Mitglied inaktiv
Hallo, meine Tochter ist jetzt drei Jahre alt und provoziert mich wo sie nur kann. Ich versuche meistens, ihr Verhalten mit logischen Konsequenzen zu ändern? Nur fallen mir manchmal wirklich keine ein. Was mach ich denn, wenn sie sich auf den Wohnzimmertisch setzt? Logische Konsequenz wäre ja, den Tisch rauszustellen, aber dann fehlt er mir. Oder wie kann ich ihr ständiges Bettgehopse stoppen, was ich absolut nicht leiden kann? Bett abbauen? Kinderzimmerverbot? Auch alles Blödsinn. Wie macht ihr das denn?
Hallo Twaddle, die meisten Erziehungskonzepte wie "Lernen aus den Folgen" etc. sind ziemlich starr und passen oft nicht auf die Wirklichkeit, das habe ich auch schon feststellen müssen, seufz... ;-) Manchmal kann die logische Folge sinnvoll sein. Oft muss man aber anders reagieren. Meist hilft nur Hartnäckigkeit und das sog. "Leierkastenprinzip": Steigt Deine Kleine auf den Wohnzimmertisch, sagst Du jedes Mal "Nein, das möchte ich nicht!" und hebst sie zur Not herunter. Steigt sie nur aus Trotz sofort wieder raus, geht Ihr beide aus dem Zimmer heraus. Lenke sie dann ab, lass sie bei irgendwas helfen. Dann bekommt sie positive Aufmerksamkeit von Dir und das "Tischkletterspiel" wird uninteressant. Mit dem Bettgehopse würde ich es genauso machen. Ein vorübergehendes Kinderzimmerverbot (einige Minuten, bis sie wirklich aufhört damit) geht schonmal, finde ich. Generell dauert es meist sehr lange, bevor ein Verbot wirklich respektiert wird (einige Tage bis Wochen). Diese Zeit kann auch irgendeine Erziehungstheorie nicht verkürzen. Die Hartnäckigkeit unserer Kinder, die zu ihrer gesunden Persönlichkeitsentwicklung dazu gehört, kostet einfach Geduld und Nerven, daran beißt die Maus keinen Faden ab. Nicht umsonst werden die "Kinderzimmer-Dominas" in den Erziehungssendungen im TV (Nannys) von Kinderpsychologen stark kritisiert: Ihr Dompteur-Stil hat eher was mit Dressur, als mit echter Kooperation mit dem Kind und Respekt gegenüber dem Kind zu tun. Bei den gezeigten Familien ist die gesamte Struktur stark gestört, allein das Kind auf die "stille Treppe" zu setzen und konsequent zu sein, reicht da nicht aus. Liebe Grüße und gute Nerven ;-) Bonnie
Den vorherigen Beitrag von Bonni fand ich super und kann mich dem nur anschließen. Ich möchte aber noch etwas anderes zum "Überdenken" ansprechen: Du sagst, sie provoziert mich, wo sie nur kann. Ich höre daraus, dass du zur Zeit einfach von deiner Tochter genervt bist. Meinst du nicht, dass sie das genau spürt, deine ganze Ablehnung ihr gegenüber? Versuche von anderen Hilfe für den Haushalt oder die Kinderpflege zu bekommen, dass du dich von deinem Kind weniger gestreßt fühlst und du erstmal entspannter ihr gegenüber wirst. Irgendwann hat es bestimmt ganz harmlos angefangen und nun hat sie nur noch dieses Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen: den Versuch, dich auf die Palme zu bringen. Hast du die anderen, leisen "Töne" (auf sich aufmerksam zu machen) nicht hören können, dass es soweit kommen mußte? Du hast den Denkansätze, sie ändern zu wollen. Funktioniert das denn bei Erwachsenen? Ist es nicht vielmehr so, dass wir die anderen und ihre Fehler nicht ändern können, sondern nur uns selbst. Wenn wir uns bemühen, eine MITschuld an der Situation auch bei uns zu sehen, können wir auch unser Verhalten ändern und anpassen. Wir bewirken damit eine Änderung bei dem anderen. Warum hopst deine Tochter auf dem Tisch oder den Betten? Sie will dich nicht ärgern, sie will den Beweis, dass du sie beachtest, das du an ihrem Leben teilnimmst, sie als Mensch achtest und wahrnimmst und sie liebst. Wenn du merkst, dass ihr langweilig wird, schicke sie nicht weg. Hilf ihr, etwas sinnvolles zu tun, mache den Anfang. Vielleicht ist dir eine Hilfe bei der "Problemlösung", dein schlafendes Kind zu betrachten. Lasse alle schönen Erinnerungen zu und schließe mit den schlechten ab. Nimm sie nicht mit in den anderen Tag, da staut sich alles nur an. Nimm dir Zeit, über dich nachzudenken. Viel Zuversicht beim Bemühen, dein Kind besser zu verstehen wünscht dir Heike
Ich wollt nur mal gesagt haben dass ich deinen Beitrag ganz ganz toll finde! (Diese Erkenntnisse - nämlich dass mein Kind auf mich reagiert und mich nicht ärgern will und dass ICH umdenken muss - die kamen neulich zu mir wie ein hammerschlag...)
