehen und ich werde berichten. Elio hat uebrigens keine Geschwister. Was Dr Posth angeht, sind wir einer Meinung. Ich bin auch oft platt, wie oft er den Nagel auf den Kopf trifft. Gruss Christiane


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Gute Idee. Das werde ich beim naechsten Besuch mal probieren. Mein Sohn ist eigentlich relativ verhandlungsfreudig. Ich hatte ihn bisher auch gar nicht auf den Besuch vorbereitet, da kamen einfach Leute mit einem Kind und das wuehlt dann in seinen Sachen.....War sicher ungeschickt von mir. Da wir andersrum nie Probleme hatten (wenn Elio bei anderen Kinder ist, kein Problem!), dachte ich, das geht auch bei uns... Die Szene im Treppenhaus gestern war mir allerdings schon etwas unheimlich... Gruss Christiane


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Hallo, ich denke Du und ny152 habt schon sehr gut "Posth-interpretiert" und deshalb schreibe ich dazu nicht mehr. Sehe es auch so wie ihr. Meine Tochter hat diese "alles-meins"-Phase erstmal total übersprungen und erst mit etwas über 3 nachgeholt, als ihr kleiner Bruder mobil wurde und ihre Spielsachen eroberte und teilweise Bauwerke zerstörte, Bücher annagte etc. Da war es mit ihrem sanften Wesen, das zuvor mit allen teilte, erstmal für eine Weile vorbei. Klar war die Situation im Treppenhaus etwas extrem. Aber bevor Du sie überbewertest warte mal ab, ob es vielleicht ein eimaliges Geschehen war. Ich weiß ja nicht, wie gut er das Mädchen kennt, doch ich habe schon festgestellt, dass es auch bei so Kleinen schon Sympathie und Antipathie gibt und möglicherweise liegt das Mädchen nicht gerade auf seiner Wellenlänge? Oder war er müde? Schlecht gelaunt? Ist ja alles auch mal drin. Würde erstmal abwarten, ob es sich wiederholt. Gut, dass jetzt die Jahreszeit kommt, wo man sich (hoffentlich) auf dem Spielplatz mit Freunden treffen kann. Ansonsten würde ich als nächsten Schritt erstmal jemanden besuchen gehen und da schon im Vorfeld erklären, dass Elio dort mit den Sachen von XY spielen darf und wenn XY dann mal zu Elio kommt, dann ist es andersrum. Ihn also wirklich drauf vorbereiten, ihm erklären, dass es nur für die Dauer des Besuchs ist und anschließend alles wieder seins. So hab ich es gemacht und es hat gut funktioniert. Unsere Tochter durfte auch ihre "Heiligkeiten" im Schlafzimmer parken, bis der Besuch wieder weg war. So fühlte sie sich ernst genommen und wenn sie gut vorbereitet war, klappte es meist ganz gut. Ansonsten (was auch mit dem kleinen Bruder gut klappt): Tauschgeschäfte versuchen. Also durchaus Verständnis zeigen, wenn der Besucher DIESES Auto gerade nicht haben soll, aber darum bitten, dass er ein Auto aussucht, mit dem das Besuchskind spielen darf. So fühlt er sich der Situation vielleicht nicht so ausgeliefert und merkt, dass er etwas bewirken und mitentscheiden kann. Das waren die Methoden, mit denen wir gut gefahren sind. Sie sind spontan und aus dem Mutterinstinkt entstanden, also z.B. nicht Dr. Posth- erprobt. Doch ich bin auch fleißige Studentin seines Forums und denke wir sind da auf einer ähnlichen Linie. Viel Glück und liebe Grüße.


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Hallo, vielen Dank fuer dein langes Posting. Noch kurz zum besseren Verstaendnis: Wir kennen das Nachbarmaedchen kaum (ich mag die Mutter nicht, deswegen ist da kein Kontakt, hab das abgeblockt). Die Kleine ist zuckersuess, wie gesagt 3, spricht sehr gut und ist etwas aufdringlich (wie Kinder halt manchmal sind). Sobald sie meinen Sohn nur von weitem sieht, rast sie los und will mit ihm spielen. Sie war auch schon mal bei uns, aber das ging nicht wirklich, denn die beiden haben sich nur bekaebbelt und die Kleine wollte immer, dass ich Elio bestrafe, wenn er sich "daneben" benimmt. So kennt sie es von zu Hause. Ich glaube einfach Elio mag sie nicht, sie nimmt ihn zu sehr unter Beschlag und ich vermute das macht ihm etwas Angst. Muede war er an jenem Abend auch. Bin gespannt ob sich das in dem Masse wiederholt, wir werden das Maedchen sicher noch oefter sehen. Ansonsten hast du mir noch mal einen wichtigen Denkanstoss gegeben: ich muss mehr reden und erklaeren. Oft unterschaetze ich da wohl mein Kind und denke, "ach das versteht er eh nicht" und setze ihn vor vollendete Tatsachen (wenn ich z. Bsp Freunde einlade, die dann mit Kind kommen und er wusste nichts davon). Das mit dem Lieblingsspielzueg wegglegen finde ich eine super Idee. Und das Tauschen haben wir auf dem Spielplatz schon mehrfach sehr erfolgreich erprobt. Auch dein Gedanke Elio bewusst zu machen, dass er wenn wir Besuch sind, mit fremdem Spielzeug spielen darf ist gut und hilfreich. Bin gespannt wie es in Zukunft weitergeht. Hier in Italien ist der Fruehling endlich eingekehrt und wir haben z.T. schon 23 Grad. Da hockt niemand mehr im Haus... Gruss Christiane


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frühling, 23° ?????????????? ICH WILL AUCH!!!!!!!!!!!!!!!!!!! grüße nach italia


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Ich auch!!! Bei uns SCHNEIT es heute ohne Unterbrechung. Brrrrrr. Bitte, bitte ENDLICH FRÜHLING lieber Petrus!!! LG


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Hallo, also bei uns werden Besuche immer von den Kindern ausgemacht bzw. zumindest werden sie gefragt. Da dein Sohn sich ja offensichtlich schon gut aeussern kann, wuerde ich das auch so handhaben. Versuch dich mal in ihn reinzuversetzen. Stell dir vor, bei dir kommt eine fremde oder unbeliebte Frau vorbei und du musst dich mit ihr anfreunden und sie deine Klamotten anprobieren lassen etc. :-) Ich denke, Kinder moegen vor allem eins nicht, permanent bevormundet zu werden. In manchen Punkten ist das notwendig, in vielen aber auch nicht. LG Berit


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Hallo Berita, du hast voellig Recht. Nur eins hast du falsch verstanden, Elio kann sich noch nicht gut ausdruecken. Er versteht alles bestens, aber er hat gerade erst angefangen zu reden und es ist alles noch ein ziemliches Kauderwelsch (er mischt auch viel ital./dt). Trotzdem und gerade weil er soviel versteht muss ich ihm die Dinge erklaeren und muss ihn vorbereiten. Werd ich machen...Dank auch an dich und Gruss Christiane