Elternforum Rund ums Kleinkind

Muß mich mal ausheulen ...

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Hallo! Ich bin heute seit langem mal wieder so richtig schön gereizt und könnte ständig explodieren. Meine Große ist 3 Jahre und der Zwerg 10 Wochen alt. Eigentlich ist uns die Umstellung auf 2 Kinder recht gut gelungen. Ich hatte es mir schwieriger vorgestellt - ist aber natürlich schon recht anstrengend mit 2 Kindern. Es ist leider so, dass meine Tochter ständig bummelt und nicht hört auf das, was ich ihr sage. Heute z.B. hatte ich mit dem Kleinen einen Termin beim Kinderarzt. Wir waren die letzten Patienten vorm Mittag, einen anderen Termin konnte ich leider nicht bekommen. Also habe ich meine Tochter aus dem Kindergarten geholt und dann wollten wir schnell zum Arzt. Eigentlich war genug Zeit und ich bin auch extra noch ein bisschen eher losgefahren. Im Kindergarten ging es dann damit los, dass auf dem Spielplatz ganz viele Luftballons lagen und jedes Kind sich einen aussuchen und mit nach Hause nehmen konnte. Meine Tochter musste unbedingt erst noch auf ihre Freundin warten - die ersten Minuten vergingen. Dann wollte sie eine bestimmte Sorte Luftballon, der aber scheinbar schon von anderen Kindern weggenommen wurde und den sie nicht finden konnte - die nächsten Minuten vergingen. Dann habe ich Vorschläge gemacht, welche auch noch schön seien, sie konnte sich ewig nicht entscheiden - nächste Minuten vergingen. Dann hatte sie endlich einen nach ihrem Geschmack gefunden, dann ging das Getrödel weiter - hier ein Pläuschchen und da noch langrennen usw. Ich habe sie immer wieder gerufen und sie gebeten, dass sie kommt, weil wir uns ja heute mal beeilen müssen. Mir kam es so vor, dass sie sich noch extra Zeit ließ. Dann bin ich einfach erstmal gegangen, habe den Kleinen ins Auto verfrachtet. Bin dann wieder zurück und habe sie mir geschnappt. Sie hat sich am Zaun festgekrallt und gebrüllt. Mir war die Situation echt peinlich. Aber was sollte ich machen, die Zeit wurde inzwischen knapp und mein Fräulein Tochter hätte wahrscheinlich noch 3 Stunden gebraucht. Außerdem lagen meine Nerven echt blank. Selbst als wir dann schon lange im auto saßen, war ich noch stinkesauer. Oh Mann, diese Bummelei macht mich noch wahnsinnig. So geht es echt den ganzen Tag. Oft ist es auch so, dass ich ihr helfen möchte (z.B. beim Schuhe anziehen), sie sagt dann NEIN DAS MACHE ICH SELBST! - das wäre ja okay - sie macht es dann aber nicht. Ich werde noch verrückt! Soooo, jetzt geht es mir schon besser. Vielleicht hat ja der eine oder andere einen Tipp für mich oder aufmunternde Worte. Tschüß Ana


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Hallo Ana, das wird ganz bestimmt noch "lustiger" werden. Meine Große ist fast neun und vom Sternzeichen "Steinbock" und das durch und durch. Da kann man viele Geschichte erzählen. Weißt du was mir die allermeiste Kraft in besonders verzwickten Situationen gegeben hat und auch heute noch gibt (jetzt hält mich die Kleine auf Trab, die ist 10 Monate): Wenn die Kinder schlafen, denken wir oft (ich übertreibe mal extra- nicht das gleich wieder Mecker-Postings kommen *ggg*): "Puhh geschafft, endlich sind die Nervensägen mal ruhig und ich kann mal mein Ding machen." Und gerade das habe ich dann nicht gemacht. Ich habe mir die Zeit genommen und still am Bett gesessen und mein Liebstes auf der Welt angeschaut. Wie still und friedlich unsere Kinder doch seine können, unsere kleinen Himmelsgeschöpfe. Diese Zeit, wenn du am Bett sitzt, hat das Kind nicht nervig eingefordert. Ich habe dem Kind und mir diese Zeit freiwillig geschenkt. In diesen wenigen, äußerst stillen Minuten kommst du ganz schnell zur Ruhe. Du gehst bestimmt auch in Gedanken den ganzen Frust nochmal durch. Ich erfahre dann ganz oft, was wirklich wichtig ist und wie man die Situation verbessern kann. Der Ärger und die Wut verlieren wirklich ganz schnell an Präsenz. Liebe Grüße Heike


