Mayglöckchen
Hallo ihr lieben. Ich bin gerade richtig verzweifelt und so traurig und erschöpft, dass ich mich mal mitteilen muss. Vielleicht hat ja jemand einen guten Denkanstoß, der mit weiterhilft. Meine Maus ist 3 und geht seit ca 2 Wochen in den großen Kindergarten. Vorher war sie schon 2 Jahre in der Krippe. Das morgendliche fertig machen ist ein graues und raubt uns beiden den letzten Nerv. Das Problem bei meinem Mann macht sie alles ohne quängeln ohne Streit. Da läuft das prima. Sie zieht sich an und trägt ihren Rucksack zum Auto und los geht's. (Zumindest lt seinen Erzählungen). Wenn ich sie fertig machen will für den KiGa sind wir danach bei eigentlich nur fertig mit den Nerven. Sie will nichts alleine machen oder trödelt ewig rum (was ich schon einrechnen in die Zeitplanung, weil ich sie ja nicht hetzen will. In der Zeit zieh ich mich halt an oder mach schon Mal Frühstück für sie). Wenn ihr eine winzige Sache gegen den Strich geht , dann schreit sie sofort, wirft sich hin und verlangt den Papa. Ich komm dann gar nicht mehr an sie Ran. Zum Glück ist mein Mann im Home-Office und quasi immer verfügbar aber das macht mich kaputt. Ich bleibe fast immer ruhig (ab und zu resit mit der Geduldsfaden und ich werde auch mal laut, ist aber eher die Ausnahme würde ich behaupten). Heute war es zum Beispiel die Lieblingshose (eine Blümchenshorts), die sie nicht anziehen durfte weil es zu kalt war und geregt hat . Ich hab ihr gesagt, sie zieht heute eine lange Hose an und kann die kurze ja einpacken für die Kita falls es plötzlich doch heiß werden sollte. Total ausgeklingt. Und das bei jeder Kleinigkeit. Ich kann nicht mehr. Mir blutet das Herz. Dass sie sich an mir "ausprobiert " und ihre Gefühle rauslässt ist ja irgendwo verständlich aber das geht echt zu weit. Ich selbst arbeite im Schichtdienst als Krankenschwester und bereite sie also nicht jeden Tag auf die Kita vor, aber wenn ich da bin will ich auch die Zeit mit ihr haben. Mittlerweile freu mich aber regelrecht auf die Frühdienste weil ich da mein Mann sie morgens fertig macht und wegbringt. Auch in der Kita ist es so, dass sie mit mir immer noch 10 min kuschelt bevor sie dran denkt in die Gruppe zu gehen. Beim Papa düst sie einfach ab und winkt nur fröhlich. Das ist kein Problem für mich weil es bestimmt damit zusammenhängt dass wir morgens immer so ein Theater miteinander haben und ich hab den Luxus, dass ich ihr von meiner Seite aus auch so viel Zeit lassen kann. Dieses krass unterschiedliche Verhalten und vorallem das Geschrei am morgen machen mich aber fertig. Was mach ich denn falsch, dass nur ich so angeschrien werde.
