Fantika
Hallo :) das ist mein erster Post hier, weshalb ich damit anfangen möchte, erstmal grob von mir zu erzählen. Ich bin 27 Jahre alt und lebe mit meinen beiden kleinen Hunden in einer Wohnung mit Garten. Ich musste aus mehreren Gründen mein Studium um eine weitere Fachrichtung erweitern, weshalb ich immernoch studiere, in etwa 1 1/2 Jahren mache ich dann meinen Abschluss und bin (hoffentlich :)) Realschullehrerin für Chemie und Physik. Nebenbei arbeite ich noch an einer Tankstelle, um mir das Studium und meine Hundis überhaupt einigermaßen finanzieren zu können. Seit ich 17 Jahre alt war bin ich mit meinem derzeitigen Partner zusammen. Leider hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass wir ganz verschiedene Dinge im Leben wollen. Dennoch - wir sind gemeinsam erwachsen geworden, haben vieles miteinander durchgestanden und erlebt. Und das schweißt zusammen. Leider ist es aber so, dass mir unsere Unterschiedlichkeit mehr und mehr Angst macht. Er ist ziemlich faul, lebt so in den Tag hinein und erledigt alles lieber morgen oder übermorgen als heute. Er studiert noch, hat aber keine wirklichen Ambitionen und kein Engagement für seinen zukünftigen Beruf (er studiert Psychologie). Ich bin mit zwei kleineren Geschwistern aufgewachsen - mein Bruder kam zur Welt, als ich 14 war, meine Schwester als ich 7 war. Seit ich 18 war, lebte ich nicht mehr zu Hause, sondern stand auf eigenen Beinen. Für mich ist Familie ein fester Bestandteil meiner Lebensträume. Eine Zukunft ohne Kinder wäre das schlimmste für mich. Und mit den Jahren wird dieser Wunsch nach einer eigenen Familie immer größer - meine beiden Hunde sind wohl ein erster Schritt in diese Richtung. Ich wünsche mir so sehr ein Kind, träume regelmäßig davon, schwanger zu sein. Bei meinem Partner sieht das leider ganz anders aus. Er ist im Kopf fast noch Teenie und überhaupt nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen. Schon die Hunde sind ihm zu viel. Er hat fast schon Angst vor der Vorstellung, ich könnte schwanger werden. Auch den finanziellen Aspekt erwähnt er immer wieder - er will nicht sein Leben lang arbeiten gehen müssen, nur weil ein Kind Geld von ihm braucht. Zwecks Partnerschaft ist das bei ihm auch sehr speziell.. Er betont immer wieder, dass er nie eifersüchtig wäre und ich mir für ein Kind einen anderen Mann suchen soll (und mit ihm seiner Meinung nach einfach weiter so "unbeschwert" dahin leben soll). Ich habe Angst vor der Zukunft. Wie soll das alles funktionieren, was soll ich tun? Ich kann meinen Traum von einer Familie nicht aufgeben. Aber von ihm möchte ich auch kein Kind - was nützt es mir, wenn er immer dagegen wäre, es immer nur als eine Last und einen Fehler sehen würde. Außerdem ist er meiner Meinung nach gar nicht in der Lage, auch nur ausreichend gut für ein Kind zu sorgen. Er ist doch viel zu faul dazu.. Wirklich. Und einen anderen Mann kennenlernen? Wann? Wie? Eine private Samenspende wäre vielleicht auch eine Idee.. Ich kann mich auch gut mit dem Gedanken anfreunden, alleinerziehende Mama zu sein. Ich weiss was auf mich zu kommt (immerhin habe ich meinen Bruder mit aufgezogen, er nannte mich damals sogar "Mama", weil unsere Mama meist arbeiten musste und ich Ihre Rolle zu Hause übernehmen musste). Besser absichtlich alleinerziehend, also überfüllter Kinderwunsch oder ein Papa, der kein Papa sein kann und will. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Gedanken zu meiner Geschichte mit mir teilen würdet. Ich habe einfach kurz drauf los geschrieben, vielleicht erweitere ich das Ganze morgen noch ein wenig. Ich wollte euch erstmal einen groben Eindruck vermitteln.