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ich kann dir voll und ganz nachempfinden, wie du dich fühlst. habe ich doch selbst so ein "bummelanten-exemplar" hier daheim. er macht mich manchmal schier wahnsinnig, unser großer. das fängt schon früh im badezimmer an: anziehen dauert bei ihm etwa 30 minuten... ich lege ihm mittlerweile einfach nur noch die sachen hin und gehe, denn sonst würde ich schon morgens laut werden. er heult dann zwar rum, weil er ja "soo alleine ist", aber meine nerven *örks* und ihn anziehen mag ich nicht. er wird 4, er kann es alleine! ich mache halt meine tochter (knapp 15 monate) und mich fertig, helfe meinem sohn schon mal bei einem reißverschluß, aber ansonsten kann er es ja selbst. dann: frühstück *krise* 30-45 minuten für 1-2 scheiben knäcke oder eine schnitte. zähneputzen, schuhe anziehen: bummeln, bummeln, bummeln. im kiga selbiges: er braucht ewig, bis er sich umgezogen hat, im kiga selbst ist er immer der letzte bei der brotzeit etc. mittags auch wieder 30-45 minuten mittag essen usw. er ist halt ein kind, was 1000 andere dinge anschaut, ausprobiert, schnell noch gucken muß, anderen zuschaut usw. an guten tagen stört es mich nicht so sehr, an schlechten tagen drehe ich am rad. für die essenszeiten gibt es mittlerweile einen wecker, hat er wieder seine ultra-trödel-phase, kommt dieser zum einsatz und nach 20 minuten ist das essen beendet. denn wenn er will (und guten hunger hat) KANN er schnell essen (oder sich auch anziehen, aufräumen usw.) wenn jemand ähnliche kinder daheim hat, wäre auch ich glücklich über einen kleinen erfahrungsbericht und evtl. kleinen tipps, wie man damit am besten (und für alle seiten gerecht) umgeht. das was "mama heike" geschrieben hat, habe ich auch schon festgestellt. und trotzdem wäre es schön, auch etwas für den alltag untertags "parat" zu haben?! tim war übrigens schon als baby so: für eine stillmahlzeit brauchte er so 30-45 minuten, manchmal. kleiner genießer eben. lg, sandra


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hallo, versuche dich auf die bummelei einzustellen, so tu ich es zumindest und es klappt recht oft. z.b. wenn du einen termin hast dann lieber 15-30 min vorher alles machen und anziehen usw. dann hast du mehr geduld und zeit (und früher bist du auch noch da, wenn sie nicht so bummelt). es gibt sicherlich situationen, da muss das kind auch mal mitziehen, aber bei meiner sind das immer mal so phasen und wenn sie mitbekommt, daß ich unterzeitdruck stehe, dann bummelt sie erst recht! lg mici


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Hallo, was bei meiner kleinen Bummelliese (fast 6) im Moment morgens am besten hilft ist, ich sage ihr dann gehst du halt im Nachthemd mit, ich muß jetzt gleich los. Wirkt bei eitlen kleinen Weibern ungemein. Allerdings beeilt sie sich jetzt doch schon manchmal wenn ich sie bitte. Ach ja ich mache den Kleinen(17 Mon.) fertig und sie zieht sich in der Zeit auch an, wenn es arg eilig ist, haben wir die Sachen schon abends ausgesucht, da sie echt Stunden vor dem Schrank verbringen kann. Was auch helfen kann, wenn dein Kind einen wichtigen Termin hat (Kindergeburtstag) und ganz schnell los will, werde du doch mal zur Schnecke. Meine Tochter ist echt fast wahnsinnig geworden, als sie los wurde und ich mußte dringend noch mal auf Toilette, fand den Pulli auf einmal doch doof und wußte nicht welche Schuhe ich anziehen möchte. Gruß Ute


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ich habe auch so ein exemplar...nicht das bummeln ist das problem, sondern das nicht hören. ich hätte mit sicherheit nicht so lange gewartet, bis sie sich entschieden hat. ich hätte wohl gesagt "nimm JETZT einen, oder ICH suche einen aus. wenn sie dann immernoch keinen ausgesucht hätte, hätte ich es auch getan. ich klemme mir jasmin öfters unter den arm um das getrödel zu beenden. dabei interessiert es mich ehrlichgesagt sowas von überhaupt nicht,was die anderen "muttis" von der szene halten. es sind immerhin MEINE nerven und meine (knappe) zeit. lg mic