Ich kann verstehen, dass es frustrierend für dich ist. Aber ich kann versichern, dass es komplett normal ist 🙈 Meine Tochter ist fast 5 und bei uns ist es schon lange ganz ähnlich morgens. Und auch sonst, wenn wir unterwegs ist und sie müde oder hungrig ist, bekomme immer ich die komplette Ladung schlechte Laune ab. Ich denke, es sind mehrere Faktoren. Zum einen ist Mama meist doch die Hauptbezugsperson. Auch wenn bei euch der Papa oft zu Hause ist - vermutlich lässt er nicht ständig alles stehen und liegen, um die Bedürfnisse des Kindes zu erfüllen. Zum anderen ist Mama oft empathischer, manchmal sogar zu sehr (nicht bei jedem Kratzer muss emotional reagiert werden). Dann ist klar, dass negative Emotionen Richtung Mama gehen, sie schwingt mit, während Papa unbeeindruckt bleibt. Ich habe für mich gelernt, dass es oft nichts bringt, gegen das Kind zu arbeiten. In eurem Fall würde ich es tatsächlich so machen, dass ab sofort nur noch Papa sie morgens fertig macht. Und irgendwann, wenn Papa der "Normalfall" ist, bist du der Joker 😉 Ich verstehe, dass du Zeit mit ihr verbringen willst, aber es klappt morgens bei euch gerade nicht, eine schöne gemeinsame Zeit zu haben. Dann erledige morgens Haushalt, bereite Nachmittagssnack oder Abendessen vor oder mach etwas anderes, was du sonst zu einer anderen Uhrzeit erledigen müsstest und nutze die Zeit später am Tag mit deiner Tochter. Oder unternehmt etwas zu zweit an einem deiner freien Tage. Auch würde ich bei Zeitdruck das Thema Selbstständigkeit komplett hinten an stellen. Also alles, was sie nicht problemlos selbst macht und bei dem sie sich helfen lässt, für sie übernehmen (Anziehen, Zähne putzen, Rucksack tragen...) Es bringt überhaupt nichts, solche Dinge morgens zu einem Machtkampf werden zu lassen. Das Kind versteht keinen Termindruck und kann nichts dafür, dass unser Leben eng durchgetaktet ist. Selbstständigkeit kann man in entspannten Momenten viel besser üben und wenn Kinder Dinge wie anziehen usw. einmal selbst können, verlernen sie es auch nicht, selbst wenn man ihnen hilft. Noch eine Anmerkung zum Schluss: Eure Tochter ist gerade mal 2 Wochen in einer neuen Gruppe. Selbst wenn sie in der selben Einrichtung schon in der Krippe war, ist es eine riesige Umstellung. Stell dir vor, du bleibst bei einem Arbeitgeber aber wechselst in einen anderen Bereich, mit komplett neuen Kollegen und Abläufen 😉 Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis eure Tochter dort ankommt, erfahrungsgemäß 3-6 Monate. Diese Zeit ist oft kräftezehrend für die Kinder und das spürt man auch zu Hause.
Huhu, erstmal muss man sagen, dass das ein völlig normales Muster ist. Papa ist oft der "Superstar", Mama kriegt die Unlust des Kindes ab. Du darfst das auf keinen Fall persönlich nehmen, denn es ist nicht persönlich, sondern sehr weit verbreitet bei kleinen Kindern. Das Ganze hat meistens zwei Gründe: Zum einen bist du als Mutter die Hauptbezugsperson für deine Tochter. Natürlich ist der Papa auch sehr wichtig, aber du bist wichtiger. Deshalb agiert deine Maus an dir ihre ganz normalen Autonomie-Bestrebungen aus: Sie geht auf Contra, sagt Nein, sträubt sich, will ihren Willen durchsetzen. Auch wenn es sich nicht so anfühlt, ist das ein Kompliment: Gerade WEIL du die wichtigste Vertrauensperson für sie bist, kann sie sich bei dir fallenlassen und sich trauen, wichtige und nötige Entwicklungsschritte (Loslösung, Autonomie, Ich-Stärke) an dir abzuarbeiten. Sogar dann, wenn das bei dir Zorn auslöst. Sie vertraut dir einfach. Zum anderen bist du als Frau natürlich nachgiebiger, kompromissbereiter und in pädagogischen Fragen anspruchsvoller als ein Vater das ist: Du argumentierst mit deiner Tochter ("Zu kalt für Blümchen-Shorts"), erklärst ausführlich und vermutlich auch mehrfach Dasselbe, du versuchst, Lösungen zu finden ("Wir nehmen die Hose mit in den Kiga") und zeigst möglichst viel Verständnis (planst extra mehr Zeit ein morgens). Das ist alles wunderbar und gut gemeint. Der Haken ist, dass du damit unsichere Signale an deine Tochter sendest. Sie merkt, bei dir ist absolut alles verhandelbar, und zwar ausführlichst. Erziehungsberater nennen so etwas "Mikro-Management": Mama steigt auf jede Regung des Kindes