Hallo Fantika, was mir zuerst einfiel, als ich deinen Post gelesen habe, war: fühl dich mal gedrückt! Ich denke, du bist in einer ganz blöden und sehr traurigen Situation. Auf der einen Seite hast du deinen Lebenspartner -und ich sage bewusst LEBENSpartner, weil ihr euch sooo lange kennt und den Weg gemeinsam gegangen seid- und auf der anderen Seite deinem Wunsch, eine Familie zu gründen. Ich dachte dann "was würde ich tun an ihrer Stelle?" und hab noch mal den Text gelesen. Weißt du was mir in deinem Post komplett fehlt, wenn es um dich und deinen Partner geht? Die Liebe... Wenn er quasi schon anbietet, dass du dir ein Kind von einem anderen Mann machen lassen sollst, hallo? Das schreit jetzt nicht gerade nach Lovestory. Und du siehst auch ganz klar seine (deiner Meinung nach) Defizite, wie "im Kopf fast noch ein Teenager", "faul", usw. Ich frag mal ganz direkt: Kann es sein, dass ihr nur noch aufgrund der Bequemlichkeit und auch der Gewohnheit zusammen seid? Aufgrund der Jahre, die euch verbinden, aber vielleicht nicht mehr aufgrund der Liebe, die euch eigentlich verbinden sollte? Bist du sicher, dass du so dein Leben verbringen möchtest? An deiner Stelle -und das ist nur meine persönliche Meinung- würde ich mich trennen. Er wird seine Meinung vermutlich nicht ändern, sonst hättest du ihn den vielen Jahren, die ihr zusammen seid, schon mal was gegenteiliges gehört. Und du sagst klar und deutlich, dass du dir ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen möchtest. Was bleibt dann außer der Trennung? Natürlich kannst du dir ein Kind von irgendwem machen lassen. Aber soll das dann bei dir und deinem Freund aufwachsen, wenn dein Freund gar keine Kinder will? Wie wäre das für das Kind? Ich würde mich mit dem Gedanken Trennung auseinandersetzen und versuchen im Kopf frei zu werden. Du bist erst 27 Jahre alt. Es gibt keinen Grund, warum du nicht noch einen Mann kennen lernen solltest, der die gleichen Vorstellungen hat wie du. Mit dem du auf glückliche Art und Weise eine Familie gründen könntest. LG Marti
Sowas in der Art ging mir auch durch den Kopf. Ihr habt was gemeinsam was die Bequemlichkeit angeht, nämlich eure Beziehung. Du siehst bei ihm mangelnde Veränderungsbereitschaft, hast diese aber auch was dein Lebenskonzept angeht. Vielleicht würde eine Trennung euch beiden echt gut tun, ihr hättet beide eine Chance euer Leben neu ordnen zu können und damit Antrieb zu kriegen. Manchmal ist neues (und Ungewisses) heilsam. Er ist nicht betreit für deinen Weg und was du über ihn schreibst schreit danach bloß kein Kind mit ihm zu zeugen. Er scheint selber noch ein halbes zu sein. Wird Zeit dass er mal auf eigenen Beinen steht und nicht auf Muttis oder deinen. Und vergiss bitte, bitte eins: manipulier nicht an ihm rum damit er sich ändert. Das wird so nicht funktionieren. Und du wirst damit nicht glücklich werden. Du bist erst 27, für Torschlusspanik ist es definitiv noch zu früh. Du wirst einen anderen finden, mit Sicherheit!