Ohne Kinder hat man so viele "Erziehungs-Pläne" und plötzlich ist es so, dass unsere Kinder uns erziehen, natürlich nur wenn man sich darauf einläßt. Unsere "himmlischen" Kinder haben die Kraft, aus uns bessere Menschen zu machen. Sie sind es mehr als wert, geduldig mit ihnen zu sein. Danke für dein Dankeschön Heike
Liebe Heike, hmm, ich fürchte, mein Einführungssatz war nicht gut gewählt. Mit der Bemerkung, dass sie mich proviziert, ´wollte ich ausdrücken, dass sie sich bei anderen (Bezugs-)Personen anders verhält und nur eben besonders bei MIR versucht, ihre gesteckten Grenzen zu übertreten. Dass man mal genervt ist von seinem Kind kann ja wohl niemand verneinen, aber ich denke, dass ist bei mir nicht schlimmer als bei anderen Müttern. Meine Frage bezog sich wirklich auf den Erziehungsstil der "logischen Konsequenz".
Hallo... (wie heißt du eigentlich?) Also zu dem Erziehungsstil der "Logischen Konsequenz" kann ich nicht wirklich viel sagen. Ist mir so nie zu Gehör gekommen. Meine Große ist neun Jahre und die Kleine 11 Monate. Ist mir wohl in den Jahren dazwischen durch die "Lappen" gegangen. Ich versuche mal zu interpretieren, wie ich es verstehen würde: Wenn mein Kind Gebote und Verbote mißachtet und damit nicht auf mich hört, handle ich logisch und nachvollziehbar für das Kind. Also wenn ich es rufe und es nicht kommt, muß ich es notfalls holen. Wenn es etwas genommen hat, was es nicht haben darf, fordere ich es auf, mir den Gegenstand wieder zu geben. Und dann legen wir es gemeinsam wieder an den Ort, wo es war. Wenn es auf dem Tisch hopsen will, fordere ich es auf, runter zu kommen. Kommt es nicht, hole ich es notfalls runter. Ich werde es daran hindern, wieder hinauf zu klettern. Wenn es nicht hört, muss es in seinem Zimmer bleiben. So weit gehe ich in der "Logik" mit, denn so läuft es bei uns zu Hause. Ich würde nie im Leben darauf kommen, den Tisch rauszuräumen. Wo hast du denn sowas gelesen? ... obwohl, vielleicht, wenn der Tisch im Kinderzimmer steht... mmhh. Dann darf sie den eben nicht haben, wenn sie nicht die Regeln befolgt. Macht schon Sinn. Ist mir aber ehrlich gesagt viel zu hypothetisch, um wirklich praktikabel zu sein. Was ist, wenn kleine Gäste kommen und den Tisch zum Puppenspiel brauchen? Klein bei geben und den Tisch wieder rein räumen? Blödsinn, genau wie du schreibst. Deswegen verstehe ich nicht so richtig, was du eigentlich als neue Denkanstöße benötigst. Ich denke, die Erziehung auf "Logik" zu reduzieren, taugt einfach nicht. Logisch zu handeln ist wichtig und festigt unsere Position, dass unser Wort gilt. Das Kind kann sich darauf verlassen und erfährt damit einen wichtigen Teil von Geborgenheit. Ich bin aber auch grundsätzlich der Meinung, dass mit einer logischen Reaktion auf ein bestimmtes ungewünschtes Verhalten nicht die Ursache des Verhaltens geändert wird. Es verlagert sich dann doch nur auf andere Objekte, auch wenn im Moment erreicht ist, dass das Kind nicht mehr auf dem Tisch hopst. Wenn sie nur DICH austesten will, hat sie ihre Gründe. Hat meine Große übrigens auch gemacht, sehr resolut sogar. Die Gründe kannst nur du allein rausfinden, wenn du in Ruhe über die Situation nachdenkst und dir eine Mitschuld an der Situation gibt. "Mitschuld" bitte nicht im negativen Sinne verstehen, sondern in dem Sinne, dass du ja Beteiligte bist und jederezeit bestimmend in die Situation eingreifen kannst. Aber ich will mich nicht wiederholen. Ja, mehr fällt mir zu diesem Thema gar nicht ein. Gibts noch einen wichtigen Gesichtspunkt bei dem "logischen" Erziehungsstil, den du mitteilen willst? Interessant finde ich es irgendwie schon, denn rein logisch habe ich solche Situationen noch nie betrachtet. Liebe Grüße Heike