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Hallo Ana, ich noch mal. Wegen deinem Problem mit dem „Zwergenaufstand“ habe ich nochmal nachgegrübelt, denn auch ich muss ich mich ja langsam wieder darauf vorbereiten. Also habe ich meine alten Tagebuchaufzeichnungen gelesen (köstlich, köstlich), um vielleicht doch noch einen Tipp für den Tag zu finden. Das Zauberwort heißt WILLENSEINKLANG. Wenn du etwas wills, mußt du dein Kind dazu bringen, es auch zu wollen. Beispiel: Du möchtest abends mit deinem Kind Zähneputzen. Dann wird es das nur bereitswillig tun, wenn es das auch selber will. Meine Große stand mal einige Tage voller Trotz und Bockigkeit, später sogar mit Beißen und Kneifen an der Badewanne und hat sich keinen Schritt zum Waschbecken bewegt. Was tut man da? Das hat mir so einige Sorgen bereitet, ehe wir aus dieser Phase rauswaren. Nun zu deiner aktuellen Sitution: Du hast es eilig und bist schon ziemlich durch den Wind. Du weißt, wenn sie jetzt nicht mitzieht, hast du ein Problem. Kinder haben ein feine Antenne für besondere Situationen, sehr, sehr feine. Besonders für unsere Ungeduld und Hetze. Du kannst solche Situation vorbereiten und dich vorher darauf einstellen, z. B. versuchen, dein Kind auf das Folgende neugierig zu machen. „Rate mal, wo wir jetzt hingehen. Dort sind viele Kinder...“ oder so ähnlich. Wenn du es schaffst, dein Kind in ein Gespräch zu „verwickeln“ ist schon viel gewonnen. Es ist abgelenkt und du kannst hurtig die Schuhe selber zu machen, oder wenigstens einen. Oder du hast im Auto ein schönes Geschenk, das schon wartet… Mit ein bißchen Kreativität findet sich bestimmt für jedes Kind ein „Aufhänger“. Es lohnt sich, vorher etwas im Hinterstübchen zu haben. Einfallsreichtum ist gefragt. Du wirst oft feststellen, dass diese „Krücke“ gar nicht nötig sein wird, denn du bist viel lockerer mit einem “Schlachtplan“. Wenn die Situation schon eskaliert ist: Dein Kind ist bockig und heult wütend. Du bist völlig genervt. Da wieder auf Normalpegel zu schalten ist sehr schwer. Hilfreich ist, mit seinem Kind Mitleid zu haben. Einem kleinen Kind, was einem wirklich Leid tut, kann man nicht böse sein. Und kann es einem nicht wirklich Leid tun? Statt seiner liebenswürdigen fröhlichen Mama steht da auf einmal ein hysterisch keifender Meckerbesen. Welches Kind sollte da nicht die Fassung verlieren? Manche Kinder provozieren uns extra, um die Situation irgenwie zu ändern. Die Kinder halten uns einen Spiegel vor und im Grunde sehen wir nur uns selbst. Deswegen sind wir vielleicht so verärgert. Der Ärger verpufft mit dem Mitleid und es ist wieder Platz für nette Worte und auch eine ausstehende Entschuldigung. Dein Kind will ja im Grunde wieder lieb sein und wenn du dich beruhigt hast, ist es leicht, im die „Hand“ zu reichen. Erziehungsarbeit ist immer anstrengend, denn es ist in erster Linie Erziehung an uns selbst. Wenn wir uns daran erinnern und uns ernsthaft bemühen, ist schon viel geholfen. Viel Glück beim nächsten Termindruck Heike P.S. Wie man phlegmatische Kinder in Schwung bringt, weiß ich leider auch nicht. Soweit ich mich erinnere, kann man über die Ernährung eine Stütze geben.


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Leonie ist 5,5 und läßt sich immer noch genau dann Zeit wenn ich es eilig hab ;) LG Ivonne


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Hallo! Deine Antworten haben mir besonders weitergeholfen. Vielen Dank! Wie recht Du doch mit allem hast. Mit ein bisschen Abstand und dem nötigen Denkanstoß erscheint mir vieles so logisch. Naja, leider ist man im Alltag ab und zu mal etwas "betriebsblind". Schönes Wochenende wünscht Ana