ausführlich und bereitwillig ein. Und verliert sich im Alltag daher oft im Klein-Klein, anstatt das Große und Ganze im Auge zu behalten. Sie steigt auf alles ein, redet, argumentiert, versucht Lösungen zu finden. Und das macht es natürlich irre anstrengend, weil es im Alltag dann oft nicht vorangeht. Väter dagegen denken im Traum nicht daran, so ein Heiteitei zu veranstalten. Sie machen klare Ansagen als Kind, und dann werden die Dinge genau so gemacht, wie der Papa das gesagt hat. Fertig. Väter interessieren sich auch meist relativ wenig für pädagogische Finessen, sondern ziehen das durch, was gerade ansteht. Das ist gar nicht so verkehrt, weil das Kind dadurch viel mehr Klarheit vermittelt bekommt. Auch für das Kind ist das eine große Entlastung: Es muss nicht alles ausdiskutieren und verhandeln. Nun müssen Väter und Mütter nicht gleich sein. Dass Mütter sensibler sind und mehr aufs Kind eingehen, ist ja auch wertvoll. Aber wenn man das zu sehr macht, kostet das so viel Energie, dass man irgendwann keine liebevolle Mutter mehr sein kann. Deshalb darf man sich von Männern hier etwas abgucken. Achte darauf, mit deiner Tochter morgens nicht alles zu diskutieren. Das ist unnötig. Der Ablauf ist immer gleich und fertig. Erkläre nicht alles dreimal, sondern wiederhole dich nicht. Gehe auf Protest nicht ein, diskutiere nicht, sondern bestehe darauf, dass die nötigen Dinge JETZT gemacht werden. Mach in der Zeit auch nichts anderes (dich anziehen oder Frühstück machen), sondern bleibe bei deiner Maus und setze ruhig, aber nachdrücklich durch, dass ein Schritt nach dem anderen zügig erfolgt. Kleine Kinder können sich nicht selbst organisieren, man muss das Morgenprogramm mit ihnen gemeinsam machen. Es wird die ersten Tage nicht einfach sein, weil deine Tochter sich ja erst umgewöhnen muss. Anfangs sieht es so aus, als ob sich nichts ändert, im Gegenteil, der Protest nimmt natürlich erstmal zu, wenn Mama nicht mehr so reagiert, wie gewohnt. Dann aber wird es für dich und für sie besser werden, weil ihr euch beide nicht mehr in dem Labyrinth aus Protest, Schimpfen, Erklären, Verhandeln, Diskutieren verliert. Kompromisse und Mitsprache des Kindes sind auch wichtig, aber nicht im morgendlichen Routine-Ablauf. Sie sind etwas für nachmittags und für Situationen, in denen alle entspannter sind. Sei morgens dagegen klar und straight. Kleine Kinder wünschen sich ja auch Halt, Führung und Orientierung. Dein Mann hat das instinktiv erkannt, trau dich, das ruhig auch ein bisschen zu übernehmen. LG
Bestimmt liegt es nicht an Dir. Manche Dinge sind einfach wie sie sind. Wenn Ihr wählen könnt, warum macht Ihr es Euch so schwer? Wenn etwas mit dem Papa besser klappt, dann soll es doch einfach der Papa machen. Scheint auch für Euer Kind entspannter zu sein. Irgendwann wird es sicher auch wieder anders.
Du bringst sie morgens hin, wenn du keinen Zeitdruck hast. Richtig? Bei mir ist es genau dieser Zeitdruck, der meinen Kindern klar gemacht hat, dass sie morgens fertig werden MÜSSEN und es keine Alternative gibt. Ich muss zur Arbeit und die in die Kita. Die Regeln sind klar und die Abläufe auch. Natürlich läuft es nicht immer harmonisch. Jeder hat mal nen schlechten Tag. Aber wir hatten schon reichlich Zeit zum Üben und so klappt es inzwischen. Hier bin ich jedoch die absolute Hauptperson und leiste die Erziehungsarbeit. Mein Mann ist mehr der Mitbewohner, der ab und an mal ne Taxifahrt übernimmt. Der bringt den Rhythmus durcheinander, den ich mir aufgebaut habe und das nutze ich eher selten. Der Rhytmus sollte zu euch passen! Schau mal, ob die Abläufe wirklich optimal sind. Manchmal ändert man Ort oder Reihenfolge und dann klappt es. Beispiel: Zähne putzen im Auto - ein Must Have für Junior. 10 Minuten kuscheln in der KiTa ist doch ok. Plan die Zeit ein und gut ist.
Die letzten 10 Beiträge
- Bitte dringend hilfe gesucht - nächte 22 monate
- Sprachentwicklung Kleinkind fast 15 Monate?
- Sehr unfreundlicher Nachbar - Kinderlärm
- Selbstbefriedigung Kleinkind
- Sauberwerden
- Junge 3Jahre und 6Monate Pampers immer extrem voll mit Pippi
- Junge 3Jahre und 6Monate Pampers immer extrem voll mit Pippi
- Keine Lust Trocken zu werden
- Sauberwerden
- Bei Mama so-bei Papa ganz anders