Ich werde da jetzt keinen langen Text draus machen: die Beziehung hat keine Zukunft und ihr hockt wohl nur noch zusammen weil ihr es nicht anders kennt. War auch viel zu lange in sowas gefangen! Trotzdem.... Kinderwunsch hin oder her, kleinen Bruder mit erzogen hin oder her: Frauen die so massiv auf ICH WILL DAS pochen, das sie ein Kind alleine zeugen und aufziehen wollen, wissen eigentlich nicht, was das bedeutet. Alleinerziehend zu sein. Dem Kind seine Möglichkeit auf intakte Familie vorenthalten, das Recht auf einen Vater. Um das Kind geht es hier ja null! Noch 1,5 Jahre Studium mit mini mini Gehalt, dann Elternzeit (300€ bekommst du dann übrigens für ein Jahr, zuverdienst wird angerechnet da kein Einkommen davor). Und das mit 2 Hunden und Wohnung? Du unterschätzt auch eine Schwangerschaft komplett! Was wenn du Bettruhe bekommst? Was wenn du solche Schmerzen hast das du nicht laufen kannst? Oder Dauererbrechen? Vor der SS war ich kerngesund. Jetzt aktuell habe ich 2 BV's, überwiegend Bettruhe und solche Schmerzen das ich die Bettruhe nochmal ignorieren könnte wenn ich wollte. Bin übrigens knapp 30, keine alte Frau... Trenn dich, leb dich mal bisschen aus, lerne jemand neues kennen, mach dein Studium fertig und bekomme dann deine Familie.
Da sehe ich viele Gemeinsamkeiten zu mir. Ich war auch damals bereits 9 Jahre in meiner Beziehung mit 16 kamen wir zusammen. Ich wollte auch so gerne Kinder, war gerade in den Endzügen des Studiums. Auch wir hatten uns schon in verschiedene Richtungen verändert. Da er jetzt nicht 100% gegen Kinder war aber auch nicht 100% dafür hatten wir nicht mehr verhütet. Glücklicherweise ist da zwei Jahre nichts passiert. Ich bin dann für ein Jahr ins Ausland als spätes Aupair mit 25 Jahren. Offiziell blieben wir bis zu meiner Rückkehr zusammen, doch war schon während des Jahres klar, dass wir vorher nur noch aus Bequemlichkeit und Freundschaft zusammen waren. Liebe war da nicht mehr. Bei der Rückkehr trennten wir uns. Lösten den gemeinsamen Haushalt und Versicherungen auf. Wir blieben noch lange in Kontakt. Es waren schöne 10 Jahre, doch war es auch gut sich einzugestehen dass es nicht mehr passt. Später lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und wir waren erstmal eine Weile (5 Jahre) nur ein Paar bevor wir Eltern wurden. Jetzt weitere 4 Jahre später basteln wir an Nummer 2. Du hast noch Zeit für Familie, auch für mehrere Kinder. Das was du beschreibst reicht nicht für die Strapazen einer Familie. Vor allem das erste Babyjahr ist eine Zerreiß Probe für jede Beziehung. Wenig Schlaf, man kann nicht mehr seine Freiheiten leben wie früher. Meine Empfehlung ist tatsächlich geh getrennte Wege. Genieße etwas das Single sein und schau was sich dann ergibt.
Kurz und bündig (sorry): trenn dich und finde jemanden der besser zu dir passt und mit dem du eine Familie gründen kannst. Klar ist das nach so langer Zeit nicht einfach aber alles andere wirst du sonst bereuen und wäre auch den eventuellen Kindern gegenüber nicht fair!