Hallo. Was hast du für ein Problem dich gegen eine Dreijährige durchzusetzen? Und ich finde, das musst du. Ich bin eine absolute Vertreterin der "sanften" Linie: ich würde niemals mein Baby schreien lassen und ich finde es auch unmöglich, ein Kleinkind od. überhaupt ein Kind mit Schlägen zu "erziehen" (wohl wissend, dass sie einem so unglaublich wütend machen können...) Kind ernstnehmen mit all seinen Bedürfnissen und Problemen, ja klar! ABER: als Mama bin ich auch der "Chef" vom Kind. Wenn ich sage, es wird nicht aufm Wohnzimmertisch geklettert und der Lütte meint, er braucht nicht hören, dann hol ich ihn da ruckizucki runter und zwar so, dass klar ist: eben ist schluss mit lustig und da ist nichts mehr zum lachen. Ich frage meinen 2jährigen vielleicht, ob er lieber die grüne oder die blaue Zahnbürst haben will, aber ich diskutiere nicht eine Sekunde mit ihm, ob auf den Couchtisch geklettert werden darf oder nicht. Und ich bin auch der Meinung, ein Kind braucht klare Regeln. Erklären warum find ich gut, aber bei einer 3jährigen würd ich noch nicht so recht darauf bauen, dass sie das auch alles einsehen kann - man kann ein Kleinkind auch völlig damit überfordern, indem man es müde faselt. Im Traum nicht würde mir einfallen, mein Bett abzubauen (!), damit das Bettgehopse aufhört. Solange Erklärungen noch nicht fruchten, könnte es vielleicht wirken, dass sie dich etwas ernster nimmt, wenn sie merkt, die Mama wird verdammt sauer wenn sie das macht ??? Du hörst dich nicht so an, als könntest du mal richtig stinkwütend werden. Könnte vielleicht nicht schaden :-))))) Keine Angst, sie liebt dich troztdem Hals über Kopf, auch wenn sie dich mal ausflippen sieht(das soll nicht heißen, dass du grob wirst(!), aber dass du deine physische Überlegenheit ausnutzt, dich durchzusetzen). Naja, muss jeder selber wissen. Übrigens halte ich es mit den Verboten so: nicht zuviele, d.h. nur wirklich das verbieten, wo was kaputt gehen kann bzw. er sich verletzen kann. Bettgehopse z.B. darf er. Weils einfach zuviel Spaß macht. Dann wird die neue Matratze eben was eher gekauft. Nicht o.k. dagegen ist mit Buntstiften die Wand anschmieren etc. - da kann man ja selber seine Prioritäten setzen. Gute Nerven & Alles Gute LG Lisa
Hab die anderen Beiträge nicht gelesen. Ich finde logische Konsequenzen generell schon sinnig und habe sie auch bei meinen Kindern in diesem"schwierigen" Alter durchaus angewandt... Klar gelingt es nicht immer eine "logische Konsequenz" zu finden,aber meist klappt es eben doch. Was wichtig ist:Nicht ZU VIELE Regeln und Gesetze aufstellen,lieber genau abwägen ob dieses oder jenes Verbot WIRKLICH sein MUSS-da erspart man sich schon mal einigen Stress... Vielleicht könnt ihr bei der Betthüpf Sache einfach ne Regel finden,die euch Beiden entgegenkommt(zB 5 Min hüpfen ,aber nicht ZU wild,danach liest du ihr gemütlich im Bett ein Buch vor...) Konkret zum Tisch fällt mir auch nix logisches ein(rausstellen wär auch nicht richtig,da leidet ja dann quasi die ganze Familie-das ist ja eher noch ein Triumph für deine Tochter*g*) Vielleicht solltest du ihr mal sagen,dass wenn sie auf den Tisch steigt dann eben leider kein Platz ist für ihren Nachtisch (oder so in die Richtung). Ich denke aber mal da heißt es einfach:Konsequent bleiben und ihr wenns sein muss 1000 mal sagen dass sie nichts auf dem Tisch zu suchen hat(und sie ggf 1000 mal runternehmen) Und immer vor Augen halten:Deine Tochter macht das nicht um die zu provozieren oder so...sie entwickelt ledigliuch einen eigenen Willen(was ja an sich eigentlich auch schön ist!). LG Tanja
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