Es ist ja nun nicht so, als gäbe es nur die zwei Alternativen zwischen Deinem etwas schluffigen Freund und einer Samenspende. Du bist erst 27 - es ist ein bisschen erstaunlich, dass Du so eng denkst. Ich sag's mal ganz offen: Männer gibt's wie Sand am Meer! Du brauchst keine Samenspende, nur weil Du mit Deinem jetzigen Freund nicht wirklich glücklich bist. Ihr entwickelt Euch zunehmend in sehr unterschiedliche Richtungen. Das erreicht gerade ein Maß, das kaum noch tragfähig ist. Das kann man nicht nur an einem Baby festmachen, es gilt auch in anderen Lebensbereichen. Der Kinderwunsch ist hier nur eine Baustelle von vielen. Ich glaube, Du hast nicht den Mann, der zu Deiner jetzigen und zukünftigen Lebenssituation passt. Wenn der Partner sich sehr anders entwickelt oder eigene große Entwicklungssprünge nicht mitvollzieht, dann passt es irgendwann einfach nicht mehr. Man muss da nichts übers Knie brechen, das reift eines Tages von selbst. Vergiss die Samenspende. Tu' lieber etwas, um den Mann zu finden, mit dem Du wirklich rundum glücklich bist - denn den gibt's! ABER: Du solltest natürlich vor einem Baby zuerst das Referendariat machen. Ein Baby kann nämlich auch eine Flucht sein, weil man sich vor der Berufstätigkeit fürchtet. Pass auf, dass das nicht auch bei Dir eine unbewusste Motivation ist. Dann stehst Du eines Tages ohne Abschluss, ohne Referendariat, ohne Job und ohne Geld da. Eine Mutter, die nur Hilfsjobs machen kann und mit Hartz IV aufstockt ist NICHT das, was ein Kind braucht und sich wünscht. Als Referendarin triffst Du viele nette, kinderfreundliche Kollegen, da kann sehr gut jemand für Dich dabei sein. Drücke Dich nicht vor diesem Beruf, der ist - trotz allem Stress - wirklich auch schön. Und er hat viele Vorteile: Du wirst verbeamtet, hast eine private Krankenversicherung, bis unkündbar, auch wenn Du mehr Jahre als üblich wegen eines Babys zu Hause bleibst, Du hast fast drei Monate jährlich Ferien usw. Also: Keine Kurzschlusshandlungen! Wenn Du gerade soviel über die Zukunft nachdenkst, dann mach' sie Dir auch schön. Werde Lehrerin, finde den Richtigen und bekomme DANN Dein Wunschbaby, gell. LG
Danke für eure Nachrichten - mir hilft es sehr, mich einfach mal auszuquatschen und die Gedanken anderer Menschen dazu zu hören. Ich muss darüber auch erstmal nachdenken. Was ich noch dazu sagen wollte, und was das ganze leider auch etwas "verkompliziert": ich lebe seit vielen Jahren in der Wohnung, die meinem Partner gehört. Er ist also auch mein Vermieter und wohnt Wochenends und in der vorlesungsfreien Zeit mit bei mir. Wohnungen gibt es in meiner Stadt kaum, zumindest keine bezahlbaren. Ich suche schon lang nebenbei nach einer anderen Wohnung, aber bei den Preisen wird mir ganz schlecht. Da habe ich einfach keine Chance - ich kenne viele Leute aus der Uni, die seit Jahren vergeblich nach einer Bleibe suchen.. Ich sitze also etwas in der Klemme und kann nicht einfach weg. Ich denke, ich werde mich jetzt weiter auf die Schlussphase meines Studiums konzentrieren und in der Zwischenzeit Wohnungstechnisch noch alles beim Alten lassen. Wenn ich dann meinen Abschluss in der Tasche habe, sehe ich weiter. Dann habe ich auch die finanziellen Mittel, um mir was richtig eigenes zu suchen. Oder was meint ihr dazu? Danke, dass ihr mir geschrieben habt. Das tut wirklich gut. Ich komme mir ein bisschen verloren vor mit meinen Gedanken und Gefühlen, da ist es schön zu sehen, dass man nicht ganz allein ist. Sonst habe ich keinen, um über diese Sachen zu reden. Die Leute in der Uni sind alle noch ganz anders drauf als ich, sind ja auch meist noch ein paar Jahre jünger. Und meine Familie.. Naja, die haben ihre eigenen Probleme. Liebe Grüße!
Also, das mit der Wohnung klingt ehrlich gesagt nach Ausrede und Zeitspiel. Nicht, dass es nicht Städte gibt in denen es echt schwierig ist, aber wer will der kriegt und geht. Es gibt auch WGs und Co. Aber egal, du musst ja nix überstürzen oder jetzt entscheiden, sei einfach nur ehrlich zu dir selber.